OpenAI nimmt Anthropic mit Preissenkungen ins Visier – kurz vor entscheidendem Börsengang

OpenAI nimmt Anthropic mit Preissenkungen ins Visier – kurz vor entscheidendem Börsengang

OpenAI erwägt drastische Kürzungen bei den Tokenpreisen, um Kunden vom Rivalen Anthropic zu gewinnen, dessen Run Rate vor den planned IPOs beider Unternehmen auf 30 Milliarden US‑Dollar gestiegen ist.

Zentrale Punkte:

  • OpenAI prüft starke Senkungen der Tokenpreise, um Unternehmenskunden von Anthropic zurückzugewinnen.
  • Die Umsatz-Run-Rate von Anthropic ist auf rund 30 Milliarden US‑Dollar gestiegen und überholt damit OpenAIs Tempo.
  • Der Preiskampf beginnt, während beide Firmen auf ihre Börsengänge zusteuern und neue Sorgen um die Margen auslöst.

OpenAI erwägt Kürzungen bei Tokenpreisen

Das Wall Street Journal reported am 10. Juni, dass das Unternehmen erhebliche Senkungen der Preise in Betracht zieht, die es für Tokens – die zentrale Einheit zur Messung von KI‑Kosten – verlangt. Diese Gespräche sind derzeit noch im Fluss. Dennoch ist das Signal eindeutig: OpenAI ist bereit, den Preis als Hebel gegen einen Rivalen einzusetzen, den es früher mit komfortablem Abstand anführte.

OpenAI hinkt im Enterprise-Geschäft seit einem Großteil des Jahres hinter Anthropic her, nachdem die Coding-Tools des Rivalen bei Entwicklern Anklang gefunden und die Art verändert haben, wie Unternehmen ihre KI‑Budgets planen. Ein langwieriger Preiskrieg würde die Margen auf beiden Seiten belasten; beide Firmen verlieren bereits Milliarden durch hohe Compute‑Kosten.

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Anthropic-Umsatz überholt OpenAI

Der Aufstieg von Anthropic ist kaum zu überschätzen. Die annualisierte Run Rate lag Anfang 2025 noch bei rund 1 Milliarde US‑Dollar und reached bis April 2026 30 Milliarden US‑Dollar – ein Tempo, das CEO Dario Amodei zufolge die internen Prognosen um den Faktor acht übertraf.

Für diesen Meilenstein brauchte das Unternehmen weniger als drei Jahre ab dem ersten Dollar Umsatz – ein Niveau, für das Salesforce rund zwei Jahrzehnte Wachstum benötigte.

Claude Code, der KI‑Coding‑Agent von Anthropic, crossed im Februar eine Run Rate von 2,5 Milliarden US‑Dollar. Die Geschäftskunden-Abos für das Tool vervierfachten sich im ersten Quartal, und Unternehmenskunden stellen inzwischen mehr als die Hälfte dieses Umsatzes. OpenAI verzeichnete im Vergleich dazu logged für 2025 eine Run Rate von über 20 Milliarden US‑Dollar und rechnet weiterhin nicht vor 2030 mit einem positiven Free Cashflow.

Preiskrieg trifft auf IPO‑Timing

Beide Unternehmen werden voraussichtlich bald an die Börse gehen. Anthropic schloss seine Series‑G‑Finanzierungsrunde im Februar mit einer Bewertung von 380 Milliarden US‑Dollar ab, während OpenAIs Runde im März 122 Milliarden US‑Dollar einbrachte und das Unternehmen mit rund 852 Milliarden US‑Dollar bewertete.

Anthropic erwog Berichten zufolge außerdem bis Mai eine neue Runde mit einer Bewertung von über 900 Milliarden US‑Dollar – ein Wert, der seinen älteren Konkurrenten auf den Privatmärkten übertreffen würde.

Niedrigere Preise sind kein kostenloser Hebel. Das Volumenargument funktioniert nur, wenn die Nachfrage elastisch ist und die Kosten niedrig bleiben – beides trifft auf Frontier‑KI nicht zu, da das Training eines einzigen Frontier‑Modells inzwischen fast 1 Milliarde US‑Dollar kosten kann.

OpenAI hat das bereits versucht. Beim Start von GPT‑5 im August 2025 undercut das Unternehmen die Preise von Anthropics Claude deutlich, was damals schnelle Anerkennung von Entwicklern brachte. Der Schritt war ein frühes Signal dafür, dass die Firma verstärkt auf Kosten setzen würde, um eine Führungsposition zu verteidigen, auf die sie sich nicht mehr verlassen kann.

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