OpenAI schafft ab kommender Woche die Obergrenzen für Textnachrichten bei kostenlosen ChatGPT-Konten ab und koppelt den Schritt an ein neues Standardmodell, das nach Unternehmensangaben 62 % weniger sachliche Fehler macht.
Wichtigste Punkte:
- Kostenlose und Go-Konten können ab nächster Woche unbegrenzt textbasierte Chats führen.
- Limits bleiben für Dateiuploads, Bildgenerierung, Sprachfunktionen und weitere Features bestehen.
- Plus- und Pro-Abos erhalten ein aktualisiertes Flaggschiffmodell und einen Regler für die Tiefe der Modelllogik.
Kostenlose ChatGPT-Stufe hebt Textbegrenzungen auf
Das Unternehmen kündigte die Änderung am Donnerstag in einem Blogpost an. Die Einführung erfolgt schrittweise auf Web, Mobilgeräten und Desktop. Nutzer von Free- und Go-Konten können künftig textbasierte Konversationen führen, ohne an ein Nachrichtenlimit zu stoßen. Für Dateiuploads, Bildgenerierung, Sprachtools und andere Funktionen bleiben Obergrenzen unverändert bestehen.
GPT-5.6 Luna ersetzt diese Woche GPT-5.5 Instant als Standardmodell für beide Stufen – noch vor der Freigabe der unbegrenzten Chats. Damit setzt OpenAI in beiden Segmenten standardmäßig auf eine aktuelle Modellgeneration.
Go-Abonnenten, die 8 US-Dollar pro Monat zahlen, erhalten denselben neuen „Think“-Button wie Gratisnutzer. Er gibt dem Modell bei komplexeren Fragen mehr Rechenzeit – ein Feature, das parallel zu den unlimitierten Textchats nächste Woche live gehen soll.
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GPT-5.6-Sol-Regler zielt auf zahlende Kundschaft
Plus- und Pro-Abonnenten, die 20 bzw. 200 US-Dollar im Monat zahlen, bekamen am Tag der Ankündigung eine aktualisierte Version von GPT-5.6 Sol – noch bevor sich für die kostenlose Stufe etwas ändert.
OpenAI optimierte dieses Modell für typische Alltagsaufgaben wie Webrecherche, Planung, Schreiben und Routineentscheidungen. Ein neuer Schieberegler erlaubt es zahlenden Nutzern, festzulegen, wie viel „Reasoning“ – also wie tiefgreifende Schlussfolgerungen – in jede Antwort einfließen sollen.
Interne Tests mit Finanz-, Medizin- und Rechtsanfragen ergaben, dass Antworten mit mindestens einem Faktenfehler bei Luna rund 62 % seltener und bei Sol rund 68 % seltener vorkommen als bei GPT-5.5 Instant. Externe Labore haben diese Zahlen bislang nicht bestätigt; OpenAI hat den zugrunde liegenden Evaluierungspool nicht offengelegt.
OpenAI-Inferenzkosten bestimmen die Ausgestaltung
Anfrage-Limits orientieren sich an den Inferenzkosten – also den Ausgaben eines Anbieters pro durch das Modell verarbeiteter Nutzeranfrage. Analysten werten die Abschaffung des Textlimits als Signal, dass OpenAI seine Kostenstruktur in diesem Bereich deutlich verbessert hat, auch wenn das Unternehmen keine Details nennt. Reine Textverarbeitung benötigt deutlich weniger Rechenleistung als Bilder, Dateien oder Sprachfeatures – deshalb bleiben dort die Quoten bestehen.
ChatGPT überschritt Anfang des Jahres die Marke von 1 Milliarde wöchentlicher Nutzer. OpenAI betont, dass das Angebot unbegrenzter Textchats weiterhin unter Missbrauchsschutz und Sicherheitsvorkehrungen steht. Der Konzern stellt das Update als Schritt in Richtung „intelligenter Dienste im Überfluss“ dar.
Die GPT-5.6-Familie ist seit dem 9. Juli allgemein verfügbar, nach einer begrenzten Vorabphase und einer Preispositionierung rund um „Leistung pro Dollar“. Sol fungiert als Flaggschiff, Terra besetzt die Mittelklasse und Luna den unteren Preispunkt.
Am 30. Juli senkte das Unternehmen die API-Preise für die beiden kleineren Modelle – um 80 % bei Luna und 20 % bei Terra. GPT-5.5 Instant war seit Mai das Standardmodell für die kostenlose Stufe.
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