OpenAI hat seinen Sprachmodus GPT-Live in die ChatGPT-Desktop-App integriert und rollt das Feature weltweit für fünf Abo-Stufen unter macOS und Windows aus.
Wichtigste Punkte:
- ChatGPT Voice läuft nun unter macOS und Windows für Plus-, Pro-, Business-, Edu- und Enterprise-Abos.
- Der Modus steuert Chat-, Work- und Codex-Threads und kann auf dem Mac per Appshots das aktive Fenster inklusive Alternativtext vorlesen.
- Anthropic liefert am selben Tag ein eigenes Voice-Upgrade und bringt Opus und Sonnet in Claude Voice.
ChatGPT Voice erreicht macOS und Windows
Das Update wurde am Donnerstag ausgeliefert und erreicht Plus-, Pro-, Business-, Edu- und Enterprise-Kund:innen gleichzeitig auf beiden Betriebssystemen. In den Release Notes wurde klargestellt, dass die Funktion in Chat-, Work- und Codex-Threads läuft. Nutzer:innen können Aufgaben per Sprache anlegen und die Assistenz anschließend bitten, Arbeit zu starten, zu prüfen oder zu steuern, die bereits anderswo läuft.
Unter macOS ermöglicht eine Funktion namens Appshots der App, das jeweils fokussierte Fenster auszulesen – inklusive Alt-Text. Der Sprachmodus greift zudem zu auf Computer-Use-Skills, lokale Dateien und Plugins und kann über gekoppelte Remote-Nutzung vom iPhone aus auf Codex zugreifen. Unterstützung für Android steht laut Unternehmen noch aus.
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Guinness Chen über die Steuerung von Codex
Guinness Chen schrieb auf X, GPT-Live lasse Gespräche „lebendig“ wirken, und Codex „gebe ihnen die Macht zu handeln“. Er habe die Funktion mehrere Wochen lang im Alltag genutzt und wolle inzwischen nicht mehr anders arbeiten. In einem Demo-Clip zeigt das Unternehmen, wie eine Entwicklerin einen Thread öffnet, einen Pull-Request erstellt und die Ursache eines Bugs nachverfolgt – alles mit einem einzigen gesprochenen Befehl.
Die gleiche Version überarbeitet auch den Umgang mit lokalen Projekten. Ein Projekt kann nun mehrere zusammengehörige Ordner enthalten; einer davon lässt sich als primär markieren – für neue Chats, Git-Operationen und die automatische Dateierkennung.
Anthropic kontert mit Claude-Voice-Werkzeugen
Anthropic ist am selben Tag nachgezogen und hat den Sprachmodus von Claude aufgewertet, indem es die Modelle Opus und Sonnet ergänzt – nachdem die Funktion zuvor monatelang nur auf Haiku, der schnellsten, aber einfachsten Stufe, lief.
Claude kann nun auf Gmail, Google Calendar, Slack, Notion und Canva zugreifen und holt sich vor der Nutzung jedes Tools explizit die Erlaubnis. Sprachunterhaltungen zählen gegen die üblichen Nutzungskontingente; Gratis-Accounts bleiben bei Haiku mit nur einer angebundenen App.
Die Ansätze beider Anbieter gehen auseinander. Anthropic lässt seinen Voice-Stack unverändert: Claude hört zu, macht eine Pause und antwortet dann – das Unternehmen betont, dieses Release drehe sich um Intelligenz und Toolzugriff, nicht um den Klang der Ausgabe.
OpenAI hatte den Sprachmodus in seiner älteren Mac-App im Dezember 2025 entfernt; der Desktop-Client war danach monatelang stumm. GPT-Live kam in diesem Monat zunächst auf Smartphones – mit Voll-Duplex-Gesprächen, besserem Unterbrechungs-Handling und CarPlay-Unterstützung –, war dort aber nie darauf ausgelegt, direkt Aktionen auf dem Gerät auszuführen.
Mit dem Release am Donnerstag bekommt das Modell erstmals Zugriff auf Tastatur, Bildschirm und Dateisystem eines Desktops – und damit eine deutlich größere operative Reichweite.
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