Bitcoin (BTC) ist über 64.000 Dollar gestiegen, doch Peter Schiff wertet die Erholung als Gelegenheit zum Ausstieg und warnt, dass die Zone um 65.000 Dollar die Aufwärtsdynamik ausbremsen könnte.
Wichtige Punkte:
- Schiff empfiehlt Bitcoin-Anlegern, den Anstieg über 64.000 Dollar zu nutzen, um vor einem möglichen Test des Widerstandsbereichs um 65.000 Dollar zu verkaufen.
- Goldman Sachs hält eine Zinserhöhung der Federal Reserve im September für äußerst unwahrscheinlich, während Terminmärkte die Wahrscheinlichkeit auf 30,6 % taxieren.
- Schiff kritisiert Bitcoin seit 2011 und lag mehrfach mit Prognosen deutlich stärkerer Kursrückgänge daneben.
Schiffs Verkaufssignal für Bitcoin
Bitcoin war am Montag über 64.000 Dollar geklettert, was Schiff, Chefökonom von Euro Pacific Capital, zu der Frage veranlasste, worauf dieser Anstieg überhaupt fuße. Aus seiner Sicht stehen HODLer in der Nähe von 65.000 Dollar einem begrenzten Restpotenzial nach oben, aber einem deutlich größeren Verlustrisiko gegenüber, falls die Rallye scheitert.
Auf X schrieb Schiff: „Ich weiß nicht genau, warum Bitcoin heute nicht verkauft wurde, aber diese Rallye gibt den HODLern eine weitere Chance zum Ausstieg. Irgendwelche Ideen, was den Kurs trägt? Denkt daran: 65.000 Dollar sind ein Widerstand. Oberhalb dieses Niveaus ist nicht mehr viel Luft nach oben, darunter aber reichlich Luft nach unten.“
Zugleich verwies er darauf, dass Gold über 4.430 Dollar und Silber über 66,25 Dollar gestiegen seien. Bitcoin notierte beim Erscheinen des Berichts von BeInCrypto weiterhin über 64.000 Dollar.
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Zinsumfeld stützt die Rallye
Das Marktumfeld liefert eine mögliche Erklärung für den jüngsten Kursschub. Jan Hatzius, Chefökonom von Goldman Sachs, bezeichnete eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im September als „sehr unwahrscheinlich“. In einer Analyse vom Sonntag verwies er auf schwächere Einzelhandelsumsätze, eine abkühlende Arbeitsmarktdynamik und nachlassenden Inflationsdruck.
Laut Daten des CME FedWatch-Tools preisen Terminmärkte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September nur noch mit 30,6 % ein – ein deutlicher Rückgang gegenüber der Vorwoche. Sinkende Erwartungen an höhere Finanzierungskosten können Bitcoin und andere Risikoanlagen stützen; zugleich setzte am Kryptomarkt insgesamt eine breitere Erholung ein.
Schiffs pessimistische Haltung reicht weit über die aktuelle Rallye hinaus. Bereits seit 2011, als Bitcoin noch bei rund 17 Dollar gehandelt wurde, hat er die Kryptowährung wiederholt für tot oder zum Scheitern verurteilt – mittlerweile mehr als 20 Mal. Erst Anfang dieses Monats sprach er sich nach einem Ausverkauf am Anleihemarkt erneut klar für Gold aus.
Zudem hatte Schiff argumentiert, Bitcoin könne nach einem Rückgang um 50.000 Dollar wieder unter 20.000 Dollar fallen – ein Szenario, das bislang nicht eingetreten ist. Diese früheren Fehlprognosen bilden den Hintergrund für seine jüngste Warnung vor dem Widerstand um 65.000 Dollar.
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