Jane Street hat zum 30. Juni US-Spot-Bitcoin-(BTC)-ETF-Bestände im Volumen von rund 990 Millionen US‑Dollar offengelegt – nur kurz bevor das Handelshaus im Juli einen Verlust von rund 15 Milliarden US‑Dollar hinnehmen musste.
Zentrale Punkte:
- Jane Street meldete zum 30. Juni Bitcoin-Spot-ETFs über etwa 990 Millionen Dollar, davon rund 828 Millionen Dollar im IBIT von BlackRock.
- Ein Form 13F weist Long-Positionen zu einem Stichtag aus, nicht die gesamte Risikoexponierung eines Market Makers.
- Laut Reuters traf Jane Street im Juli ein Verlust von rund 15 Milliarden Dollar, während das Unternehmen bis dahin über 40 Milliarden Dollar an Handelserlösen erzielte.
Jane Street-Meldung
Im 13F-Bericht für das zweite Quartal wies Jane Street Bitcoin-ETFs im Wert von etwa 828 Millionen US‑Dollar im iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock aus; der Rest entfiel auf weitere Spot-Bitcoin-Produkte. Das Formular liefert damit lediglich eine Momentaufnahme zum Quartalsende – keinen Echtzeitblick auf die tatsächliche Marktrisiko-Position.
Das ist relevant, weil 13F-Meldungen nur Long-Positionen in Wertpapieren abbilden. Sie lassen Short-Engagements, Derivate und sonstige Absicherungen völlig außen vor, mit denen diese Positionen teilweise oder vollständig neutralisiert werden können. Hinzu kommt: Jane Street agiert als Market Maker und autorisierter Teilnehmer für große Bitcoin-ETFs. Die Bestände dürften daher zum Teil Handelsinventar oder kundengetriebene Positionen widerspiegeln – nicht zwingend aktive Richtungswetten.
Reuters berichtete unter Berufung auf Insider zudem, dass Jane Street im Juli rund 15 Milliarden Dollar verlor, unter anderem im Zusammenhang mit Engagements beim KI-orientierten Hedgefonds Situational Awareness von Leopold Aschenbrenner. Es war demnach der erste Monat seit 2016, in dem Jane Streets Handelserträge per saldo negativ ausfielen.
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Bedeutung für den Bitcoin-ETF-Markt
Die Offenlegung sollte nicht als Beleg für eine fast milliardenschwere, ungesicherte Bitcoin-Wette durch Jane Street missverstanden werden. Ein Market Maker kann umfangreiche ETF-Bestände im Buch halten und diese gleichzeitig über Futures, Optionen oder andere Instrumente weitgehend gegen Kursbewegungen absichern.
Die Dimension ist für den Bitcoin-ETF-Markt dennoch aufschlussreich. Die IBIT-Position von 828 Millionen Dollar zeigt, wie stark große Handelsfirmen ihre Aktivitäten in einem einzelnen Produkt bündeln können – und dabei als Schlüsselfigur bei Schaffung, Rücknahme und Handel von ETF-Anteilen im institutionellen Geschäft auftreten.
Trotz des Rückschlags im Juli arbeitet Jane Street im laufenden Jahr weiterhin profitabel. Reuters zufolge lag der kumulierte Handelserlös bis Ende Juli bei über 40 Milliarden Dollar und damit bereits über den 39,6 Milliarden Dollar, die das Haus im gesamten Jahr 2025 erwirtschaftet hatte.
Die Bestände per Juni markieren zugleich eine Kehrtwende gegenüber dem ersten Quartal: Damals hatte Jane Street sein IBIT-Engagement um rund 71 % zurückgefahren und zugleich die Positionen in Ether-(ETH)-ETFs deutlich aufgestockt – ein Muster, das zu einem Handelsbuch passt, dessen Struktur sich zwischen zwei Meldestichtagen erheblich verändern kann.
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