Peter Thiel hat das Aktienportfolio seines Hedgefonds im Volumen von 418,7 Millionen Dollar neu aufgestellt – und es klar auf Strom und Energie ausgerichtet: Rund 72 % des Geldes stecken in Versorgern und Energiewerten.
Zentrale Punkte:
- Thiel Macro meldete für das zum 30. Juni beendete Quartal acht Positionen im Gesamtwert von 418,7 Mio. Dollar – nach zwei Quartalen ganz ohne Engagements in US-Aktien.
- Amazon ist die einzige Tech-Position des Fonds und macht 28,2 % des Portfolios aus.
- Die übrigen sieben Titel stammen aus den Bereichen Versorger, Stromerzeugung, argentinisches Schieferöl und Nuklearentwicklung.
Details zur 13F-Meldung von Thiel Macro
Thiel Macro LLC reichte am 14. August die vierteljährliche 13F-Offenlegung bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Das Dokument listet acht Positionen per 30. Juni – nach zwei aufeinanderfolgenden Quartalen, in denen der Fonds keinerlei US-Aktienbestände ausgewiesen hatte.
Amazon liegt mit knapp 118 Mio. Dollar bzw. 28,2 % auf Platz eins und ist zugleich der einzige Technologiewert im Depot. Thiel hat PayPal und Palantir Technologies mitgegründet und war als erster externer Investor an Facebook beteiligt. Der Onlinehändler treibt unabhängig davon die nukleare Stromversorgung seiner Rechenzentren voran und hat dafür unter anderem eine Partnerschaft mit dem Reaktorenentwickler X-Energy geschlossen, der in Thiels Fonds mit weniger als 1 % ganz unten auf der Liste steht.
Dahinter folgt Vista Energy, ein argentinischer Schieferölproduzent, mit 18,1 % bzw. 75,9 Mio. Dollar; Thiel ist Anfang des Jahres nach Buenos Aires umgezogen. Auf Rang drei liegt Vistra, ein Stromerzeuger mit Nuklearkapazitäten, mit 14,1 %. Dahinter kommen American Electric Power, DTE Energy, FirstEnergy und CMS Energy, die jeweils rund 10 % des Portfolios ausmachen.
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Analysten über das Nadelöhr Strom für KI
Amazon hat seinen Investitionsplan für 2026 im Juli auf rund 220 Mrd. Dollar angehoben – etwa 10 % mehr als die frühere Prognose.
Die Cloud-Umsätze legten im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 37 % zu – das schnellste Wachstum seit 18 Quartalen. Morningstar-Aktienanalyst Dan Romanoff sieht die Nachfrage gleichermaßen von klassischen IT-Workloads wie von KI-Anwendungen getrieben.
Dom Rizzo von T. Rowe Price rechnet damit, dass die Investitionsausgaben der größten Hyperscaler bis 2027 auf 1,5 bis 1,6 Billionen Dollar steigen. American Electric Power hat sich derweil in diesem Sommer als Partner für ein Rechenzentrumsprojekt mit einer geplanten Leistung von 10 Gigawatt in Ohio verpflichtet.
Analyst James West von Melius Research argumentiert, dass Betreiber bestehender Kraftwerke im Vorteil sind: Zusätzliche Leistung am selben Standort sei billiger und schneller realisierbar als ein kompletter Neubau. Regulierer erschweren diese Rechnung allerdings: In Texas und im PJM-Markt werden derzeit Maßnahmen diskutiert, die Neubau und zusätzliche Kapazitäten attraktiver machen sollen. Hinzu kommt: Eine Quartalsmeldung zeigt lediglich, was ein Fonds hält – nicht, warum er es hält. Thiel selbst hat sein Portfolio öffentlich nie als dezidierte Energiestrategie beschrieben.
Thiels jüngste Kehrtwenden im Portfolio
Die aktuelle Meldung setzt eine Serie abrupter Positionswechsel fort. Den Anfang machte der Verkauf der rund 100 Mio. Dollar schweren Nvidia-Position im dritten Quartal 2025 – ein Schritt, der Spekulationen über eine KI-Blase zusätzlich befeuerte.
Im Februar trennten sich mit Thiel verbundene Vehikel seines Founders Fund vollständig von ihrem Engagement in der Ethereum-(ETH)-Treasury-Firma ETHZilla, nur sechs Monate nachdem sie zuvor eine Beteiligung von 7,5 % offengelegt hatten. Details zur Kryptowährung selbst finden sich unter (ETH).
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