Robinhood meldete für das vierte Quartal einen Nettoumsatz von 1,28 Milliarden US‑Dollar – unter den erwarteten 1,35 Milliarden US‑Dollar – doch das bedeutsamste Signal aus der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen war nicht das Defizit im Kryptohandel, sondern der rasante Aufstieg der Prognosemärkte als primärer Interessensschwerpunkt der Analysten, wobei sich rund 30 % der Fragen während der Sitzung diesem Thema widmeten.
Was geschah: Umsatzziel verfehlt, neuer Fokus
Die Ergebnisse des vierten Quartals zeigten, dass die Erlöse aus dem Kryptohandel bei etwa 221 Millionen US‑Dollar lagen und damit unter den erwarteten 248 Millionen US‑Dollar, während die Aktie aufgrund der Verfehlung etwa 8 % nachgab. Doch die Telefonkonferenz selbst erzählte eine andere Geschichte.
Matthew Sigel, Leiter Digital Asset Research bei VanEck, merkte an, dass sich sechs von 20 Analystenfragen mit Prognosemärkten befassten – „mit Abstand das Thema Nr. 1“.
Er verwies auf branchenweite Volumina von inzwischen über 10 Milliarden US‑Dollar pro Monat, in etwa vergleichbar mit dem durchschnittlichen täglichen US‑Sportwettvolumen.
Christian Bolu, Senior Analyst bei Autonomous Research, bezeichnete die Ergebnisse an der Oberfläche als enttäuschend, vom Ausblick her jedoch als konstruktiv. „Die Kommentare des Managements sind ziemlich konstruktiv in Bezug auf die Pipeline für 2026 in Hinblick auf neues Unternehmenswachstum, und tatsächlich waren die Transaktionsvolumina im Januar ebenfalls sehr stark“, sagte Bolu gegenüber Yahoo Finance.
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Warum es wichtig ist: Strategische Neuausrichtung
Bolu war offen in Bezug auf die zukünftige Ausrichtung der Plattform. „Im Laufe der Zeit glauben wir, dass Dinge wie Ereignisverträge und Prognosemärkte einen größeren Teil des Geschäfts ausmachen werden als Krypto“, sagte er und fügte hinzu, dass Robinhoods Reichweite im Vertrieb dem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Rivalen wie Kalshi und Polymarket verschaffe.
Regulatorische Unsicherheit bleibt die größte Einschränkung.
Sigel stellte fest, dass binäre Ja/Nein‑Kontrakte unter die Zuständigkeit der CFTC für Ereignisverträge fallen könnten, während Kontrakte mit kontinuierlichen Auszahlungen, die an die finanzielle Performance eines einzelnen Emittenten gekoppelt sind, als „wertpapierbasierte Swaps“ der SEC nach Dodd‑Frank eingestuft werden könnten. „Es gibt noch keinen formalen Rahmen, der diese Grenze klar definiert, weshalb das Management von notwendiger ‚regulatorischer Entlastung‘ gesprochen hat“, sagte er.
In der Zwischenzeit gab Robinhood bekannt, dass KI inzwischen mehr als 75 % der Kundenanfragen löst, einschließlich komplexer Fälle, die früher lizenzierte Wertpapierprofis erforderten.
Das Unternehmen automatisiert außerdem seine Engineering‑Pipeline, wobei die Einsparungen allein im Jahr 2025 auf über 100 Millionen US‑Dollar geschätzt werden. Laut Marktkommentaren im Anschluss an die Ergebnisse stufen weiterhin mehr als 80 % der Analysten die Aktie als Kauf ein.
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