Russlands Finanzministerium drängt auf ein eigenständiges Stablecoin-Gesetz, getrennt von der umfassenderen Kryptobörsen-Gesetzgebung, die bis zum 1. Juli 2026 in Kraft treten soll.
Die Ankündigung kommt, während Stablecoins im russischen Recht weiterhin in einer Grauzone liegen – ohne formellen Status, obwohl russische Unternehmen sie zunehmend für grenzüberschreitende Transaktionen unter Sanktionsdruck nutzen.
Alexej Jakowlew, Direktor der Abteilung Finanzpolitik im Finanzministerium, sagte dem russischen Medium RBC, Stablecoins hätten ein „enormes – ja sogar kolossales – Potenzial“ und benötigten ein eigenes Regime, statt einfach unter allgemeine Kryptoregeln zu fallen.
Was ist passiert
Die Staatsduma wird voraussichtlich in der Frühjahrssitzung 2026 das grundlegende Gesetz zu Kryptobörsen verabschieden, mit dem 1. Juli als Stichtag für die Umsetzung. Dieses Gesetz würde Bürgern den Handel auf Plattformen ohne russische Betriebslizenz verbieten und Käufe von Kryptowährungen für nicht qualifizierte Anleger auf 300.000 Rubel (~3.300 US‑Dollar) pro Jahr begrenzen.
Erst nach dem Beschluss dieses Rahmengesetzes will das Ministerium mit der Ausarbeitung spezifischer Stablecoin-Regeln beginnen.
Jakowlew sagte, der aktuelle Konsens sehe Stablecoins eher „näher an digitaler Währung“ als an Kryptowährungen wie Bitcoin, und dass endgültige Entscheidungen nach Konsultationen mit der Zentralbank und Marktteilnehmern getroffen würden.
Der Kreml hat bereits einen praktischen Anwendungsfall identifiziert. Der an den Rubel gekoppelte A7A5-Stablecoin erhielt im Oktober 2025 von der Bank von Russland den Status „ausländische digitale Rechte“ und ist damit als Instrument für grenzüberschreitende Zahlungen zulässig – ein Ausweichweg für durch Sanktionen blockierte Korrespondenzbank-Kanäle.
Das Finanzministerium gab kürzlich bekannt, dass der tägliche Umsatz mit Kryptowährungen unter russischen Marktakteuren bei rund 50 Milliarden Rubel (~650 Millionen US‑Dollar) liegt.
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Warum das wichtig ist
Russland bewegt sich auf eine Stablecoin-Regulierung zu, während der globale Markt für diese Anlageklasse stark gewachsen ist.
Das gesamte Stablecoin-Angebot ist seit Anfang 2025 laut DeFiLlama um rund 51 % auf etwa 311 Milliarden US‑Dollar gestiegen, teilweise angetrieben durch den US‑amerikanischen GENIUS Act, der im Juli 2025 in Kraft trat und den ersten bundesweiten Regulierungsrahmen für an den Dollar gekoppelte Token schuf.
Das im Februar angekündigte 20. EU‑Sanktionspaket würde gezielt russlandnahe Stablecoins, darunter A7A5, ins Visier nehmen und Transaktionen mit dem geplanten digitalen Rubel Russlands vorsorglich verbieten.
Diese Drohung verschafft Moskau zusätzlichen Anreiz, seine eigene Regulierungsarchitektur zu beschleunigen – und Stablecoin-Infrastruktur außerhalb der westlichen Finanzschienen aufzubauen, bevor sich dieses Fenster schließt.
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