SpaceX hat im zweiten Quartal einen Umsatz von 7,81 Milliarden US‑Dollar gemeldet und die Erwartungen der Wall Street klar übertroffen – dennoch verlor die Aktie rund 8 %, nachdem die Investitionsausgaben auf 18,37 Milliarden US‑Dollar nach oben geschnellt waren.
Das Wichtigste im Überblick
- Der Umsatz legte im Jahresvergleich um 92 % zu, der Quartalsverlust schrumpfte auf 541 Millionen US‑Dollar.
- Die Investitionsausgaben vervielfachten sich auf mehr als das Sechsfache; knapp 16 Milliarden US‑Dollar flossen in Künstliche Intelligenz.
- Die Lock-up-Periode endet am Donnerstag – frühe Investoren und Mitarbeiter können erstmals Aktien verkaufen.
SpaceX übertrifft Umsatzprognosen der Analysten
Der Raketen- und Satellitenbetreiber meldete für den Zeitraum April bis Juni Erlöse von 7,81 Milliarden US‑Dollar und lag damit deutlich über den von Analysten erwarteten 6,93 Milliarden US‑Dollar. Der Nettoverlust verringerte sich auf 541 Millionen US‑Dollar, nach rund 1 Milliarde US‑Dollar im Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hat sich nahezu verdreifacht und erreichte 3,5 Milliarden US‑Dollar. Der Verlust je Aktie lag bei 9 US‑Cent.
Die Investitionsausgaben schossen auf 18,37 Milliarden US‑Dollar in die Höhe – mehr als das Sechsfache des Vorjahres. Knapp 16 Milliarden US‑Dollar davon entfielen auf die KI‑Sparte, die der Konzern im Februar durch die Fusion mit xAI übernommen hat. Damit lagen die Investitionen klar über den von Analysten veranschlagten 13,22 Milliarden US‑Dollar und mehr als doppelt so hoch wie der Quartalsumsatz.
Das KI‑Geschäft, das den Chatbot Grok betreibt, steigerte seinen Umsatz um 247 % auf 2,56 Milliarden US‑Dollar, schrieb operativ aber einen Verlust von 1,26 Milliarden US‑Dollar. Das Konnektivitätssegment rund um Starlink wuchs um 66 % auf 4,29 Milliarden US‑Dollar. Diese Sparte erwirtschaftete einen operativen Gewinn von 1,66 Milliarden US‑Dollar und bleibt damit die einzige profitable Einheit; die Zahl der Abonnenten verdoppelte sich binnen eines Jahres auf 12 Millionen.
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Analysten hinterfragen Musks KI-Investitionen
Melissa Otto, globale Leiterin der Visible-Alpha-Researchgruppe bei S&P Global, machte in einem Kommentar bei Fortune das ausufernde KI‑Budget für den Kursrutsch nachbörslich verantwortlich. Die Ausgaben lagen demnach mehr als doppelt so hoch wie in den Analystenmodellen angenommen. Hohe KI‑Investitionen stehen bereits seit den Quartalsberichten von Alphabet, Meta, Microsoft und Amazon unter besonderer Beobachtung.
Finanzchef Bret Johnsen verteidigte die Ausgaben und erklärte gegenüber Analysten, die Investitionen in Rechenkapazität amortisierten sich in weniger als einem Jahr. Elon Musk bekräftigte zugleich das Ziel, den Jahresumsatz auf 1 Billion US‑Dollar zu steigern – eine Marke, die etwa eine Verzehnfachung des Geschäfts in drei bis vier Jahren voraussetzt. Zudem nannte er Nvidia als exklusiven Chip-Lieferanten.
SPCX-Aktie seit dem Börsengang im Juni
Die Lock-up-Periode für Altaktionäre läuft am Donnerstag aus. Dann könnten bis zu 20 % der ausstehenden Aktien frei handelbar werden – rund das Dreifache des aktuellen Free Floats.
Will Rhind, CEO des ETF-Anbieters GraniteShares, führt die Kursreaktion deshalb eher auf das anstehende Auslaufen der Lock-up-Frist als auf die Quartalszahlen selbst zurück.
Die SpaceX-Papiere wurden beim Börsendebüt am 12. Juni an der Nasdaq zu 150 US‑Dollar je Aktie platziert und schlossen am Dienstag bei 125,33 US‑Dollar. Damit notieren sie 16 % unter dem Ausgabekurs – trotz eines Kursplus von 9,4 % am Dienstag. SpaceX hatte 2025 noch einen Verlust von 4,9 Milliarden US‑Dollar verbucht, sitzt nach dem Börsengang nun aber auf einem Cashpolster von 93,5 Milliarden US‑Dollar, nach 24,7 Milliarden US‑Dollar drei Monate zuvor.
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