SpaceX steht vor seinem Blasentest, während erzwungene Indexkäufe anlaufen

SpaceX steht vor seinem Blasentest, während erzwungene Indexkäufe anlaufen

SpaceX wird vor Börsenstart am 7. Juli in den Nasdaq-100 aufgenommen und zwingt passive Fonds dazu, Milliarden in Aktien zu stecken – nur wenige Wochen nach dem größten Börsengang aller Zeiten.

Zentrale Punkte:

  • SpaceX kommt vor Börsenbeginn am 7. Juli in den Nasdaq-100, die schnellste Indexaufnahme aller Zeiten.
  • J.P. Morgan schätzt allein aus dem Nasdaq-100 rund 4,3 Milliarden US‑Dollar an passiven Käufen, hinzu kommen Russell-Fonds.
  • Skeptiker wie Jeremy Grantham warnen, die Aktie wirke nach dem steilen Anstieg seit dem Listing am 12. Juni überdehnt.

SpaceX-Indexaufnahme für den 7. Juli angesetzt

Nasdaq hat den Schritt nach Handelsschluss am 26. Juni bestätigt. Die Börse hat im Frühjahr ihre Zulassungskriterien neu gefasst und erlaubt es sehr großen Neuemissionen nun, schon nach nur 15 Handelstagen in den Index aufzurücken, statt nach den zuvor üblichen mehreren Monaten.

Diese Ausnahmeregel ebnete dem Raketenbauer, der unter dem Kürzel SPCX gehandelt wird, nur wenige Wochen nach seinem Börsendebüt am 12. Juni den Weg. Mehr als 800 Milliarden US‑Dollar folgen dem Index, angeführt vom Invesco QQQ Trust, einem der meistgehandelten Fonds am Markt. Jedes Portfolio, das ihn abbildet, muss die Aktie nun halten. SpaceX startet mit einem Indexgewicht von knapp 1 %, gebremst durch einen kleinen Streubesitz, der dennoch starken mechanischen Nachfrage Vorschub leistet.

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Passive Ströme testen die SpaceX-Aktie

Analysten von J.P. Morgan schätzen, dass allein der Einstieg in den Nasdaq-100 rund 4,3 Milliarden US‑Dollar an passiven Käufen auslösen könnte, wenn Indexfolger umschichten. SpaceX wurde zudem in den Russell 1000 und Russell 3000 aufgenommen, wo Indextracker in den Tagen um die Umstellung herum zusätzlich knapp 3 Milliarden US‑Dollar beisteuern dürften – zusätzlich zu den Nasdaq-100-Zuflüssen.

Nicht alle trauen der Rallye. Der erfahrene Investor Jeremy Grantham hat die Aktie als Blase bezeichnet, und die Papiere sind etwa 32 % von einem Hoch nahe 225 US‑Dollar gefallen, das ein dünner Streubesitz in den frühen Handelstagen nach oben getrieben hatte. Morningstar hat den fairen Wert auf rund 780 Milliarden US‑Dollar veranschlagt – deutlich unter der Börsenbewertung von etwa 2,1 Billionen US‑Dollar am ersten Handelstag –, während der S&P 500 bisher ganz auf eine Aufnahme verzichtet.

Kritiker argumentieren, dass die Kombination aus Fast-Track-Regel und einem Streubesitz von rund 5 % – weit unter der üblichen SEC-Schwelle – den Eröffnungskurs auf Kosten von Privatanlegern und Altersvorsorgesparern gestützt habe.

SPCX-Debüt entfacht Bewertungsdebatte

Die Käufe sind ein einmaliges Ereignis. Eine Studie bezifferte die Indexnachfrage auf rund 10 Milliarden US‑Dollar, etwa 8 % des frei handelbaren Volumens, während das Konsens‑Kursziel auf Sicht von zwölf Monaten bei rund 188 US‑Dollar liegt – ein Spannungsfeld, das die tiefe Uneinigkeit darüber widerspiegelt, wie schnell das Geschäft wachsen kann.

SpaceX hat einen turbulenten ersten Monat an der Börse hinter sich. Die Aktie wurde am 12. Juni zu 135 US‑Dollar ausgegeben, was das Unternehmen mit 1,77 Billionen US‑Dollar bewertete. Damit nahm SpaceX beim größten Börsengang aller Zeiten rund 86 Milliarden US‑Dollar ein, schoss anschließend in der Spitze Richtung 225 US‑Dollar und fiel dann zurück. In der vergangenen Woche hat das Unternehmen zudem 25 Milliarden US‑Dollar in vorrangigen Anleihen aufgenommen und die Verschuldung erhöht – just in dem Moment, in dem die erzwungenen Indexkäufe beginnen und zusätzliche Zinskosten in ein Unternehmen fließen, das weiterhin Verluste schreibt.

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