Gefälschte Sparrow-Wallet-App im Apple-Store – 1,8 Mio. US‑Dollar in Bitcoin verschwunden

Gefälschte Sparrow-Wallet-App im Apple-Store – 1,8 Mio. US‑Dollar in Bitcoin verschwunden

Drei Bitcoin-(BTC)-Investoren haben in Kalifornien Klage gegen Apple eingereicht. Ihr Vorwurf: Eine gefälschte Sparrow Wallet-App im App Store habe ihre Bestände im Volumen von insgesamt 1,8 Mio. US‑Dollar geleert.

Die wichtigsten Fakten:

  • Drei Kläger machen geltend, dass sie durch eine Fake-Version der Sparrow Wallet im App Store zwischen Mai und August 2025 zusammen 1,8 Mio. US‑Dollar in Bitcoin verloren haben.
  • Apple weist ein Fehlverhalten zurück, verweist auf seine Richtlinien gegen Nachahmer-Apps und betont, die verantwortlichen Entwicklerkonten bereits gesperrt zu haben.
  • Der echte Entwickler der Wallet meldet Apple seit Anfang 2024 Kopien und Imitate der Anwendung.

Gefälschte Sparrow Wallet leert Bitcoin-Konten

Die Klage ist am 24. Juli beim U.S. District Court für den Northern District of California eingegangen. Laut der Eingabe verlor James Ramirez rund 875.000 US‑Dollar in Bitcoin, Christopher Ellis etwa 840.000 US‑Dollar und Jalen Delgado knapp 120.000 US‑Dollar. Die mutmaßlichen Diebstähle zogen sich von Mai bis August 2025, heißt es in der Klage.

Die echte Sparrow Wallet ist eine Desktop-Software für Windows, macOS und Linux – eine iOS-App mit diesem Namen konnte daher nur eine Fälschung sein. Die Fake-App forderte Nutzer auf, ihre Seed-Phrase einzugeben. Mit diesen Wiederherstellungswörtern transferierten die Betrüger anschließend die Coins in eigene Wallets. Ellis meldete den Vorfall laut Klage noch am selben Tag an Apple.

Die drei Kläger werfen Apple vor, gegen das kalifornische Verbraucherschutzrecht verstoßen zu haben. Das Unternehmen habe den App Store als sicheren, kuratierten Marktplatz beworben, zugleich aber zugelassen, dass betrügerische Wallet-Apps die Prüfung passieren.

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Apple weist Vorwurf der Nachlässigkeit im App Store zurück

Zu dem laufenden Verfahren wollte sich Apple nicht im Detail äußern, verteidigte jedoch seine Prüfprozesse. Gegenüber Medien erklärte der Konzern, Nachahmer-Apps verstießen klar gegen die App-Store-Richtlinien. Man entferne solche Anwendungen rasch und habe die Entwicklerkonten hinter den gefälschten Sparrow-Einträgen bereits gekündigt.

Apple verweist auf Kennzahlen, wonach im vergangenen Jahr mehr als 371.000 App-Einreichungen abgelehnt wurden – unter anderem wegen Spam, Kopien bestehender Apps oder irreführender Inhalte.

Zudem betont der iPhone-Konzern, aktuell befinde sich keine Sparrow-Imitation mehr im Store – eine Darstellung, die die Klägerseite bestreitet. Die Geschädigten verlangen ein Juryverfahren, eine Erstattung der entwendeten Bitcoins sowie ausdrückliche Warnhinweise zu den Risiken beim Download von Krypto-Apps.

Die Klage fällt in ein Jahr, das für Opfer von Betrugsdelikten besonders verlustreich ausfällt, und zielt direkt auf das Argument des „Walled Garden“, mit dem Apple seit Jahren alternative App-Marktplätze und Sideloading abwehrt.

Das FBI hat für 2025 Cybercrime-Verluste in Höhe von 20,9 Mrd. US‑Dollar registriert – ein Anstieg um 26 %. In 181.565 Beschwerden spielten Kryptowährungen eine Rolle, mit Schadenssummen von mehr als 11,4 Mrd. US‑Dollar, also über der Hälfte der gemeldeten Gesamtschäden.

Craig Raw warnte seit 2024 vor Fake-Apps

Craig Raw, der südafrikanische Entwickler hinter Sparrow und Inhaber der US-Markenrechte am Namen, alarmiert Apple seit mehr als zwei Jahren wegen Nachahmer-Apps. Bereits im Januar 2024 schrieb er, dass eine betrügerische Sparrow-Anwendung weiterhin im Store verfügbar sei – Wochen, nachdem er und andere diese gemeldet hatten.

In der Folge reichte er eine Platzhalter-App ein, die iOS-Nutzer lediglich darüber informieren sollte, dass Sparrow ausschließlich als Desktop-Wallet verfügbar ist. Apple lehnte diese App ab und markierte sein Entwicklerkonto im Juni wegen „unehrlicher Aktivität“ sogar zur Kündigung – ein Schritt, den das App Review Board nach einem Einspruch wieder rückgängig machte.

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