Term Finance, ein auf Ethereum (ETH) basierendes DeFi-Kreditprotokoll, hat rund 8,5 Millionen US‑Dollar verloren, nachdem ein Angreifer das Governance-System ausnutzte und am 23. August die Kontrolle über Vault-Vermögenswerte erlangte.
Wichtigste Fakten:
- Nach Angaben von Blockchain-Sicherheitsforschern zog der Angreifer rund 8,5 Mio. US‑Dollar ab, darunter 2.843 ETH und etwa 1,68 Mio. US‑Dollar in Stablecoins.
- Im Fokus stand die Governance-Steuerung, nicht eine klassische Smart-Contract-Sicherheitslücke.
- Ethereum führte im 1. Halbjahr 2026 mit Verlusten von rund 332 Mio. US‑Dollar die Liste der Blockchain-Schäden an, so Blockaid.
Der Angriff auf Term Finance
Term Labs erklärte: „Uns ist ein Governance-Exploit bekannt, der Term-Vaults betrifft“, und kündigte nähere Informationen nach Abschluss der Untersuchungen an. PeckShield schätzte, dass der Angreifer 2.843 ETH im Wert von rund 6,87 Mio. US‑Dollar sowie 1,68 Mio. USD Coin (USDC) aus dem Protokoll abzog.
Laut PeckShield tauschte der Angreifer die USDC anschließend gegen rund 1,68 Mio. Dai (DAI), während die für die Operation verwendete Wallet 2 ETH über Tornado Cash erhielt. Die Geldflüsse lassen bislang keine eindeutige Identifizierung des Täters zu.
Aus Berichten zum Vorfall geht hervor, dass der Angreifer genügend Governance-Stimmrechte anhäufte, um Anträge durchzubringen, die ihm die Kontrolle über die betroffenen Vaults verschafften. Der Angriff setzte damit bei den Governance-Mechanismen an, nicht bei einer technischen Schwachstelle im Smart Contract – niedrige Wahlbeteiligung und stark gebündelte Stimmrechte wurden so zum Kern des Problems.
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Sicherheitsrisiken auf Ethereum
Blockaid erfasste im 1. Halbjahr 2026 insgesamt 212 Onchain-Sicherheitsvorfälle mit Schäden von 1,1 Mrd. US‑Dollar, wovon etwa 332 Mio. US‑Dollar auf Ethereum entfielen. In dem Bericht werden Schwachstellen in Anwendungen und in der Protokoll-Logik als zentrale Treiber der Verluste auf dem Netzwerk genannt.
Governance-Angriffe bergen ein anderes Risikoprofil, da böswillige Aktionen über formal autorisierte Kontrollpfade laufen können, ohne den Code eines Smart Contracts zu brechen.
Dadurch werden die Streuung der Stimmrechte, die sorgfältige Prüfung von Vorschlägen und Verzögerungen bei der Umsetzung zu ebenso wichtigen Schutzmechanismen wie klassische Smart-Contract-Audits.
Term Finance war bereits am 26. April 2025 von einem separaten operativen Zwischenfall betroffen, als eine Inkonsistenz bei Dezimalstellen im Oracle rund 918 ETH an unbeabsichtigten Liquidationen auslöste. Das Protokoll konnte davon etwa 556 ETH zurückholen, der endgültige Schaden lag bei 362 ETH beziehungsweise rund 650.000 US‑Dollar; betroffene Nutzer sollten vollständig entschädigt werden.
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