Der Markt für tokenisierte Real-World-Assets erreichte im Februar 2026 ein Volumen von 24,9 Mrd. US‑Dollar, ein Anstieg um 289 % gegenüber 6,4 Mrd. US‑Dollar ein Jahr zuvor, so die On‑Chain‑Analysefirma Nexus Data Labs.
Das starke Wachstum verschleiert jedoch einen strukturellen Engpass: 88 % der 8,5 Mrd. US‑Dollar an RWA‑gedeckten Stablecoins befinden sich vollständig außerhalb der dezentralen Finanzwelt und werden durch KYC‑Beschränkungen und Whitelisting‑Anforderungen blockiert.
Auch die Zusammensetzung des Marktes verändert sich. US‑Staatsanleihen und Rohstoffe trieben 58 % des gesamten Wachstums, doch der Anteil von Treasury‑Produkten am gesamten RWA‑Markt fiel von 59 % auf 43 %, da Aktien und Gold stark zulegten.
Treasuries wachsen, verlieren aber ihre Dominanz
Tokenisierte US‑Staatsanleihen haben sich im Jahresvergleich nahezu verdreifacht und liegen nun bei rund 11 Mrd. US‑Dollar. Die kombinierte Konzentration der drei größten Emittenten ist von 61 % auf 48 % gesunken, da neue Marktteilnehmer wie Fidelity, VanEck und ChinaAMC eingetreten sind.
Der Fonds BUIDL von BlackRock führt die Kategorie nun mit 2,2 Mrd. US‑Dollar an – ein Plus von 239 % im Betrachtungszeitraum –, während die kombinierte Treasury‑Exponierung von Ondo Finance (ONDO) 2 Mrd. US‑Dollar erreichte. Superstates USTB wuchs um 499 % auf 800 Mio. US‑Dollar.
Aktien und Gold schließen die Lücke
Tokenisierte Aktien sind seit Mitte 2025 von nahezu null auf 786 Mio. US‑Dollar angewachsen, mit On‑Chain‑Abbildern von NVDA, TSLA, SPY und QQQ, die inzwischen alle live sind.
Dieses Wachstum setzte sich fort, obwohl Bitcoin (BTC) unter 70.000 US‑Dollar fiel, was darauf hindeutet, dass die On‑Chain‑Nachfrage nach Aktien nicht mit der allgemeinen Stimmung am Kryptomarkt korreliert.
Das Angebot an tokenisiertem Gold hat sich im gleichen Zeitraum nahezu verdoppelt – von 687.000 auf 1,3 Mio. Feinunzen.
Der Spotpreis von Gold ist parallel um rund 80 % gestiegen, doch das Angebotswachstum übertraf die Preisentwicklung. Das deutet darauf hin, dass Anleger aktiv neues On‑Chain‑Gold prägen, anstatt bestehende Token lediglich durch eine Rallye zu halten.
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Das Auslastungsproblem
Von den 8,5 Mrd. US‑Dollar an RWA‑gedecktem Stablecoin‑Angebot, die von Nexus Data erfasst werden, sind nur 1 Mrd. US‑Dollar – rund 11,8 % – aktiv in DeFi‑Protokollen eingesetzt.
Der Rest wird von Investoren gehalten, die aufgrund von Compliance‑Beschränkungen, die direkt in die Tokenstrukturen eingebettet sind, keinen Zugang zu erlaubnisfreiem DeFi haben.
Erlaubnisfreie Alternativen zeichnen ein anderes Bild: reUSD verzeichnete eine DeFi‑Auslastung von 96,7 %, verglichen mit nahezu null bei Produkten wie YLDS, obwohl dessen Angebot bei 598 Mio. US‑Dollar liegt.
Diese Lücke verdeutlicht einen zentralen Zielkonflikt bei der institutionellen RWA‑Adoption. Kapital ist zwar nominell On‑Chain, doch ohne Komponierbarkeit fungiert es eher als reine Buchhaltungsschicht denn als produktive Finanzinfrastruktur.
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