Venice Token (VVV) ist am Mittwoch auf über 27 US‑Dollar und damit auf ein neues Allzeithoch gestiegen, nachdem ein öffentlicher Streit zwischen OpenAI und einem NYU-Mathematiker das Interesse an privater KI-Inferenz neu entfacht hat.
Wichtigste Fakten:
- Venice Token markierte am Mittwoch ein Rekordhoch über 27 US‑Dollar und hat sich damit binnen einer Woche bei hohem Umsatz in etwa verdoppelt.
- Ein öffentlicher Streit um die Urheberschaft eines OpenAI-Mathereferenzbeweises rückte Fragen zum Datenschutz bei Chatbots ins Rampenlicht.
- Venice setzt auf Open-Source-Modelle ohne Accounts und Inhaltsfilter und meldete im August einen annualisierten Umsatzlauf von über 100 Mio. US‑Dollar.
VVV-Rally nach Streit um Anerkennung bei OpenAI
Der NYU-Mathematikprofessor Tristan Buckmaster legte am Dienstag in einem Beitrag drei Beweise offen, die er zusammen mit Levent Alpöge, einem Mathematiker bei Anthropic, erarbeitet hat. Nur wenige Stunden später veröffentlichte OpenAI einen vollständigen Beweis des Navier‑Stokes‑Problems zu Existenz und Glattheit – eines von sieben Millennium-Problemen, die jeweils mit 1 Mio. US‑Dollar dotiert sind. Das Unternehmen erklärte, ein nicht veröffentlichtes internes Modell habe das Resultat geliefert.
Buckmaster schrieb, ein paralleles OpenAI-Team habe auf seinem Ansatz aufgebaut, bevor dieser öffentlich wurde, und Forscher Sébastien Bubeck habe ihn gebeten, Alpöge als Mitautor zu streichen, da dieser für ein konkurrierendes Labor arbeite. Er wies zudem darauf hin, dass er intensiv Codex genutzt habe – ein Dienst, dessen Nutzerdaten OpenAI zu Trainingszwecken heranziehen kann, sofern Anwender nicht aktiv widersprechen.
OpenAI bestritt, die Arbeit der beiden gesehen zu haben, räumte aber ein, nicht ausschließen zu können, dass pseudonymisierte Nutzungsdaten zur Verbesserung der Modelle beigetragen hätten.
Konzernchef Sam Altman erklärte, die beiden Ansätze sähen inzwischen unterschiedlich aus, seit beide öffentlich vorlägen. Rund 10.000 Agenten seien 88 Stunden lang gelaufen, die Kosten bezifferte OpenAI auf einen Betrag in Millionenhöhe.
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Erik Voorhees setzt auf private Inferenz
Erik Voorhees, Gründer von ShapeShift, hat Venice als Gegenmodell zu den großen KI-Plattformen konzipiert. Eingaben (Prompts) verbleiben beim Nutzer, statt dauerhaft auf Servern eines Unternehmens zu liegen. Die Plattform setzt auf Open-Source-Modelle ohne Inhaltsfilter und ohne Account-Pflicht – ein Wertversprechen, das seit Januar 2025 offensiv kommuniziert wird.
Der Token fungiert als Zugangsschlüssel, nicht als Governance-Token: Wer VVV staked, erhält Anspruch auf einen Anteil der täglichen API-Inferenzkapazität. Ein zweiter Token, DIEM, wird geprägt, indem gestakter VVV gesperrt wird, und gewährt täglich 1 US‑Dollar an Nutzungsguthaben. Ein Teil der Plattformerlöse wird genutzt, um VVV am Markt zurückzukaufen und anschließend zu vernichten (Burn).
VVV notierte am Mittwoch bei knapp 27 US‑Dollar, ein Plus von rund 52 % binnen 24 Stunden. Die Marktkapitalisierung näherte sich damit 1,3 Mrd. US‑Dollar. Je nach Handelsplatz fielen die gemeldeten Gewinne unterschiedlich aus; einige Datenanbieter sahen das Tagesplus eher bei rund 41 % bei einem Volumen von über 300 Mio. US‑Dollar.
VVV-Kursschwankungen folgen Venice-Umsätzen
Mitte August lag der Token noch bei etwa 14,50 US‑Dollar, als Voorhees bekanntgab, der Umsatz habe einen annualisierten Lauf von über 100 Mio. US‑Dollar überschritten – nach rund 70 Mio. US‑Dollar nur einen Monat zuvor.
Venice hatte im Juli 65 Mio. US‑Dollar zu einer Bewertung von 1 Mrd. US‑Dollar eingeworben – die erste externe Finanzierungsrunde – und zu diesem Zeitpunkt mehr als drei Millionen aktive Nutzer gemeldet. Die jährlichen Emissionen sanken zum 1. September auf 2,5 Mio. Token, eine weitere Reduktion auf 2 Mio. ist für Oktober geplant.
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