Ethereum-(ETH)-Mitgründer Vitalik Buterin hat ein experimentelles Aztec-Message-Board vorgestellt, das anonyme Posts, rückzahlbare Einlagen und automatisierte Moderation verbindet.
Zentrale Punkte:
- Nutzer hinterlegen ETH auf Ethereum, posten ohne ihre Adresse offenzulegen und können das Geld später wieder abziehen.
- Ein festgelegter Zensor und ein lokales KI-Modell können Beiträge markieren, die gegen eine onchain gespeicherte Moderationsrichtlinie verstoßen.
- Das Frühstadiumsprojekt umfasst 70 formal bewiesene Sicherheitssätze, weist aber noch ungelöste Zugriffs- und Browserprobleme auf.
Aztec-Billboard-Demo
Buterin teilte das Projekt am Sonntag über Farcaster und beschrieb es als „vibe-coded“ Spielzeugversion eines anonymen Billboards, das er 2022 erstmals in einem Blogpost skizziert hatte. Der öffentliche Code liegt in seinem GitHub-Account.
Die Anwendung führt den privaten Posting-Prozess auf Aztec aus. Nutzer deponieren ETH auf der Ethereum-Basisschicht, beanspruchen die Einlage auf Layer 2, veröffentlichen Nachrichten, ohne ihre Absenderadresse preiszugeben, und holen anschließend ihre Mittel auf Layer 1 zurück.
Die öffentlichen Call-Daten verknüpfen einen Beitrag nicht mit der ursprünglichen Einlage. Beim Abzug der Gelder wird allerdings die Zieladresse sichtbar, da das System das ETH an irgendeine Adresse auszahlen muss.
Beim Aufsetzen des Smart Contracts wird ein Zensor bestimmt. Dieses Konto kann Beiträge als „unmoralisch“ markieren, sie aus dem Standard-Feed ausblenden und die Wartezeit verlängern, bevor der Autor erneut posten darf.
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KI-Moderationsregeln
Ein lokaler Large-Language-Model-Daemon überwacht neue Beiträge und gleicht sie mit einer onchain gespeicherten Text-Policy ab. Stellt das System einen Verstoß fest, nutzt das Tool die Kommandozeilenoberfläche der Anwendung, um den Beitrag zu markieren.
Die Posting-Frequenz hängt von der Höhe der Einlage ab. Eine Einlage von 0,001 ETH erlaubt einen Beitrag pro Stunde, während 0,01 ETH die Abkühlphase so verkürzt, dass bis zu 10 Beiträge pro Stunde möglich sind.
Laut Repository deckt die formale Verifikation in Lean 4 Rate Limits, Zensurprüfung, Privatsphäre und Sicherheit der Einlagen über 70 bewiesene Theoreme ohne „admitted gaps“ ab. Das Projekt bleibt jedoch experimentell; in der Dokumentation werden noch offene Anpassungen bei den Zugriffskontrollen sowie Browser-Flows aufgeführt, die bislang nicht vollständig getestet wurden.
Buterin hatte die weiter gefasste Idee bereits 2022 vorgestellt – im Rahmen seiner Suche nach Anwendungen, die Datenschutz mit Verantwortlichkeit verbinden. Die neue Demo übersetzt dieses Konzept nun in lauffähigen Code, liefert aber keinen Beweis dafür, dass automatisierte Moderation Streitigkeiten über subjektive Regeln tatsächlich lösen kann.
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