Ethereum (ETH)-Anwendungen haben im vergangenen Quartal Gebühren von rund 1,8 Milliarden US‑Dollar generiert. Auf der Basisschicht verblieben davon laut On-Chain-Daten allerdings nur 88 Millionen US‑Dollar – etwa 4,9 %.
Wichtigste Fakten:
- Ethereum Layer 1 erwirtschaftete im zweiten Quartal mehr als 88 Millionen US‑Dollar an realem wirtschaftlichem Wert – ein Plus von 7 % gegenüber den drei Vormonaten.
- Rollups wickeln inzwischen etwa 1.270 Nutzertransaktionen pro Sekunde ab, gegenüber 20,4 auf dem Mainnet.
- ETH notierte zum August-Auftakt bei rund 1.867 US‑Dollar, nach einem Plus von 20,3 % im Juli – dem stärksten Monat seit einem Jahr.
Ethereum-Layer‑1 verliert bei der Wertabschöpfung an Boden
Ein Analyst unter dem Pseudonym Tanaka hat die Quartalszahlen aus öffentlichen On-Chain-Dashboards zusammengetragen. Die von ihm aufgezeigte Lücke zählt mittlerweile zu den zentralen Streitpunkten rund um Ethereum und den zugrunde liegenden Token. Zwischen April und Juni generierte die Layer‑1‑Chain mehr als 88 Millionen US‑Dollar an realem wirtschaftlichem Wert – ein Plus von 7 % gegenüber dem ersten Quartal. Im Jahresvergleich liegt dieser Wert jedoch noch immer rund 70 % niedriger.
Noch auffälliger ist das Bild bei der Auslastung. Rollups verbuchen inzwischen etwa 1.270 Nutzer-Operationen pro Sekunde, das Mainnet kommt auf 20,4. Die Robinhood Chain allein verarbeitet ungefähr das Fünffache des Volumens der Ethereum-Basisschicht.
Ethereum feierte im Juli seinen elften Geburtstag. Seit der Merge haben weitere Upgrades den Durchsatz des Netzwerks deutlich über das ehemalige Proof-of-Work-Niveau hinausgeschoben – der Token selbst partizipiert bislang jedoch nur begrenzt an diesem Wachstum.
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Tanaka: Investment-These wandert in Richtung tokenisierte Finanzmärkte
Tanaka hält Ethereum nicht für ein gescheitertes Projekt – im Gegenteil, die Strategie lautet weiterhin: ETH kaufen und halten. Die frühere Investment-These lautete, dass mehr Nutzer auch höhere Gebühren und damit eine stärkere Token-Verbrennung bringen würden, wodurch das Angebot bei wachsender Adoption verknappt würde. Diese Logik hat an Überzeugungskraft verloren. Der Fokus verschiebt sich zunehmend auf tokenisierte Finanzprodukte und deren Abwicklungsinfrastruktur.
Rund 41,10 Millionen der insgesamt 121,88 Millionen ETH sichern derzeit das Netzwerk über Staking ab – etwa 33,7 % des Umlaufs – bei einer Staking-Rendite von rund 2,6 % pro Jahr. Die über Blobs erzielten Gebühren haben in einem jüngsten Sieben-Tage-Zeitraum nur etwa 0,22 ETH verbrannt – ein vernachlässigbarer Gegenpol zu dieser Emission. Das jährliche Angebotswachstum liegt derzeit bei knapp 0,85 %.
Tokenisierte Real-World-Assets (RWA) auf Ethereum sind auf über 17 Milliarden US‑Dollar angestiegen, während der Stablecoin-Marktwert in Richtung 300 Milliarden US‑Dollar gewachsen ist. Tanaka argumentiert, dass der strategische Vorteil Ethereums nun im institutionellen Settlement liegt – nicht primär in möglichst billigen Transaktionen.
Die offenen Fragen: Wird Blob-Speicherplatz jemals so knapp, dass er ökonomisch wirklich ins Gewicht fällt? Und werden Institutionen ETH in der Breite als Reserve- und Sicherheiten-Asset halten? Skalierung, so der Analyst, sei jedenfalls nicht mehr das Kernproblem.
ETH-Kurs bleibt unter der Marke von 2.000 US‑Dollar
ETH hat den Juli laut Daten mit einem Plus von 20,3 % beendet – der stärkste Monatsanstieg seit einem Jahr –, nachdem im Juni ein Rückgang von 21,8 % einen großen Teil der Erholung vom Frühjahr wieder auslöschte.
Zum Start in den August wurde der Token bei etwa 1.867 US‑Dollar gehandelt – weiterhin unterhalb der Marke von 2.000 US‑Dollar, die im Verlauf des Jahres 2026 verloren ging, und rund 60 % unter dem Allzeithoch. Spot-Produkte, die den Vermögenswert abbilden, verzeichneten im Juli Zuflüsse von 365,17 Millionen US‑Dollar – der beste Monat des Jahres – und hoben das in diesen Produkten verwaltete Vermögen auf über 10 Milliarden US‑Dollar.
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