Ethereum (ETH) notiert weiter unter 1.800 US‑Dollar, obwohl börsengehandelte Spot‑Fonds auf die Kryptowährung in der vergangenen Woche Zuflüsse von 84 Millionen Dollar verbuchten und damit eine achtwöchige Serie von Abflüssen beendeten.
Wichtigste Punkte:
- Spot‑ETFs auf Ether verzeichneten in der Woche bis zum 10. Juli einen Nettozufluss von 84,42 Millionen US‑Dollar – die erste positive Woche seit Mitte Mai.
- Ether prallt weiterhin an der Marke von 1.800 Dollar ab, die täglichen ETF‑Ströme bleiben volatil.
- Analysten sehen in der Trendwende eher eine technische Gegenreaktion als ein Signal für eine nachhaltige Rückkehr institutioneller Nachfrage.
Ethereum-ETFs drehen nach zwei Monaten ins Plus
Daten von SoSoValue zeigen, dass US‑amerikanische Spot‑ETFs auf Ether in der vergangenen Woche netto 84,42 Millionen US‑Dollar eingesammelt haben – der stärkste Wochenwert seit Ende April.
Parallel dazu beendeten auch Spot‑Produkte auf Bitcoin (BTC) ihre eigene achtwöchige Durststrecke. Sie zogen 197,40 Millionen US‑Dollar an und erhöhten ihr kumuliertes Nettovermögen auf 77,42 Milliarden US‑Dollar. Die Nettovermögen der Ether‑Fonds stiegen bis zum 10. Juli auf 9,59 Milliarden US‑Dollar – rund ein Achtel des Volumens der Bitcoin‑Pendants.
Die Wende fällt jedoch eher verhalten als überzeugend aus.
Auf Tagesbasis blieben die Flüsse erratisch. Am 9. Juli mussten die Ether‑ETFs Abflüsse von 52,08 Millionen US‑Dollar hinnehmen und damit eine fünftägige Serie von Zuflüssen beenden, die dem Monat einen robusteren Start beschert hatte. Fidelity verbuchte an diesem Tag mit 33,96 Millionen US‑Dollar den größten Einzelabfluss, BlackRock verlor 12,67 Millionen US‑Dollar. Die kumulierten Nettozuflüsse der gesamten ETF‑Gruppe liegen dennoch weiterhin bei rund 10,96 Milliarden US‑Dollar.
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Analysten zweifeln an Ethereums 1.800‑Dollar‑Deckel
Simon-Peter Massabni, Leiter Geschäftsentwicklung beim Multi-Asset-Broker XS.com, warnte bereits Anfang des Monats in einem Kommentar, der jüngste Aufschwung von Ether sei eher eine technische Erholung als eine grundlegende Trendwende. Er summierte rund 1,18 Milliarden US‑Dollar an Rückgaben über sieben aufeinanderfolgende Wochen – für ihn ein Signal, dass Großanleger selektiver mit der zweitgrößten Kryptowährung umgehen.
Massabni argumentiert, stabilere Zuflüsse könnten den Kurs in die Zone zwischen 1.700 und 1.800 US‑Dollar tragen – den Bereich, in dem sich Ether derzeit bewegt. Frische Abflüsse dagegen könnten den Preis wieder in Richtung 1.500 Dollar drücken.
Als übergeordneten Belastungsfaktor macht er das Zinsumfeld aus: Kapital meidet tendenziell volatile Anlagen, wenn die Geldpolitik länger straff zu bleiben droht – eine Sichtweise, die weite Teile der Marktstimmung in diesem Jahr geprägt hat. Dieses Umfeld wirkte sich zuletzt etwas freundlicher aus, nachdem Fed‑Chef Kevin Warsh erklärte, die Inflationsrisiken hätten nachgelassen – ein Bild, das ein schwächerer US‑Arbeitsmarktbericht zusätzlich untermauerte.
Kontrakte auf der Prognoseplattform Polymarket bepreisten am 13. Juli eine Berührung der Marke von 1.800 Dollar noch im Juli mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 50 Prozent, während ein Rückfall unter 1.700 Dollar mit etwa 74 Prozent gehandelt wurde. Die Richtung für den Monat bleibt damit offen.
Ethereums Rückzug seit Mitte Mai
Die Zuflusswoche beendete einen Abwärtstrend, der Mitte Mai eingesetzt hatte, als parallel sowohl Bitcoin‑ als auch Ether‑Produkte verstärkt Rückgaben verzeichneten. Die Ether‑ETFs meldeten ihre bislang stärkste Abflusswoche am 26. Juni, als 273,34 Millionen US‑Dollar abzogen, während Bitcoin‑Fonds im gleichen Zeitraum 1,79 Milliarden US‑Dollar verloren.
Der Ether‑Kurs selbst hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 41 Prozent verloren und schwankte dabei zwischen 1.505 und 4.955 US‑Dollar. Im Zuge der nun beendeten Abflusswelle testete der Token das untere Ende dieser Spanne.
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