Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins am Mittwoch zum zweiten Mal in Folge bei 3,5–3,75 % belassen. Zur Begründung verwies sie auf die weiterhin erhöhte Inflation und die geopolitische Unsicherheit durch den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten.
Die Entscheidung fiel mit 11 zu 1 Stimmen, wobei Gouverneur Stephen Miran als Einziger für eine Senkung um 25 Basispunkte stimmte – seine fünfte abweichende Stimme in Folge seit seinem Eintritt in das Direktorium im September 2025.
Die Entscheidung erfolgte nach drei aufeinanderfolgenden Senkungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte im September, Oktober und Dezember 2025.
Die Märkte hatten die Zinspause weitgehend anticipated, wobei Futures maximal eine Zinssenkung im Jahr 2026 einpreisen, voraussichtlich nicht vor Juni.
Was in der Erklärung stand
In der Erklärung des FOMC wurde die Wirtschaft als „in solidem Tempo wachsend“ beschrieben, zugleich aber eingeräumt, dass „die Beschäftigungszuwächse verhalten geblieben sind“ und „die Inflation weiterhin etwas erhöht ist“.
Das Komitee ergänzte explizite Formulierungen zum Krieg: „Die Auswirkungen der Entwicklungen im Nahen Osten auf die US-Wirtschaft sind ungewiss.“
Diese Formulierung spiegelt die Sorge wider, dass steigende Ölpreise infolge des Konflikts die Rückkehr der Inflation zum 2-%-Ziel verzögern könnten.
Die Gegenstimme und ihre Bedeutung
Mirans Wunsch nach einer Zinssenkung zeigt anhaltende interne Differenzen über die Risiken am Arbeitsmarkt.
Gouverneur Christopher Waller, der sich Miran bei der Sitzung im Januar noch in der Gegenstimme angeschlossen hatte, kehrte dieses Mal zur Mehrheit zurück.
Der aktualisierte Dot Plot zeigte, dass nun sieben von 19 FOMC-Mitgliedern für 2026 keine Zinssenkungen mehr erwarten, eines mehr als im Dezember. Das spiegelt die durch höhere Energiepreise entstandene Inflationsunsicherheit wider.
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Krypto und Zinsumfeld
Die Zinsentscheidungen der Fed haben direkte Auswirkungen auf die Märkte für digitale Vermögenswerte.
Bitcoin (BTC) hat seit Beginn des Iran-Konflikts am 28. Februar gained rund 15 % zugelegt – auch aufgrund der These, dass länger hoch bleibende Zinsen die Attraktivität traditioneller Risikoanlagen verringern und die Nachfrage nach nichtstaatlichen Wertspeichern erhöhen.
Dasselbe Zinsumfeld erhöht jedoch auch die Opportunitätskosten des Haltens nicht verzinster Anlagen wie Bitcoin – eine Spannung, auf die Analysten während des gesamten aktuellen Makrozyklus hingewiesen haben.
Die Amtszeit von Notenbankchef Jerome Powell endet am 15. Mai. Präsident Trump hat Kevin Warsh als seinen Nachfolger nominiert; die Zustimmung des Senats steht noch aus.
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