Während Privatanleger ihre Risiken während des jüngsten Rückgangs von Bitcoin (BTC) reduzierten, deutete das Verhalten institutioneller Akteure laut Binance-Gründer Changpeng Zhao auf eine wesentlich ruhigere Reaktion unter der Oberfläche hin.
„Während ihr in Panik verkauft habt, haben US-Banken Bitcoin aufgeladen“, schrieb CZ in einem Beitrag auf X (wrote) und argumentierte, dass der Ausverkauf eine stille Akkumulationsphase durch große Finanzakteure verschleiert habe – statt eines breiten Rückzugs aus Risiko.
Obwohl CZ keine konkreten Transaktionsdaten nannte, stehen seine Aussagen im Einklang mit Signalen aus den traditionellen Märkten, die darauf hindeuten, dass institutionelle Investoren weiterhin bereit sind, Risiko zu tragen, selbst während sich die Stimmung im Kryptobereich eingetrübt hat.
Zusammenbruch der Volatilität signalisiert institutionelles Vertrauen
Diese Divergenz wird durch Michael Schumacher von Wells Fargo untermauert, der in einem Interview (highlighted) auf einen deutlichen Rückgang der Volatilität über verschiedene Anlageklassen hinweg hinwies.
Schumacher stellte fest, dass die implizite Volatilität, oftmals als Kosten einer Absicherung beschrieben, auf historisch niedrige Niveaus gefallen ist.
Die Aktienvolatilität, gemessen am VIX, bleibt gedämpft, während die Devisenvolatilität in das niedrigste Dezil der historischen Werte über die meisten großen Währungen gefallen ist.
Auch die Zinsvolatilität, die im frühen Stadium des Zyklus hinterherhinkte, hat sich in den vergangenen Monaten deutlich zusammengezogen.
Zusammengenommen deuten diese Bedingungen laut Schumacher darauf hin, dass Anleger im Großen und Ganzen bereit sind, Risiken einzugehen.
Zwar räumte er ein, dass Selbstzufriedenheit irgendwann problematisch werden könne, doch seiner Ansicht nach spiegeln die Märkte derzeit noch nicht die Art von Stress wider, die typischerweise mit systemischen Risikoereignissen einhergeht.
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Für Kryptomärkte, die zunehmend im Gleichklang mit den makroökonomischen Liquiditätsbedingungen handeln, steht das Ausbleiben von Stress in Aktien-, Zins- und Devisenmärkten im Kontrast zur ausgeprägt defensiven Positionierung vieler privater Bitcoin-Händler.
Wal-Hebelabbau bringt eine weitere Dimension
Zusätzlicher Kontext ergibt sich aus den Derivatemärkten, wo einige Händler auf aggressive Positionsabbauten großer Akteure bei Bitfinex hinweisen.
Krypto-Analyst MartyParty said, dass Bitfinex-Wale Bitcoin-Long-Positionen in beschleunigtem Tempo schließen – eine Entwicklung, die seiner Ansicht nach in der Vergangenheit Phasen erhöhter Volatilität vorausgegangen ist.
Seiner Analyse zufolge kam es zu einem ähnlichen Hebelabbau Anfang 2025, als Bitcoin in der Nähe von 74.000 US-Dollar ins Stocken geriet, bevor es zu einem scharfen, liquidationsgetriebenen Reset kam.
Diese frühere Episode räumte überschüssigen Hebel aus dem Markt und wurde in den darauffolgenden Wochen von einer raschen Rallye gefolgt – eine Abfolge, die Händler oft mit Wyckoff-ähnlichen „Spring“-Mustern in Verbindung bringen.
MartyParty betonte, dass ein solches Verhalten keine garantierten Kursrichtungen vorgibt, sondern widerspiegelt, wie große Marktteilnehmer gelegentlich Hebelexposure abbauen, bevor sich die Volatilität ausweitet.
Marktbeobachter merken an, dass das Schließen gut sichtbarer Long-Positionen den Anreiz für erzwungene Liquidationen und kurzfristiges „Targeting“ durch andere Händler verringern kann und damit den mechanischen Verkaufsdruck effektiv reduziert.
Akkumulation versus Kapitulation
Die Kombination aus niedriger, über Anlageklassen hinweg gedämpfter Volatilität, institutioneller Risikobereitschaft und Hebelreduzierung hat eine Debatte darüber entfacht, ob die jüngste Schwäche von Bitcoin eher Kapitulation oder Konsolidierung darstellt.
Historisch haben Phasen, in denen die Stimmung im Retail-Segment stark ins Negative kippt, während die makroökonomische Volatilität unterdrückt bleibt, häufig mit Akkumulation durch große Akteure zusammengefallen – und nicht mit dem Beginn längerer Abwärtstrends.
In solchen Phasen spiegelt die Kursentwicklung oftmals Positionsstress und Hebelanpassungen wider, anstatt eine fundamentale Neubewertung von Risiken.
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