Ein spekulatives makroökonomisches Forschungspapier, veröffentlicht am 22. Februar von Citrini Research und Alap Shah von LOTUS, modelliert ein Szenario, in dem ungebremste, durch KI getriebene Arbeitsverdrängung bis 2028 eine kaskadierende Wirtschaftskrise auslöst – wobei Stablecoins auf Solana (SOL) und Ethereum (ETH) L2s Kartenzahlungen ersetzen, da AI agents Interchange-Gebühren umgehen, und der S&P 500 um 38 % von seinen Höchstständen abstürzt.
Was passiert ist: AI-Krisenszenario
Das Papier, gerahmt als fiktives „Makro-Memo“ aus dem Juni 2028, zeichnet nach, wie KI‑getriebene Entlassungen im White-Collar-Bereich in einen vollständigen wirtschaftlichen Zusammenbruch münden könnten. Das Szenario beginnt damit, dass agentische Coding-Tools Ende 2025 einen Fähigkeitsschwellenwert erreichen, der es Entwicklern ermöglicht, Mid-Market-SaaS-Produkte in wenigen Wochen zu replizieren.
Im Modell der Autoren erreicht der S&P 500 die Marke von 8.000 Punkten und der Nasdaq durchbricht 30.000 Punkte bis Oktober 2026, bevor sich die Lage zu entwirren beginnt. Unternehmensentlassungen steigern zunächst Margen und Gewinne, doch verdrängte Angestellte in Bürojobs – die laut Papier rund 75 % der diskretionären Konsumausgaben treiben – stellen ihre Ausgaben ein und lösen damit aus, was die Autoren die „Spirale der Verdrängung menschlicher Intelligenz“ nennen.
Das Szenario beschreibt, wie AI-Agents bis Anfang 2027 die Verbraucherausgaben übernehmen und Geschäftsmodelle zerschlagen, die auf menschlicher Reibung beruhen.
Reiseplattformen, Versicherungsverlängerungen und Immobilienprovisionen werden allesamt komprimiert, während AI-Agents auf den besten Preis optimieren. Das Papier entwirft ein Bild, in dem Agents Transaktionen über Stablecoins auf Solana- und Ethereum-L2s abwickeln, um die 2–3 % Karteninterchange-Gebühr zu vermeiden – mit Auswirkungen auf Mastercard, Visa und kartenfokussierte Banken. In dem Szenario wird American Express am stärksten getroffen – durch eine Kombination aus Verlust von Kunden im White-Collar-Segment und Erosion der Interchange-Erlöse.
Als Nächstes brechen die privaten Kreditmärkte. Die fiktive Zeitleiste stellt Zendesk ins Zentrum: Seine direkte Kreditfazilität über 5 Milliarden Dollar, angeführt von Blackstone mit Apollo, Blue Owl und HPS, fällt aus, nachdem AI-Agents die von Zendesk definierte Kundenservice-Kategorie ersetzt haben. Das Papier beschreibt, wie sich Verluste auf Versicherer übertragen, die von alternativen Asset-Managern als Finanzierungsvehikel übernommen wurden, wodurch die als Renten (Annuities) strukturierten Ersparnisse der Haushalte bedroht werden.
Das Szenario gipfelt in einem unter Druck stehenden US-Hypothekenmarkt.
Die Autoren modellieren einen Rückgang der Hauspreise in San Francisco um 11 % im Jahresvergleich sowie steigende Ausfallraten bei Prime-Kreditnehmern mit Credit Scores über 780. Sollten sich diese Befürchtungen bewahrheiten, könnten Aktien laut Papier auf S&P‑500‑Niveaus von rund 3.500 Punkten fallen – vergleichbar mit dem Monat vor dem Start von ChatGPT im November 2022.
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Warum das wichtig ist: Strukturelles Wirtschaftsrisiko
Das zentrale Argument des Papiers lautet, dass sich die KI-Disruption grundlegend von früheren Technologieschüben unterscheidet. Die Autoren schreiben, dass jede frühere Technologiewelle neue Jobs geschaffen habe, die menschliche Arbeit erfordern, aber „AI ist jetzt eine allgemeine Intelligenz, die sich genau bei den Aufgaben verbessert, auf die Menschen sonst umgelenkt würden.“
Das Szenario prognostiziert, dass der Anteil der Arbeit am BIP von 56 % im Jahr 2024 auf 46 % im Jahr 2028 fällt – „der stärkste Rückgang in der Geschichte“, wie die Autoren schreiben.
In dem Modell liegen die Bundeseinnahmen 12 % unter den Prognosen, da das Einkommen, das durch die Haushalte – und damit das IRS – fließt, versiegt. Das Papier beschreibt die zentrale Spannung: „Die Regierung muss den Haushalten mehr Geld transferieren, genau in dem Moment, in dem sie weniger Steuern von ihnen einnimmt.“
Die Autoren betonen, dass es sich nicht um eine Vorhersage handelt.
„Das ist kein Bären-Porno oder AI-Doomer-Fan-Fiction“, schreiben sie. „Der einzige Zweck dieses Beitrags ist es, ein Szenario zu modellieren, das bislang relativ wenig untersucht wurde.“
Sie schließen mit einem direkten Appell an Leser im Februar 2026 und verweisen darauf, dass „der S&P nahe Allzeithochs steht“ und „die negativen Rückkopplungsschleifen noch nicht begonnen haben“, und fordern Investoren und politische Entscheidungsträger auf zu prüfen, ob ihre Annahmen das Jahrzehnt überstehen können.
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