Weißes Haus lenkt 5 Milliarden Dollar in KI – historischer Umbau der US-Forschungslandschaft

Weißes Haus lenkt 5 Milliarden Dollar in KI – historischer Umbau der US-Forschungslandschaft

Das Weiße Haus lenkt mehr als 5 Milliarden US‑Dollar in KI‑gestützte Forschungsprojekte und koppelt 278 neue Vorhaben mit einem umfassenden Plan, die staatliche Wissenschaftsförderung grundlegend neu auszurichten.

Zentrale Punkte:

  • Mehr als 15 Bundesbehörden stellen Mittel, Datensätze und Infrastruktur für 278 „Genesis Mission“-Projekte bereit, ausgewählt aus über 5.000 Anträgen.
  • Ein separater Bericht des Weißen Hauses empfiehlt, die Förderung stärker auf einzelne Forschende, KI‑Infrastruktur und missionsorientierte Forschung auszurichten.

Finanzierung der Genesis Mission

Bundesbehörden haben im Rahmen der Genesis Mission, einem vom Energieministerium geführten Programm, die Mittel zugesagt. Die Initiative geht auf eine Executive Order vom November 2025 zurück und soll Künstliche Intelligenz in zentralen Forschungsfeldern verankern.

Aus mehr als 5.000 Bewerbungen wurden 278 Projekte ausgewählt. Über 15 Behörden beteiligen sich mit Finanzmitteln, Datensätzen, Laboren und Forschungsstipendien. Laut Darío Gil, Unterstaatssekretär für Wissenschaft, verzeichnete kein Programm des Energieministeriums je eine höhere Resonanz.

Die größte Einzelzuwendung beläuft sich auf 60 Millionen US‑Dollar für „Prometheus“, ein dreijähriges Nuklearenergieprojekt. Ziel ist es, KI in Reaktordesign, Zulassung, Fertigung und Betrieb zu integrieren.

Das Projektteam sicherte sich zusätzlich über 200 Millionen US‑Dollar an industrieller Kofinanzierung sowie 30 Millionen US‑Dollar an privatem Risikokapital. Weitere Förderzusagen betreffen biomedizinische Forschung, Netzstabilität, nationale Sicherheit, Quantencomputing und die Produktion von Mikroelektronik.

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Der Plan von Michael Kratsios

Parallel dazu veröffentlichte der Wissenschaftsberater des Weißen Hauses, Michael Kratsios, einen Bericht, der eine Neuausrichtung der Bundesforschungspolitik fordert: Im Fokus stehen einzelne Spitzenforscherinnen und -forscher sowie KI‑fähige Infrastrukturen.

Behörden, die zusammen mindestens 3 Milliarden US‑Dollar an Forschungsgeldern verwalten, müssen innerhalb von 90 Tagen Umsetzungspläne vorlegen. Die Regierung zielt darauf ab, rund 200 Milliarden US‑Dollar an jährlichen Bundesmitteln für Forschung strategisch zu beeinflussen.

Kratsios verweist auf den „Pioneer Award“ der NIH-Direktion als Vorbild: Ausgewählte Forschende erhalten bis zu 700.000 US‑Dollar pro Jahr über fünf Jahre – ohne detaillierten, vorab festgelegten Versuchsplan.

Der Bericht definiert zudem die kommerzielle Fusionsenergie und eine Rückkehr zur Mondoberfläche bis 2028 als nationale Missionen. Gleichzeitig fordert er verstärkte Investitionen in autonome Laboratorien, Forschungsdatensätze und Systeme zur wissenschaftlichen Validierung.

Die neue Linie kommt vor dem Hintergrund verschärfter Konkurrenz mit China, die den Druck auf die Forschungsproduktivität der USA erhöht.

Der „AI Index 2026“ der Stanford University zeigt, dass der Leistungsabstand zwischen führenden US‑ und chinesischen KI‑Modellen auf 2,7 % geschrumpft ist – obwohl die privaten KI‑Investitionen in den USA 2025 bei 285,9 Milliarden US‑Dollar lagen und damit mehr als das 23‑Fache des chinesischen Volumens betrugen.

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