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Wird der Supreme Court Bitcoins Ausbruch auslösen? 150-Milliarden-Dollar-Zollfall versetzt Trader in Alarmbereitschaft

Wird der Supreme Court Bitcoins Ausbruch auslösen? 150-Milliarden-Dollar-Zollfall versetzt Trader in Alarmbereitschaft

Trader an Prognosemärkten preisen eine hohe Wahrscheinlichkeit ein, dass der Oberste Gerichtshof der USA gegen die Notstandszölle von Präsident Donald Trump entscheidet – ein möglicher juristischer Wendepunkt, der laut Makro-Investoren auf Inflationserwartungen, Zinsen und Risikoappetit ausstrahlen könnte, die Schlüsselfaktoren für Bitcoin sind (BTC).

Auf Polymarket wurde der Kontrakt „Supreme Court rules in favor of Trump’s tariffs?“ am Dienstag bei rund 27 % gehandelt, was einer vom Markt implizierten Wahrscheinlichkeit von 73 % entspricht, dass das Gericht gegen Trump entscheidet.

Im Kern geht es in dem Fall darum, ob Trump seine Befugnisse überschritten hat, als er Zölle auf Grundlage des International Emergency Economic Powers Act verhängte. Ein Urteil gegen die Zölle könnte einen komplizierten Rückabwicklungsprozess über mehrere Sektoren hinweg auslösen.

Was ein Urteil gegen die Zölle für die Märkte bedeuten könnte

Ein zentraler Grund für die Bedeutung des Ergebnisses ist der Umfang der betroffenen Geldsumme.

Sollte der Supreme Court die Zölle für unrechtmäßig erklären, könnte die US-Regierung laut Schätzungen zum Zollregime mit Rückerstattungen an Importeure in Höhe von rund 150 Milliarden US-Dollar konfrontiert sein.

Zudem setzen Anleger und Prognosemärkte zunehmend auf ein Urteil gegen die Zölle, wobei Konsum- und Einzelhandelsaktien bereits auf die Aussicht sinkenden Zolldrucks reagieren.

Für die Makromärkte verläuft der unmittelbare Übertragungskanal über Inflation und Zinsen. Zölle erhöhen in der Regel die Importkosten und können sich in Produzenten- und Verbraucherpreisen niederschlagen.

Forschungen der Boston Fed schätzen, dass die Zölle von 2018 im Umfang von Zehntel-Prozentpunkten zu Kern-PCE-Inflation beigetragen haben.

Ein Memo von Mitarbeitern der schwedischen Zentralbank (Riksbank) untersucht frühere Zollphasen und kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass höhere Importzölle die Preise steigen lassen; es verweist auf Schätzungen, wonach die Inflation während der Zollerhöhungen 2018 um etwa 0,1 Prozentpunkte höher lag.

Werden die Zölle aufgehoben, sehen Strategen die kurzfristige makroökonomische Wirkung typischerweise darin, einen inflationären Impuls zu reduzieren – etwas, das an der Margin für Zinserwartungen relevant sein kann.

Gleichzeitig könnten die juristischen und fiskalischen Mechanismen selbst zu einem Marktparameter werden – etwa die Breite der betroffenen Länder und Branchen sowie die operative Komplexität bei der Rückabwicklung oder Erstattung der Zölle.

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Wo Bitcoin ins Bild passt

Bitcoin reagiert in der Regel weniger direkt auf Handelspolitik, sondern stärker darauf, wie sich Handelspolitik auf Liquidität, den Dollar und Realzinsen auswirkt.

In Phasen, in denen eine Eskalation von Zöllen die Märkte in einen Risk-off-Modus drängt, haben Analysten Spillover-Effekte auf Krypto parallel zu Aktien beobachtet.

Binance Research hat beispielsweise beschrieben, wie eine Zuspitzung beim Zollstreit 2025 mit einer breiten Risk-off-Bewegung an den Märkten zusammenfiel, einschließlich eines starken Rückgangs der gesamten Krypto-Marktkapitalisierung.

Auch Morningstar hat darauf hingewiesen, dass Risk-off-Phasen während der Handelskriegsjahre mit starken Bewegungen bei Bitcoin zusammenfielen.

Vor diesem Hintergrund beobachten Trader das Signal des Supreme Court als potenziellen Makro-Katalysator: Ein Urteil, das Zölle aufhebt oder einschränkt, könnte das Inflations- und Zinsumfeld verändern, das in jüngerer Zeit zunehmend die Risikoallokation über Anlageklassen hinweg bestimmt hat.

Worauf als Nächstes zu achten ist

Über das Urteil selbst hinaus dürften sich die Märkte auf die von der Mainstream-Berichterstattung hervorgehobenen Zweitrundeneffekte konzentrieren – darunter, wie schnell ein Urteil wirksam würde, wie ein möglicher Erstattungsprozess aussehen könnte und ob sich die Handelspolitik auf andere rechtliche Instrumente verlagert, selbst wenn der IEEPA-Ansatz verworfen wird.

Für Bitcoin stellt sich praktisch die Frage, ob die Entscheidung die Finanzierungsbedingungen letztlich lockert oder strafft und ob sie die Richtung von Dollarstärke und Renditen verändert – Faktoren, die in den vergangenen Zyklen zentrale Treiber der makroempfindlichen Bewegungen am Kryptomarkt waren.

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