XRP (XRP) ist nach einer 635-tägigen Phase über der Marke von 1 US‑Dollar darunter gefallen – ausgerechnet in einer Phase, in der die Nutzung des XRP Ledgers Rekordstände verzeichnet und dort inzwischen reale Vermögenswerte im Volumen von 4,06 Milliarden US‑Dollar liegen.
Wichtigste Punkte:
- XRP ist am 11. August erstmals unter 1 US‑Dollar gefallen und hat damit eine 635-tägige Serie oberhalb dieser Marke beendet.
- Auf dem XRP Ledger tokenisierte Real-World-Assets (RWA) summieren sich nach einem Zuwachs von rund 2,5 Milliarden US‑Dollar in sechs Monaten auf etwa 4,06 Milliarden US‑Dollar.
- Institutionelle Abwicklungen können XRP umgehen – das schwächt das Argument, dass Ledger-Nutzung automatisch Nachfrage nach dem Token erzeugt.
Bruch der XRP-Kursmarke
Laut Berichten ist XRP am 11. August erstmals unter 1 US‑Dollar gerutscht und notierte bei 0,9915 US‑Dollar. Damit endete eine 635-tägige Phase oberhalb der psychologisch wichtigen Schwelle – der erste Bruch seit November 2024. Die Zone steht weiter unter Druck.
Aus charttechnischer Sicht müssten Käufer die Marke von 1,03 US‑Dollar zurückerobern, um die kurzfristige Struktur wieder zu stabilisieren. Analysten sehen im Bereich von 0,70 bis 0,90 US‑Dollar die nächste tragfähige Unterstützung, nachdem XRP kurzzeitig sogar unter den Ripple‑Stablecoin RLUSD (RLUSD) gefallen war.
Daten von SoSoValue zeigen zudem eine deutliche Abkühlung auf dem US‑Markt: Spot‑XRP-Produkte verzeichneten im August Zuflüsse von lediglich 3,27 Millionen US‑Dollar – rund 88 % weniger als die 27,29 Millionen US‑Dollar im Juli. Die Kursstützung bleibt damit klar hinter der On‑Chain‑Adoption zurück.
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Die Lücke zwischen Nutzung und Kurs
Das bullische Narrativ stützt sich auf die Netzwerkaktivität: Aviva Investors, ein Vermögensverwalter mit einem Anlagevolumen von 351 Milliarden US‑Dollar, hat einen tokenisierten Fonds auf dem XRP Ledger aufgelegt. Insgesamt beläuft sich das Volumen realer, auf dem Ledger abgebildeter Vermögenswerte inzwischen auf rund 4,06 Milliarden US‑Dollar – nach einem Zuwachs von etwa 2,5 Milliarden US‑Dollar innerhalb von sechs Monaten.
Krypto-Analyst Lark Davis betont, die „Beziehung zwischen Token und Netzwerk sei tatsächlich ungelöst“. Der Konflikt verschärft sich durch einen monatlichen RSI-Wert, der den extremsten Stand der vergangenen zwölf Jahre erreicht hat. Der On‑Chain‑Datendienst Santiment meldete zudem 32 neue Wallets, die jeweils mindestens 1 Million XRP halten – ein Zuwachs innerhalb von drei Monaten.
Gleichzeitig hat Ripple im Jahr 2026 zehn große institutionelle Deals abgewickelt – jedoch über RLUSD statt über XRP. Das nährt Zweifel, ob aus der wachsenden Nutzung des XRP Ledgers automatisch eine strukturelle Nachfrage nach dem nativen Token entsteht. Standard Chartered hält dennoch an einem Kursziel von 2,80 US‑Dollar fest, während Analyst Ali Martinez weiteres Abwärtspotenzial bis in den Bereich von 0,62 US‑Dollar sieht.
Rückblickend verlor XRP nach dem Hoch von 2018 in den folgenden zwei Jahren rund 95 % an Wert. Aktuell notiert der Token etwa 72,5 % unter seinem Rekordstand vom Juli 2025. Diese Historie markanter Ausschläge bildet den Hintergrund für den aktuellen Test der 1‑Dollar‑Zone.
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