21Shares sieht bei XRP (XRP) inzwischen deutlich solidere rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen. Gleichzeitig warnt der Emittent, dass die zunehmende Aktivität auf der XRP Ledger zwar die Infrastruktur stärkt, aber nicht zwangsläufig in eine entsprechend höhere Token-Nachfrage mündet.
Zentrale Punkte:
- US-Spot-XRP-ETFs verzeichnen seit ihrem Start Ende 2025 kumulierte Nettomittelzuflüsse von über 1,7 Milliarden US-Dollar.
- 21Shares stützt seine XRP-These auf regulatorische Klarheit, institutionellen Marktzugang, messbare Nutzung sowie ein festes Tokenangebot.
- Das Haus warnt, dass Institute die XRP Ledger nutzen können, während sie XRP nur sehr kurz halten – wodurch ein Teil des Netzwerkwachstums kaum bei langfristigen Tokenhalter:innen ankommt.
Nachfrage nach XRP-ETFs
21Shares hat eine neue Investmentanalyse veröffentlicht, die XRP weniger als klassisches Kursinvestment, sondern eher als Wette auf blockchainbasierte Abwicklungsinfrastruktur einordnet. Der Bericht folgt auf den Start von sieben US-Spot-XRP-ETFs im November 2025, die in ihrem ersten Monat rund 1,3 Milliarden US-Dollar einsammelten.
Seither sind die kumulierten Nettomittelzuflüsse auf über 1,7 Milliarden US-Dollar gestiegen – obwohl der XRP-Kurs weiterhin deutlich unter seinem Hoch aus dem Jahr 2025 notiert.
Der langjährige Rechtsstreit von Ripple mit der SEC endete im August 2025 und beseitigte damit ein zentrales juristisches Risiko, das den Zugang für regulierte Fonds, Banken und andere Institute erschwert hatte. Die XRP Ledger wickelte im vergangenen Jahr nahezu 500 Milliarden US-Dollar an On-Chain-Volumen ab, während Ripple USD (RLUSD) von 72 Millionen auf rund 1,6 Milliarden US-Dollar anwuchs und das Volumen tokenisierter Realwerte sich der Marke von 4 Milliarden US-Dollar näherte.
21Shares verweist zudem auf das feste Gesamtangebot von 100 Milliarden XRP, die vollständig bei Start erzeugt wurden. Über 14 Millionen XRP wurden bislang durch Transaktionsgebühren verbrannt, während planmäßige Freigaben aus Escrow-Wallets das zirkulierende Angebot schrittweise erhöhen.
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21Shares’ Werttest für XRP
Nach Einschätzung von 21Shares liegt das zentrale Risiko darin, dass ein steigender Nutzungsgrad der XRP Ledger keine Garantie für eine nachhaltig höhere Nachfrage nach XRP selbst ist. Institutionelle Akteure können Werte über das Netzwerk transferieren und den Token nur für sehr kurze Zeit halten. Damit kann das Abwicklungsvolumen wachsen, ohne dass in gleichem Maße Mehrwert bei langfristigen Investor:innen ankommt.
Diese Lücke prägt bereits die aktuelle Marktdiskussion.
XRP notierte Mitte September bei rund 1,35 bis 1,45 US-Dollar – trotz wachsender ETF-Zugänge, des deutlichen Wachstums von Stablecoins und einer breiteren Nutzung der Ledger für tokenisierte Vermögenswerte. Die Investmentthese hängt daher weniger am reinen Transaktionsvolumen, sondern an der Frage, ob XRP mit zunehmender institutioneller Abwicklung zu einem wirtschaftlich unverzichtbaren Bestandteil dieser Infrastruktur wird.
Die robuste ETF-Nachfrage eröffnet eine zusätzliche Kaufquelle, löst aber das Grundproblem nicht: Wie viel des Netzwerk- und Abwicklungswachstums schlägt sich letztlich im Wert des Tokens nieder?
XRP hat bereits gezeigt, wie stark sich institutionelle Nachfrage und Kursentwicklung entkoppeln können. Der Token legte im August zeitweise fast 30 % zu, von rund 1,06 auf 1,50 US-Dollar, bevor er sich nahe 1,35 US-Dollar einpendelte – während das Handelsvolumen in den Futures auf den höchsten Stand seit sechs Monaten kletterte.
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