In der Community des XRP Ledger ist ein Streit darüber entbrannt, ob eine weitere Senkung der Reserven den Einstieg vereinfachen oder den Schutz vor Spam und Missbrauch von Netzwerkressourcen untergraben würde.
Zentrale Punkte:
- Validator Hussein Zangana, in der Community als Vet bekannt, lehnt eine weitere Reduzierung der Reserve ohne gleichwertige Sicherheitsmechanismen im Netzwerk ab.
- Befürworter argumentieren, günstigere Kontoaktivierungen könnten den Einstieg für Menschen ohne Krypto-Erfahrung erleichtern.
- Kritiker warnen, niedrigere Reserven könnten Spam, Wegwerf-Wallets und Angriffe auf Netzwerkressourcen begünstigen.
XRPL-Reserven und ihre Kosten
Zangana, Community Director der XRP Ledger Foundation und dUNL-Validator, erklärte in einem X-Post vom 20. Juli, dass die Reserven seit dem Start des XRPL deutlich gesunken sind. Seine Kommentare wurden unter anderem von cryptopotato.com aufgegriffen.
Beim Start des Netzwerks im Jahr 2012 waren 1.000 XRP (XRP) nötig, um ein Konto zu aktivieren, bevor Jed McCaleb die Basisreserve auf 200 XRP senkte.
Spätere Abstimmungen der Validatoren reduzierten die Basisreserve auf 1 XRP, zuzüglich einer sogenannten Owner Reserve von 0,2 XRP für jedes gehaltene Token oder sonstige Ledger-Objekte.
Diese Owner Reserve fällt etwa für Vermögenswerte wie Ripple USD (RLUSD) und USD Coin (USDC) an, ebenso für jedes der bis zu 32 möglichen Non-Fungible Tokens je Konto.
Zangana betonte, die bisherigen Senkungen seien vertretbar gewesen, da der XRP-Preis gestiegen und die Serverkapazitäten gewachsen seien. Künftige Reduktionen müssten jedoch mit deutlich mehr Vorsicht erfolgen.
„Wir müssen sehr vorsichtig sein, Reserven willkürlich zu senken“, schrieb er. „Es gibt einen klaren Grund für ihre Existenz, und Sicherheit steht an erster Stelle. Die Debatte muss dort beginnen.“ Reserven verteuerten die massenhafte Kontoerstellung, die Speicher und Arbeitsspeicher binden oder als Basis für Spam und Distributed-Denial-of-Service-Angriffe dienen könne.
Zangana würde geringere Anforderungen nur in Betracht ziehen, wenn das aktuelle Schutzniveau erhalten bleibt. Einen Ausgleich über höhere Transaktionsgebühren lehnte er ausdrücklich ab.
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Risiken für die XRP-Adoption
Community-Mitglied Daniel Keller argumentierte, niedrigere Reserven könnten die Einstiegskosten senken, wenn Sponsoren Konten für Nutzer mit wenig oder keiner Krypto-Erfahrung aktivieren.
Keller stellte zudem infrage, ob das Spam-Risiko nicht übertrieben dargestellt werde. Das XRPL habe bereits hohe Lasten verarbeitet, ohne dass frühere Reserve-Senkungen zu gravierenden Problemen geführt hätten.
Chris Thompson äußerte dagegen die Sorge, dass billigere Kontoeröffnungen Wegwerf-Wallets fördern und die potenzielle Angriffsfläche des Netzwerks vergrößern könnten.
Die Auseinandersetzung fällt in eine Phase, in der erst 43 % der XRPL-Knoten auf Version 3.2.0 umgestellt haben – trotz um 30 bis 40 % reduzierter Speicherauslastung und weiterer betrieblicher Verbesserungen.
Das Reservemodell des XRPL ist seit 2012 mehrfach angepasst worden – im Gleichschritt mit der XRP-Preisentwicklung, der verfügbaren Hardwareleistung und der Nutzung des Netzwerks. Jede Kürzung zwang die Validatoren jedoch zu einem Balanceakt zwischen niedrigeren Zugangshürden und den Kosten gemeinsamer Ledger-Ressourcen.
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