Zcash visiert Quantum-Upgrade für 70 % der ZEC im Januar an – nur der Termin fehlt

A January target would bring quantum-resistant signatures to the Zcash transparent pool, which holds about 70% of ZEC (Image: Shutterstock)
A January target would bring quantum-resistant signatures to the Zcash transparent pool, which holds about 70% of ZEC (Image: Shutterstock)

Zcash (ZEC) soll Anfang kommenden Jahres ein wichtiges Sicherheitsupdate erhalten: Die Entwickler wollen im Januar quantenresistente Signaturen einführen – zunächst für den transparenten Pool, in dem rund 70 % aller bisher ausgegebenen ZEC liegen. Ein konkretes Aktivierungsdatum im Hauptnetz gibt es allerdings noch nicht.

Wichtigste Punkte:

  • Ingenieure von Zakura peilen den Januar für die Implementierung hashbasierter Signaturen bei Zcash an, ein Termin für die Netzwerkaktivierung ist aber noch offen.
  • Die erste Phase umfasst transparente Zahlungen – einen Pool mit rund 11,96 Millionen der insgesamt 16,98 Millionen ausgegebenen ZEC.
  • Für abgeschirmte Zahlungen sind separate Arbeiten nötig; ein umfassender Post-Quantum-Ansatz ist bis Ende 2027 geplant.

Zcash-Upgrade für das Quantenzeitalter

„Unser Team plant, Post-Quantum-Signaturopcodes im Januar in Zcash zu bringen“, schrieb Roman Akhtariev, Entwickler beim Zakura-Client, in einem technischen Beitrag.

Diese Opcodes – also neue Anweisungen für das Protokoll – sollen es dem Netzwerk ermöglichen, hashbasierte Signaturen zu prüfen, eine Signaturmethode, die gezielt gegen Angriffe mit Quantencomputern ausgelegt ist. Als ein Kandidat werden Winternitz-Einmalsignaturen genannt.

Die neuen Signaturen basieren auf anderer Mathematik als die elliptischen Kurven, auf denen heutige Wallet-Schlüssel beruhen. Ein möglicher Durchbruch gegen die derzeit gebräuchlichen Schlüssel würde sie daher nicht automatisch kompromittieren.

Zakura ist einer der Software-Clients, über die das Zcash-Netzwerk betrieben wird. Der Januar ist ein Entwicklungsmeilenstein – ein Termin für die Freischaltung im Mainnet wurde bislang nicht bekanntgegeben.

Der Plan bezieht sich zunächst auf transparente Zahlungen, also den öffentlichen Teil des Netzwerks, der ähnlich wie Bitcoin (BTC) funktioniert: Adressen und Beträge sind auf der Blockchain einsehbar. In diesem Pool liegen laut ZecStats derzeit rund 11,96 Millionen der 16,98 Millionen ausgegebenen ZEC – etwa sieben von zehn Coins. Zakura hat zudem ein auf „Private Information Retrieval“ basierendes Lookup-Tool entwickelt, das experimentell in der Vizor-Wallet verfügbar ist. Damit können Nutzer ihre Guthaben prüfen, ohne einem Server offenzulegen, welche Adressen zusammengehören.

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Warnung von Justin Drake

Der Beitrag folgte auf eine Warnung vom Donnerstag durch den Ethereum (ETH)-Forscher Justin Drake, der Anleger zu einem möglichen „Bunker-Modus“ aufrief. Drake skizzierte ein Extremszenario, in dem Künstliche Intelligenz innerhalb von „Monaten, nicht Jahren“ eine Abkürzung durch die Mathematik findet, die Bitcoin- und Ether-Wallets heute schützt.

Noch gibt es keinen praktischen Angriff auf diese Schlüssel. Die Märkte reagierten dennoch. ZEC schloss den Donnerstag bei rund 1.185 US-Dollar, ein Minus von etwa 11 % auf Wochensicht, bevor der Kurs laut CoinGecko-Daten am Freitag wieder in Richtung 1.240 US-Dollar drehte.

Roadmap für abgeschirmte Zcash-Zahlungen

Für abgeschirmte Zahlungen, bei denen Absender, Empfänger und Betrag verborgen bleiben, ist zusätzliche Entwicklungsarbeit erforderlich. In Zcashs eigener Post-Quantum-Roadmap wird darauf hingewiesen, dass ein Angreifer, der die Adresse eines Empfängers kennt, schon heute verschlüsselte Zahlungsdaten speichern und versuchen könnte, sie nach einem künftigen mathematischen Durchbruch zu entschlüsseln.

Das Januar-Ziel ist der vorläufige Höhepunkt mehrmonatiger Quantum-Planungen im Zcash-Ökosystem. Josh Swihart, CEO des Zcash Open Development Lab, sagte auf einer Konferenz in Miami im Mai, das Projekt strebe einen vollumfänglich quantensicheren Zustand innerhalb von 12 bis 18 Monaten an. Ein Netzwerkuprade im Juli führte bereits die quantenwiederherstellbaren „Ironwood Notes“ ein, und Shielded Labs startete sein Epoch-Projekt am 1. Oktober mit dem Ziel, bis Ende 2027 produktionsreife Post-Quantum-Kryptografie bereitzustellen.

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