Sui führt Post-Quanten-Signaturen ein und macht das Netzwerk fit für das Quantenzeitalter

Sui macht Konten per NIST-zertifizierter Post-Quanten-Kryptografie quantensicher – mit bestehenden Seed-Phrasen und unveränderten Adressen.
vor 1 Stunde
Sui führt Post-Quanten-Signaturen ein und macht das Netzwerk fit für das Quantenzeitalter

Grand Cayman, Cayman Islands, 6. August 2026, Chainwire

Sui ergänzt sein Protokoll um zwei NIST-zertifizierte Post-Quanten-Signaturen. So können Konten auf quantensichere Schlüssel umstellen, die weiterhin aus der bestehenden Wiederherstellungsphrase der Nutzer abgeleitet werden.

Sui, wo Geld sich so frei bewegen soll wie Nachrichten, hat heute bekanntgegeben, dass das Netzwerk im Zuge seiner Vorbereitung auf die Quantenära zwei Post-Quanten-Signaturschemata einführt.

Die Bedrohungslage durch Quantencomputer stellt sich für Blockchains anders dar als für klassische IT-Systeme. Der Grund: Ein öffentlicher Schlüssel ist on-chain grundsätzlich öffentlich und dauerhaft einsehbar, sobald ein Konto erstmals transagiert. In den meisten traditionellen Systemen muss ein Angreifer zunächst einen Systembruch erzielen, bevor er mit der Schlüsselsuche beginnen kann. On-chain liegt der öffentliche Schlüssel dagegen von Beginn an offen.

Shors Algorithmus bricht die elliptische Kurvenkryptografie, auf der heute der Großteil der On-Chain-Konten basiert – dieselbe Mathematik, die Bankensysteme und große Teile des Internets absichert. Für das „Harvest now, forge later“-Modell, also das heute massenhafte Sammeln öffentlicher Schlüssel mit dem Ziel, Signaturen in einer Quanten-Zukunft zu fälschen, braucht es noch keine Quantenhardware: Sichtbare Schlüssel und Geduld genügen. Die Exposition akkumuliert bereits.

Im März 2026 schätzte Google Quantum AI, dass genau dieser Angriff – die Rekonstruktion eines privaten Schlüssels aus einem exponierten öffentlichen Schlüssel – auf einem fehlertoleranten Quantenrechner mit weniger als einer halben Million physikalischer Qubits in Minuten möglich wäre.

Vor diesem Hintergrund setzt Sui bewusst auf zwei sich ergänzende Signaturschemata mit unterschiedlichem Risikoprofil, anstatt alles auf einen Algorithmus zu konzentrieren.

  • ML-DSA-65 (FIPS 204) für native Konten.
    Für alltägliche Transaktionen wird ML-DSA-65 als natives Protokoll-Signaturschema integriert. Sui setzt dabei auf Sicherheitsstufe 3 statt auf die günstigere Stufe 1 – auch als Reaktion auf einen Vorfall im Juli 2026, bei dem ein KI-Modell die effektive Schlüssellänge des Post-Quanten-Kandidaten HAWK in rund 60 Stunden etwa halbierte, nachdem der Algorithmus zuvor zwei Jahre lang von Experten geprüft und freigegeben worden war. Die restliche Internet-Infrastruktur orientiert sich ebenfalls an dieser Wahl: AWS KMS bietet ML-DSA-Signaturen inzwischen in seinem hardwaregestützten Schlüsseldienst an, und Android 17 Keystore erzeugt quantensichere Signaturen in der Secure-Hardware der Geräte standardmäßig ab ML-DSA-65 und überspringt die Parameterstufe 44 vollständig.

  • SLH-DSA-SHA2-128s (FIPS 205) für Smart-Contract-Tresore.
    Für besonders werthaltige Assets kommen hashbasierte Signaturen zum Einsatz, die innerhalb von Move-Smart-Contracts und nicht im Protokollkern selbst verarbeitet werden. Die Sicherheit hashbasierter Verfahren ist im Vergleich gut verstanden. Durch die Abbildung in Verträgen kann Sui flexibel auf jene Post-Quanten-Standards einschwenken, auf die sich der breitere Markt künftig einigt – ohne ein Protokoll-Upgrade im Kern. Angesichts von Sui-Brücken zu anderen Netzwerken ist diese Anpassungsfähigkeit von zentraler Bedeutung.

Die beiden Verfahren basieren auf grundverschiedener Mathematik. Eine Schwachstelle im einen Algorithmus gefährdet den anderen daher nicht. Beide folgen den von NIST standardisierten Post-Quanten-Algorithmen sowie der gemeinsamen CISA/NSA/NIST-Roadmap zur Quantum Readiness.

Nutzer behalten Seed-Phrase und Adresse

Sui ist von Grund auf für kryptografische Agilität ausgelegt. Neue Signaturschemata lassen sich hinzufügen, ohne die fundamentale Struktur des Netzwerks anzutasten. Genau dieser Entwurf macht den Unterschied zwischen einer geordneten Migration und einem faktischen Neuaufbau – und sorgt dafür, dass es sich hier um ein reguläres Protokoll-Feature-Update handelt, nicht um einen Eingriff in Konsensmechanismus oder bestehenden Zustand.

Die größte Hürde bei jeder kryptografischen Migration ist selten der neue Algorithmus. Das Problem ist, dass das alte Verfahren bereits allgegenwärtig im Einsatz ist.

Auf Sui ist ein ML-DSA-65-Privatschlüssel ein 32-Byte-Seed – exakt jene Schlüssellänge, die Wallets heute speichern. Er wird künftig über einen neuen, standardisierten Ableitungspfad aus derselben Wiederherstellungsphrase generiert. Backup und Wiederherstellung von Wallets funktionieren damit praktisch wie bisher.

Bestehende Konten können migrieren, ohne Gelder zu bewegen. Bereits auf Sui verfügbare Address Aliases erlauben es einem Konto, seinen Autorisierungsschlüssel auf einen Post-Quanten-Schlüssel umzustellen – bei gleichbleibender Adresse und unverändertem Asset-Bestand. Es gibt also keinen Zwangsumzug und keinen kostspieligen Transfer des gesamten Portfolios.

Der ehrliche Preis ist die Größe. Post-Quanten-Signaturen und öffentliche Schlüssel fallen deutlich voluminöser aus als etwa Ed25519-Paare – Transaktionsdaten werden also größer. Dies ist die industrieweite Eintrittskarte für Quantenresistenz. Die Verifikation, der eigentlich kritische Teil, bleibt jedoch unproblematisch: Die Verifizierungskosten von ML-DSA-65 liegen auf Sui in der Nähe von Ed25519, sodass die Netzwerkkosten pro Signatur nicht merklich steigen. Sui’s Limit für Transaktionsgrößen und die Unterstützung für programmierbare Transaktionsblöcke fangen den Rest ab; weitere Optimierungen sind bereits in Arbeit.

Fahrplan für die Post-Quanten-Einführung

Die Kernimplementierung ist abgeschlossen und durchgemessen. Quantensichere Tresore sollen noch in diesem Jahr auf dem Mainnet live gehen. Native ML-DSA-65-Konten sind bis Jahresende auf dem Testnet geplant; nativer Konto-Login auf dem Mainnet ist für das erste Quartal 2027 anvisiert. Unterstützung in Wallets, SDKs und CLI soll parallel ausgerollt werden. Unabhängige Audits laufen bereits, und Zeitpläne bleiben bewusst flexibel, solange diese Prüfungen und das Feedback aus dem Testnet andauern. Der veröffentlichte Fahrplan spiegelt daher die aktuelle Richtung wider, nicht einen vollständig geprüften Endzustand.

Post-Quanten-Konten werden als additive, optionale Funktion eingeführt – über denselben Rollout-Pfad wie zuvor zkLogin und Passkeys. Bestehende Anwendungen müssen heute nichts ändern; der Status quo bleibt unverändert.

Hintergrundinformationen zur Umstellung der einzelnen Sui-Primitiven auf Post-Quanten-Kryptografie finden sich in „Sui im Zeitalter des Quantencomputings absichern“.

Über Sui

Sui, wo Geld sich so frei bewegen soll wie Nachrichten, ist eine Next-Generation-Layer-1-Blockchain, optimiert für skalierbare Finanzanwendungen und globale Zahlungen. Das Projekt wurde vom Kernteam hinter Metas Stablecoin-Initiative gegründet und basiert auf einem objektzentrierten Modell, das Assets, Berechtigungen und Nutzerdaten programmierbar und eindeutig zuordenbar macht. Die Sui-Primitiven bieten Entwicklern sämtliche Bausteine für performante Zahlungs- und Finanzanwendungen – einschließlich sofortiger, agentenbasierter Zahlungen. Weitere Informationen finden Nutzer unter sui.io.

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