Ein Krypto-Analyst argumentierte, dass der jüngste Crash von Bitcoin (BTC) durch Liquidationen am Derivatemarkt und nicht durch Spot-Verkäufe ausgelöst worden sei. Er behauptet, dass das Angebotslimit von 21 Millionen die Preisfindung an den Finanzmärkten nicht mehr begrenze.
Die Analyse kommt, nachdem Bitcoin innerhalb von fünf Tagen von 81.500 $ auf 60.000 $ fiel und dadurch Liquidationen von Positionen im Wert von über 2,6 Mrd. $ auslöste.
CoinGlass-Daten zeigen, dass das Derivatevolumen das Spotvolumen konstant übersteigt, wobei Futures und Perpetual Swaps den Großteil der Bitcoin-Handelsaktivität ausmachen – selbst in Phasen erhöhter Volatilität.
Diese strukturelle Verschiebung bedeutet, dass die kurzfristige Preisrichtung zunehmend von Hebelpositionierung und Liquidationsströmen abhängt und weniger von direkten Coin-Käufen.
Derivatevolumen dominiert
Das Open Interest bei unbefristeten Bitcoin-Futures sank während des jüngsten Ausverkaufs laut Bybit-Analysen von rund 5 Mrd. $ auf 3,6 Mrd. $.
Innerhalb von nur 24 Stunden wurden über 800 Mio. $ an gehebelten Positionen liquidiert, als die Kurse unter 70.000 $ fielen; weitere Wellen trieben die gesamten Liquidationen der Woche auf über 2,6 Mrd. $.
Die Behauptung des Analysten zum Angebotslimit von Bitcoin ist irreführend. Das On-Chain-Limit von 21 Millionen bleibt unverändert. Allerdings können mehrere Derivateprodukte auf denselben zugrunde liegenden Bitcoin referenzieren. Dadurch entsteht, was der Analyst als „synthetische Float-Erweiterung“ bezeichnete: Eine Coin-Einheit kann gleichzeitig ETF-Anteile, Futures-Positionen, Perpetual Swaps, Optionsengagements und Brokerkredite hinterlegen.
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Fragen zur Marktstruktur
CoinGlass berichtete, dass die Derivateaktivität im Jahr 2025 auf „ein Mehrfaches“ des Spotmarktvolumens angewachsen ist und dieses Muster sowohl in Rallye- als auch in Korrekturphasen beibehielt. Dadurch entstehen Bedingungen, unter denen die Preisfindung nicht mehr primär von Spotströmen, sondern von Derivatepositionierung, Funding-Stress und erzwungenem Deleveraging ausgeht.
Diese Verschiebung spiegelt traditionelle Rohstoffe wie Gold und Silber wider, bei denen Derivatemärkte die Preisbildung dominieren, obwohl der physische Basiswert knapp ist.
Ob es sich dabei um eine dauerhafte strukturelle Veränderung oder nur um einen temporären Hebelzyklus handelt, ist unter Marktteilnehmern weiterhin umstritten. Jüngste Liquidationsdaten stützen jedoch die Auffassung, dass die Derivatepositionierung die kurzfristige Volatilität antreibt.
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