Anthropic hat einen 20-jährigen Mietvertrag im Volumen von 9,1 Milliarden US‑Dollar für 191 Megawatt Rechenkapazität auf dem Rockdale-Campus von Riot Platforms in Texas unterzeichnet – und damit die Aktie des Bitcoin‑(BTC)-Miners deutlich beflügelt.
Das Wichtigste in Kürze:
- Riot Platforms hat einen 20-Jahres-Vertrag abgeschlossen, der voraussichtlich rund 9,1 Milliarden Dollar einbringt – mit zwei optionalen Fünfjahres-Verlängerungen, die das Volumen auf bis zu 16,1 Milliarden Dollar erhöhen könnten.
- Die 191 Megawatt in Rockdale werden in zwei Stufen ans Netz gehen: 96 Megawatt im Dezember 2027, der Rest bis Juni 2028.
- Fünf Analysehäuser hoben innerhalb weniger Stunden ihre Kursziele für Riot an; Bernstein verknüpft inzwischen 84 % seiner Bewertung mit KI‑Colocation.
Riot Platforms liefert Anthropic 191 Megawatt Rechenleistung
Riot legte die Vereinbarung am Montag zusammen mit den verspätet vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal offen. In der Meldung vom 10. August wurde der Mieter nur als eines der weltweit führenden „Frontier“-KI‑Labore bezeichnet. Spätere Berichte identifizierten Anthropic als Kunden – unter Berufung auf mit den vertraulichen Gesprächen vertraute Personen.
Der Vertrag läuft bis Juni 2048 und umfasst zwei optionale Verlängerungen um jeweils fünf Jahre. Werden diese gezogen, könnte das Gesamtvolumen auf rund 16,1 Milliarden Dollar steigen. Riot will zunächst 96 Megawatt im Dezember 2027 ans Netz bringen und die übrigen 95 Megawatt bis Juni 2028 liefern. Morgan Stanley finanziert die frühe Projektphase mit einem Zwischenkredit über 573 Millionen Dollar.
Rockdale verfügt damit über 241 Megawatt vertraglich gebundene Kapazität, eingerechnet ein früheres Abkommen mit Advanced Micro Devices, das bei 25 Megawatt startete und inzwischen vollständig bereitgestellt wurde. Vorstandschef Jason Les betonte, die beiden Vereinbarungen summierten sich auf langfristige, vertraglich abgesicherte Umsätze von rund 9,8 Milliarden Dollar – vollständig in einem Zeitraum von nur sechs Monaten eingetütet.
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Bernstein und Citi setzen Riot Platforms neu an
Binnen Stunden hoben fünf Wall-Street-Häuser ihre Kursziele an. H.C. Wainwright erhöhte von 25 auf 40 Dollar, Bernstein von 30 auf 35 Dollar, Citi von 28 auf 32 Dollar, Cantor Fitzgerald von 23 auf 30 Dollar und Piper Sandler von 23 auf 25 Dollar. Mehrere Institute verwiesen zudem auf eine unverbindliche Absichtserklärung, die die vollständige Gigawatt‑Kapazität am Riot‑Standort Corsicana in Texas umfasst, wie berichtet wurde.
Analysten von Bernstein rechnen inzwischen 84 % ihres anvisierten Unternehmenswerts von 14,7 Milliarden Dollar der KI‑Colocation zu – gegenüber nur 11 % für das klassische Bitcoin‑Mining und 5 % für die eigenen Krypto‑Bestände.
Die Experten erwarten Colocation‑Erlöse von knapp 900 Millionen Dollar im Jahr 2030, nach zuvor rund 600 Millionen Dollar in ihrem Modell, und sehen das Kursziel für die Riot‑Aktie auf Sicht von zwölf Monaten bei 35 Dollar.
Die Neubewertung erfolgt trotz schwacher operativer Kennzahlen: Der Quartalsumsatz stieg zwar um 14 % auf 174,2 Millionen Dollar, gleichzeitig rutschte Riot jedoch in einen Nettoverlust von 237,2 Millionen Dollar ab – 0,68 Dollar je verwässerter Aktie.
Das Bitcoin‑Mining steuerte im Quartal 113,7 Millionen Dollar bei, während Rechenzentren 23,2 Millionen Dollar beisteuerten. Die Riot‑Aktie legte vor US‑Handelsbeginn am Dienstag in New York dennoch um mehr als 20 % zu.
Anthropic‑Deals verändern die Ökonomie des Bitcoin‑Minings
Die Vereinbarung setzt ein Muster fort, das Anthropic bereits Anfang des Jahres etabliert hat: Statt Rechenleistung ausschließlich bei Cloud‑Anbietern zu mieten, pachtet das Unternehmen nun direkt Strom- und Infrastrukturkapazitäten von Firmen, die ursprünglich für das Krypto‑Mining aufgebaut wurden. Am 6. Juli hat Anthropic sich in einem weiteren Schritt zu einem 20-jährigen Mietvertrag über 19 Milliarden Dollar mit TeraWulf verpflichtet – für 401 Megawatt an einem ehemaligen Aluminium‑Schmelzwerk in Hawesville, Kentucky, wie gemeldet wurde.
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