Apple verliert Kontrolle über Speicherpreise – Kunden zahlen die Zeche

Apple verliert Kontrolle über Speicherpreise – Kunden zahlen die Zeche

Apple verlangt für das Spitzenmodell des Mac Studio inzwischen 5.299 US‑Dollar – ein Aufschlag von 1.300 Dollar, den der Konzern mit explodierenden Speicherpreisen begründet, getrieben von KI-Rechenzentren, denen Apple preislich kaum noch folgen kann.

Die wichtigsten Fakten:

  • Die Top-Konfiguration des Mac Studio stieg am 25. Juni von 3.999 auf 5.299 US‑Dollar, parallel zu Aufschlägen beim M4‑Max‑Modell und beim MacBook Neo.
  • Vertrags­preise für LPDDR5X, den Mobile-Speicherstandard, den KI-Serverbauer nun massenhaft einkaufen, sollen Quartal auf Quartal um 78 bis 83 Prozent zulegen.
  • Micron-Chef warnt: Jahrelanger Preisdruck großer Kunden hat die Speicherbranche schon vor dem KI-Boom an die Kapazitätsgrenze geführt.

Apple dreht an der Preisschraube bei Mac Studio und MacBook Neo

Der Apple Online Store ging am 25. Juni kurz offline – und kam mit deutlich höheren Preisen für weite Teile der Mac-Palette zurück. Der Konzern verweist auf Engpässe bei Speicher- und Flash-Bausteinen.

Der Mac Studio mit M3 Ultra liegt nun bei 5.299 statt 3.999 US‑Dollar. Die Variante mit M4 Max kletterte auf 2.499 Dollar, nach zuvor 1.999 Dollar. Das MacBook Neo verteuerte sich von 599 auf 699 Dollar – ein Plus von rund 17 Prozent.

Vorstandschef Tim Cook hatte die Preissprünge bereits eine Woche zuvor angedeutet, sie als unvermeidlich bezeichnet und den Engpass mit einer „Jahrhundertflut“ verglichen, wie er sie in seinen vier Jahrzehnten in der Branche noch nicht erlebt habe. Bislang hat Apple Preisschwankungen bei Komponenten meist intern abgefedert, statt sie direkt an Endkunden weiterzugeben.

Außerdem interessant: Kimi K3 wird mit 2,8 Billionen Parametern zum größten Open-Weight-Modell

LPDDR5X-Nachfrage von Nvidia und AMD krempelt den Markt um

Im Zentrum des Engpasses steht LPDDR5X, ein Speichermodul, das ursprünglich für die strengen Energie- und Wärmebudgets von Smartphones und Tablets entwickelt wurde. Nvidia, AMD und Qualcomm bestellen diesen Typ inzwischen in großen Stückzahlen für KI-Server – dort zählen niedriger Stromverbrauch und Wärmelast mehr als maximale Kapazität.

LPDDR5X benötigt nur etwa ein Drittel der Leistung von klassischem DDR5-Speicher.

In einem Serverrack lassen sich bis zu 2 TByte dieses Speichers verbauen – rund das 170‑Fache dessen, was ein iPhone 17 Pro an Bord hat.

TrendForce prognostizierte im Mai, dass die durchschnittlichen Verkaufspreise für LPDDR5X im zweiten Quartal dieses Jahres Quartal auf Quartal um 78 bis 83 Prozent anziehen. Micron-CEO Sanjay Mehrotra erklärte am 30. Juni, knallharter Preisdruck einzelner Großkunden habe die Preise 2023 zeitweise auf ein Drittel früherer Niveaus gedrückt. Er rechnet damit, dass der Engpass weit über 2027 hinaus anhält.

Apples Verhandlungsmacht im Speicherbereich bröckelte schon vor dem Preissprung

Mehrotra nannte keine Namen. Doch auch Micron-Chief-Business-Officer Sumit Sadana schlug in dieselbe Kerbe und erklärte, man habe besonders aggressive Abnehmer damals gewarnt, dass diese Taktik dem Markt auf Dauer schade.

Analysten von TechInsights taxieren den Wert von Speicher- und Flash-Bausteinen im iPhone 17 Pro auf rund 50 US‑Dollar – beim kommenden iPhone 18 Pro sollen es etwa 200 Dollar sein. Damit vervierfacht sich der Speicheranteil an den Stückkosten innerhalb nur eines Produktzyklus.

Apples Verhandlungsmacht schwand bereits im Laufe des Jahres 2025: Ein 12‑GB‑LPDDR5X‑Modul verteuerte sich von rund 30 Dollar zu Jahresbeginn auf etwa 70 Dollar im Dezember. Apple reagierte, indem das Unternehmen den Großteil seiner iPhone-Speicheraufträge zu Samsung verlagerte und nun zusätzlich chinesische Anbieter wie CXMT und YMTC als Risikostreuung prüft. CXMT kam im vergangenen Quartal bereits auf knapp 8 Prozent Marktanteil im DRAM-Segment.

Lesen Sie auch: Bitget weitet UNICEF-Qualifizierungsprogramm auf Bangladesch, Indonesien und Bolivien aus

Haftungsausschluss und Risikowarnung: Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen nur Bildungs- und Informationszwecken und basieren auf der Meinung des Autors. Sie stellen keine Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Kryptowährungsassets sind hochvolatil und unterliegen hohen Risiken, einschließlich des Risikos, Ihre gesamte oder einen erheblichen Teil Ihrer Investition zu verlieren. Der Handel oder das Halten von Krypto-Assets ist möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten sind ausschließlich die des Autors/der Autoren und repräsentieren nicht die offizielle Politik oder Position von Yellow, seinen Gründern oder seinen Führungskräften. Führen Sie immer Ihre eigenen gründlichen Recherchen (D.Y.O.R.) durch und konsultieren Sie einen lizenzierten Finanzprofi, bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen.
Apple verliert Kontrolle über Speicherpreise – Kunden zahlen die Zeche | Yellow