Der frühere BitMEX-Chef Arthur Hayes rechnet damit, dass der Boom rund um KI-Rechenzentren in einen Crash mündet und staatliche oder geldpolitische Rettungsaktionen auslöst, von denen Bitcoin (BTC) profitieren soll. Einen ersten Härtetest sieht er für Ende 2027 oder 2028.
Zentrale Punkte:
- Hayes meint, weltweit würden Billionen US‑Dollar in überdimensionierte KI-Rechenzentren gesteckt.
- Die großen KI-Firmen könnten ihre massiven Computing-Rechnungen erst Ende 2027 oder 2028 voll zu spüren bekommen.
- Bitcoin rutschte am Mittwoch unter 84.000 US‑Dollar und notiert damit rund ein Drittel unter seinem Rekordhoch.
Hayes’ Warnung vor dem KI-Überbau
Hayes, Mitgründer und Chief Investment Officer des Krypto-Investmenthauses Maelstrom, erklärte auf der Gamma Prime Investing Conference in Singapur, die Menschheit verbrenne Billionen von US‑Dollar in einem Wettrüsten um KI-Rechenleistung. Seine Aussagen wurden am Mittwoch veröffentlicht und von CNBC aufgegriffen.
Der massive Ausbau der Infrastruktur werde am Ende Rechenkapazität im Überfluss schaffen und die Preise drücken, so Hayes. Unternehmen wie SpaceX, OpenAI und Anthropic trieben die Nachfrage nach High-End-Chips und Rechenzentren, seien aber allesamt noch nicht profitabel. Sobald die derzeit entstehenden Rechenzentren ans Netz gingen, würden die Infrastrukturbetreiber auf die vertraglich zugesagte Abnahme und Bezahlung pochen – die Rechnung dafür könne Ende 2027 oder 2028 fällig werden.
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Bitcoin als Profiteur des Rettungsbooms
Historisch sei jede große Technologie-Infrastruktur zunächst überdimensioniert worden, argumentiert Hayes – ob bei Eisenbahnen, Telekom oder Internet. Anleger, die sich gezielt vor den anschließenden Rettungsaktionen positionierten, hätten wiederholt profitiert, wie nach der Finanzkrise 2008. „Es gibt immer einen Crash – und es gibt immer ein Bailout“, sagte er.
Hayes erwartet, dass Bitcoin und andere Krypto-Assets die überschüssige Liquidität absorbieren, die ein solcher Rettungseinsatz in das Finanzsystem spülen würde.
Eine im September veröffentlichte Studie der Brookings Institution prognostiziert, dass die USA zwischen 2025 und 2032 rund 10,3 Billionen US‑Dollar in KI-Infrastruktur investieren – ein Hinweis auf die Dimension der aktuellen Wette. Hayes skizzierte zugleich das Gegenszenario: Sollte sich KI innerhalb der nächsten zwölf Monate als so produktiv erweisen, dass die Nachfrage die großen KI-Anbieter in die Gewinnzone schiebt, könnte der Crash ausbleiben.
Gleichwohl betonte er, dass er kein Freund von Leerverkäufen bei KI-Aktien sei. Sein neues Projekt Flop, ein Zahlungsnetzwerk für KI‑Agenten, das im ersten Quartal 2027 starten soll, plant einen Spotmarkt für die aus seiner Sicht künftig „billige“ Rechenleistung.
Marktlage bei Bitcoin
Am Mittwochmorgen fiel Bitcoin von rund 85.500 US‑Dollar zeitweise unter 84.000 US‑Dollar. Innerhalb einer Stunde wurden laut Daten von CoinGlass auf Krypto-Börsen gehebelte Long-Positionen im Volumen von 403,58 Mio. US‑Dollar zwangsliquidiert.
Die Kryptowährung notiert damit etwa ein Drittel unter ihrem Allzeithoch von 126.080 US‑Dollar vom 6. Oktober 2025. US‑amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Montag Nettoabflüsse von 89,9 Mio. US‑Dollar.
Hayes trägt seine These eines KI-Kreditbooms, der sich in einen Bitcoin-Superzyklus verwandeln könnte, bereits seit Monaten vor. In einem Essay Anfang August beschrieb er den KI-Rausch als Kreditblase mit Parallelen zu 2008 und prognostizierte, die staatliche Reaktion könne Bitcoin bis auf 1 Mio. US‑Dollar treiben. Kurzfristig erwartete er damals Kurse zwischen 60.000 und 70.000 US‑Dollar, mit einem möglichen Rücksetzer bis 50.000 US‑Dollar – deutlich unter dem aktuellen Niveau nahe 84.000 US‑Dollar.
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