Arthur Hayes sieht in einer möglichen Ausweitung der Dollar-Liquidität der Federal Reserve für Japan einen Kurstreiber für Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) – vor allem dann, wenn die Bemühungen zur Verteidigung des Yen an Tempo gewinnen.
Zentrale Punkte
- Hayes argumentiert, eine ausgeweitete FIMA-Repo-Fazilität könnte Japan zusätzliche Dollar für Yen-Interventionen verschaffen, ohne dass es zu massiven Verkäufen von US-Staatsanleihen kommen muss.
- Das FIMA-Programm ist derzeit je Kontrahent auf 60 Milliarden US-Dollar begrenzt; Hayes schätzt jedoch, dass Japan und der GPIF über 1,373 Billionen US-Dollar an anrechenbaren Treasuries halten.
- Zusätzliche Dollar-Liquidität dürfte seiner Ansicht nach vor allem Bitcoin, Gold und Ethereum stützen – vorausgesetzt, die Federal Reserve zieht bei der Ausweitung der Fazilität tatsächlich mit.
Bitcoin und die Dollar-Liquidität
Der BitMEX-Mitgründer hat seine These in dem am 10. August veröffentlichten Essay „Yen-quake“ dargelegt. Darin skizziert er, dass Japan nur begrenzte Möglichkeiten habe, den Yen zu stärken, ohne an anderer Stelle neue Spannungen zu erzeugen. Aggressive Zinserhöhungen der Bank of Japan würden die Schuldendienstlast erhöhen, während umfangreiche Verkäufe ausländischer Vermögenswerte durch japanische Investoren die Renditen von US-Treasuries nach oben treiben könnten. Aus Sicht von Hayes bleibt daher vor allem der FIMA-Kanal attraktiv.
Über die „Foreign and International Monetary Authorities“-Repo-Fazilität der Federal Reserve können ausgewählte ausländische Notenbanken und Behörden US-Staatsanleihen temporär gegen Dollar tauschen, anstatt die Papiere direkt am Markt zu verkaufen. Japans Finanzministerium hatte am 3. August angekündigt, diese Fazilität künftig nutzen zu wollen.
Das Problem ist die Größenordnung: FIMA begrenzt jede Gegenpartei aktuell auf 60 Milliarden US-Dollar. Hayes zufolge hält die japanische Regierung US-Staatsanleihen im Volumen von rund 1,143 Billionen US-Dollar, hinzu kommen etwa 230 Milliarden US-Dollar im Bestand des Government Pension Investment Fund (GPIF). In Summe ergibt sich damit ein für FIMA potenziell anrechenbarer Pool von 1,373 Billionen US-Dollar.
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Hayes’ Krypto-Positionierung
Nach Ansicht von Hayes könnte eine deutlich größere FIMA-Fazilität die globale Dollar-Liquidität erhöhen: Japan würde verstärkt Treasuries beleihen, die aufgenommenen Dollar veräußern und im Gegenzug Yen kaufen. „Je mehr sie drucken, desto höher steigt Bitcoin“, schreibt er – verweist aber zugleich darauf, dass dies eine konditionale Wette bleibt.
Scott Bessent hat sich ebenfalls für eine Ausweitung von FIMA ausgesprochen, während der Ökonom Daleep Singh eine größere Fazilität eher als „Stoßdämpfer denn als Heilmittel“ für Wechselkursbewegungen einordnet. Hayes wiederum fährt sein Engagement in Bitcoin, physischem Gold und Goldminenaktien hoch und wartet auf mögliche Regelanpassungen. Ethereum bezeichnet er in diesem Kontext als den „Large Cap Sleeper“.
Zusätzlich verweist er auf Ethena (ENA) als spekulativere Position, die profitieren könnte, falls ein stärkerer Bitcoin-Markt die Basisrenditen nach oben treibt.
Der Yen war im Juli zeitweise auf 163,24 je US-Dollar gefallen und damit auf den schwächsten Stand seit 1986, bevor die USA und Japan am 31. Juli mit einer koordinierten Intervention gegengesteuerten. Die Bank of Japan beließ ihren Leitzins im selben Zeitraum bei rund 1 %, womit Zinsdifferenzen und die Perspektive weiterer Interventionen im Zentrum der Yen-Debatte bleiben.
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