Binance (BNB) Co-CEO Richard Teng wies am 22. Mai einen neuen Bericht des Wall Street Journal zurück, dem zufolge ein Iran-nahes Netzwerk rund 850 Millionen US‑Dollar über die Börse verschoben haben soll.
Binance-CEO bestreitet Vorwurf iranischer Finanzierung
Das Wall Street Journal veröffentlichte den Bericht am 22. Mai unter Berufung auf ein internes Compliance-Dokument von Binance. Demnach habe ein verdecktes Zahlungsnetzwerk des iranischen Geschäftsmanns Babak Zanjani in einem Zeitraum von rund zwei Jahren etwa 850 Millionen Dollar über ein einziges Konto abgewickelt.
Die Aktivitäten sollen sich bis Dezember 2025 fortgesetzt haben – in einer Phase, in der die Spannungen zwischen den USA und Iran deutlich zunahmen.
Laut Journal habe das System dazu beigetragen, Finanzströme aufrechtzuerhalten, die mit iranischen Militärorganisationen in Verbindung stehen.
Teng wehrte sich wenige Stunden später. Er erklärte, alle vom Blatt genannten Transaktionen hätten stattgefunden, bevor die beteiligten Personen offiziell mit Sanktionen belegt worden seien, und dass Binance sanktionierten Personen niemals Handel auf der Plattform erlaubt habe.
Er sagte außerdem, Binance habe bereits vor der Kontaktaufnahme durch das Journal eine eigene interne Prüfung durchgeführt und die Ergebnisse mit der Redaktion geteilt, diese seien jedoch nicht im Artikel berücksichtigt worden.
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Warum der Streit mit dem WSJ wichtig ist
Teng bezeichnete den Bericht als grundsätzlich fehlerhaft und bekräftigte, dass Binance eine Null-Toleranz-Politik gegenüber illegalen Aktivitäten verfolge. Die Börse arbeite weiterhin mit US‑Behörden und internationalen Strafverfolgern zusammen, um Finanzkriminalität zu bekämpfen.
Der Konflikt ist brisant, weil Binance nach seinem Schuldeingeständnis im Jahr 2023 wegen Verstößen gegen US‑Vorschriften zu Geldwäsche und Sanktionen noch immer um das Vertrauen institutioneller Partner ringt. Der Vergleich führte zu einer Zahlung von 4,3 Milliarden Dollar und der Einsetzung eines unabhängigen Compliance-Überwachers.
Binance hat auf interne Kennzahlen verwiesen, denen zufolge die sanktionsbezogene Exponierung zwischen Januar 2024 und Juli 2025 um 96,8 % zurückgegangen sei.
Analysten betonen, dass der Streit die Kontrollen zur Geldwäscheprävention bei großen Börsen erneut in den Fokus rücken und zu schärferer Überwachung durch US‑Regulierer führen könnte.
Eine Fehde, die vor Gericht landete
Es ist nicht der erste Zusammenstoß zwischen beiden Seiten.
Im Februar 2026 berichtete das Journal über angeblich Iran‑bezogene Transfers von mehr als 1 Milliarde Dollar, die Teng damals als falsch und verleumderisch bezeichnete.
Binance reichte daraufhin im März eine Klage gegen Dow Jones, den Verlag des Journals, ein und machte aus dem öffentlichen Schlagabtausch ein formelles Gerichtsverfahren.
Der Ständige Unterausschuss für Ermittlungen des US‑Senats sandte Teng im selben Monat zudem ein Schreiben, in dem Unterlagen zur angeblichen Rolle von Binance bei iranischer Geldwäsche angefordert wurden.
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