Bitcoin sendet 8 von 12 Bodensignalen – doch die Historie mahnt zur Geduld

Eight capitulation signals leave Bitcoin near a possible cycle low without confirming a bottom (Image: Shutterstock)
Eight capitulation signals leave Bitcoin near a possible cycle low without confirming a bottom (Image: Shutterstock)

Bitcoin (BTC) zeigt derzeit 8 von 12 von VanEck beobachteten Kapitulationssignalen. Aus der Kursgeschichte lässt sich daraus aber kein belastbares Signal für einen kurzfristigen Boden ableiten.

Kernaussagen:

  • Acht der zwölf Kapitulationsindikatoren von VanEck sind aktuell aktiv; alle zwölf lagen in den vergangenen drei Monaten zeitweise in Extremzonen.
  • Ähnliche historische Cluster brachten 90- und 180-Tage-Renditen unterhalb der langfristigen Durchschnittswerte von Bitcoin.
  • VanEck rechnet mit einer nahenden Akkumulationsphase, sieht den Zyklusübergang aber eher im Zeitraum September bis November.

Bitcoin-Kapitulation

In der Analyse vom 18. August, der Mid-August Bitcoin ChainCheck, identifiziert VanEck acht aktive Kapitulationssignale. Alle zwölf Indikatoren hatten in den vergangenen drei Monaten zeitweise Extrembereiche erreicht. Die meisten Signale springen an, sobald ihre Werte in das extremste Fünftel (obersten 15 %) der jeweiligen historischen Spanne vordringen.

Eine Ausnahme bildet der Kursrückgang: Hier zählt VanEck ein Signal, sobald Bitcoin mindestens 35 % unter seinem Hoch notiert. Beim aktuellen Rückgang von 49 % liegt der Drawdown historisch jedoch nur im 35. Perzentil; ein rein perzentilbasierter Ansatz würde die aktiven Signale damit auf sieben reduzieren.

Am 11. August schloss Bitcoin bei 63.549 US-Dollar. Die realisierte 30-Tage-Volatilität fiel auf annualisierte 27,2 % und damit deutlich unter ihren langfristigen Durchschnitt von rund 80 %. Die Mining-Schwierigkeit lag 18,3 % unter dem Hoch von November 2025 – der stärkste Rückgang seit dem chinesischen Mining-Verbot 2021.

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VanEck-Renditeanalyse

Die VanEck-Analysten Patrick Bush, Matthew Sigel und Griffin MacMaster kommen zu dem Schluss, dass Phasen mit acht bis zwölf gleichzeitigen Kapitulationssignalen kurzfristig keine überdurchschnittlichen Erträge brachten. Im Mittel legte Bitcoin nach 90 Tagen um 12,8 % und nach 180 Tagen um 32 % zu – weniger als die Referenzrenditen von 15,2 % beziehungsweise 36,3 %.

Erst auf Jahressicht verbesserten sich die Ergebnisse. VanEck weist jedoch darauf hin, dass die Auswertung auf relativ wenigen, zudem stark überlappenden Episoden beruht.

Der historische Datensatz verschaffe „keinen Vorteil“ für Zeiträume bis sechs Monate, so das Fazit.

Auch der Zyklusverlauf liefert Hinweise: Vier abgeschlossene Bärenmärkte seit 2011 dauerten im Schnitt elf Monate vom Hoch bis zum Tief; ohne 2011 ergibt sich ein Mittelwert von 12,7 Monaten. Der aktuelle Rückgang befindet sich seit August im zehnten Monat.

US-Spotprodukte auf Bitcoin verzeichneten in den vergangenen 30 Tagen Nettomittelzuflüsse von rund 663 Millionen US-Dollar, nachdem im Monat zuvor Abflüsse von etwa 2,4 Milliarden US-Dollar zu Buche standen. Damit entsteht eine Nachfragequelle, die in früheren Bärenphasen fehlte. Die damaligen Tiefs fielen mit Rückgängen von 78 % bis 94 % deutlich tiefer aus. VanEck argumentiert jedoch, dass die heutige ETF-Nachfrage und ein größerer institutioneller Anlegerkreis die aktuelle Korrektur abflachen könnten.

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Steven Zeiler

Steven Zeiler ist Chief Evangelist bei Yellow und arbeitet mit Entwicklern daran, eine Echtzeit-Handelsinfrastruktur ohne Verwahrung mithilfe des Yellow SDK aufzubauen. Als Programmierer, Technologe und Unternehmer arbeitete er zuvor für Ripple, wo er an der Architektur von Peer-to-Peer-Prototypen für Interbankenzahlungen mitwirkte und durch Konsens-Tracking-Software zur Dezentralisierung des XRP Ledgers beitrug.

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