Bank von Italien: USDC-Auslandsüberweisungen können bis fast 9 % kosten

Bank von Italien: USDC-Auslandsüberweisungen können bis fast 9 % kosten

Ein Praxistest der Bank von Italien mit USD Coin (USDC) zeigt: Bei Auslandsüberweisungen mit Stablecoins können die Gesamtkosten auf knapp 9 % steigen – vor allem wegen Umtausch- und Auszahlungsgebühren, die die an sich niedrigen Blockchain-Kosten deutlich überlagern.

Zentrale Ergebnisse

  • Die Forscher verschickten 200 USDC über 10 Korridore; die Gesamtkosten lagen zwischen 0,3 % und 8,96 %.
  • Die On-Chain-Transfers machten im Schnitt nur 0,4 % des überwiesenen Betrags aus.
  • Stablecoins schlugen Wise auf drei Korridoren, waren auf vier teurer; die Geschwindigkeit hing stark von den lokalen Zahlungssystemen ab.

Kostenstruktur bei USDC-Transfers

Die Bank von Italien veröffentlichte die Mystery-Shopping-Studie am 30. Juli. Die Forscher Alberto Di Iorio, Enrica Di Stefano, Michele Mascioli und Giorgio Trebeschi hatten die Transfers im März 2026 durchgeführt. Sie transferierten jeweils 200 USDC über zehn Strecken zwischen Italien und Argentinien, Brasilien, Südafrika, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) sowie Japan und protokollierten jeden Schritt: Einzahlung, Ankauf, Blockchain-Übertragung, Verkauf und Auszahlung.

Die gesamten Kosten schwankten erheblich: von 0,30 % auf der Route Italien–Argentinien bis 8,96 % auf der Rückrichtung Argentinien–Italien. Der eigentliche Blockchain-Anteil betrug im Schnitt nur 0,4 %. Ausschlaggebend waren die Gebühren im Fiat-System. Auf der Route VAE–Italien trieb etwa ein Kreditkartenzuschlag von 3,8 % die Gesamtkosten auf 8,95 % – ein Beispiel dafür, wie stark der Zugang zu lokalen Bankdienstleistungen die Endbelastung bestimmt.

Die Studie verweist auf einen weltweiten Durchschnitt von 6,4 % für Auslandsüberweisungen – weiterhin deutlich über dem UN-Ziel von weniger als 3 % bis 2030. Die Blockchain-Abwicklung selbst war nur selten der Kostentreiber.

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Stablecoins als Zahlungsinfrastruktur

Verglichen mit den landesspezifischen Durchschnittskosten des World Bank für ausgehende Überweisungen schnitt USDC für Brasilien, Italien und Südafrika günstiger ab, war jedoch in den VAE teurer, wo die Benchmark bei 2,65 % lag. Ein Vergleich auf denselben Routen mit Wise, simuliert am 14. April, ergab: USDC war auf drei Korridoren billiger und auf vier teurer; eine Route war bei Wise nicht verfügbar.

Die Geschwindigkeit hing maßgeblich von der lokalen Bank- und Zahlungsinfrastruktur ab.

Wo Echtzeit-Systeme wie Brasiliens Pix oder TIPS im Euroraum Ein- oder Auszahlungen abwickelten, waren die Transfers in unter 20 Minuten abgeschlossen. Auf den Südafrika-Strecken dauerten sie dagegen ein bis zwei Bankarbeitstage. Die Forscher folgern, Stablecoins fungierten eher als Ergänzung effizienter inländischer Zahlungssysteme denn als Ersatz – denn die Anbindung an das klassische Finanzsystem bleibt der zentrale Engpass.

Das Experiment fand am 24. und 26. März 2026 unter niedriger Blockchain-Auslastung statt und bezog sich auf einen einzigen Stablecoin in einer begrenzten Zahl von Jurisdiktionen. Die Autoren betonen, dass andere Token, Dienstleister, Marktstrukturen und Regulierungskontexte zu abweichenden Ergebnissen führen können – pauschale Aussagen, Stablecoins seien per se günstiger, lassen sich daraus nicht ableiten.

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Mehjabeen Arsiwala

Mehjabeen Arsiwala ist Journalistin und berichtet über Krypto-Nachrichten, DeFi, Börsen, Trading und Marktanalysen. In den vergangenen drei Jahren hat sie sich auf die Trends und Narrative konzentriert, die die Märkte für digitale Vermögenswerte prägen – von Kursbewegungen und Prognosen bis hin zu Entwicklungen an Börsen und On-Chain-Signalen. Sie ist auf klare Berichterstattung spezialisiert, die den Leserinnen und Lesern hilft zu verstehen, was am Markt geschieht und warum es wichtig ist.

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