Bitcoin (BTC) ist nach einem Plus von 4,3 % am Freitag wieder über 80.000 US-Dollar gestiegen. Aus Sicht von Fidelity reicht diese Rallye aber noch nicht aus, um das Ende des Krypto-Bärenmarkts auszurufen.
Zentrale Punkte:
- Bitcoin verzeichnete dank des Schubs Ende August den stärksten Monatsanstieg seit November 2024.
- Fidelity hält einen Tiefpunkt im November 2026 für möglich, falls sich der Vierjahreszyklus wiederholt – auch wenn das Juli-Tief bereits das Ende markiert haben könnte.
- Steigende Adoption, Regulierung sowie der Sprung von niedriger zu höherer Volatilität gehören zu den Signalen, die Fidelity beobachtet.
Bitcoin-Zyklus im Fokus
In seinem Krypto-Ausblick für das vierte Quartal, veröffentlicht am 1. September, erklärte Fidelity, dass Bitcoin einen Großteil des dritten Quartals unter Druck stand, bevor die Rallye Ende August den stärksten Monatszuwachs seit November 2024 brachte. Das Institut betont jedoch, dass die jüngsten Gewinne für sich genommen noch keinen neuen Bullenmarkt bestätigen.
Das hauseigene Vierjahreszyklus-Modell rückt weiterhin den November in den Mittelpunkt, weil das vorherige Bärenmarkttief im November 2022 erreicht wurde – rund vier Jahre vor einem möglichen nächsten Zyklustief.
Fidelity weist darauf hin, dass die zeitliche Abstimmung nie punktgenau war: Der Markt könnte bereits im Juli seinen Boden gefunden haben oder im November beziehungsweise danach ein weiteres Tief markieren.
Auch die Volatilität dient als Signal. Von Juni bis Mitte August bewegte sich Bitcoin vergleichsweise volatilitätsarm, bevor der Kurs in der dritten Augustwoche um mehr als 25 % anzog. Ethereum (ETH) legte in derselben Phase 34,1 % zu, Solana (SOL) kam auf ein Plus von 28 %. Fidelity sieht in dieser Abfolge von ruhiger zu deutlich erhöhter Volatilität Parallelen zu früheren Bärenmarktausläufen, betont aber, dass dies die aktuelle Trendwende noch nicht endgültig belegt.
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Die Marktindikatoren von Fidelity
Chris Kuiper, Vice President Research bei Fidelity Digital Assets, sagte, die ruhige Sommerphase habe darauf hingedeutet, dass der Verkaufsdruck weitgehend abgebaut sei und Kryptoanlagen im unteren Bereich ihrer historischen Bewertungsbandbreiten notierten. Zudem hätten weder der Sicherheitsvorfall bei Coldcard noch das Stocken des CLARITY Act die Kurse auf neue Tiefs gedrückt.
Gleichzeitig wächst die Nutzung weiter. Bitwise Investments meldete im Juli, dass das Transaktionsvolumen von Stablecoins das Volumen von Visa bereits um das 2,3-Fache überstiegen habe. MetaMask berichtete zudem, dass der Markt für Real-World-Assets im Jahr 2026 schneller gewachsen sei als in jedem Jahr zuvor. Fidelity wertet die Kurserholung im August als mögliches Zeichen dafür, dass sich Nutzung und Preise wieder stärker „ankoppeln“.
Die Regulierung könnte zum nächsten Impulsgeber werden. Der CLARITY Act hat das Repräsentantenhaus bereits passiert, wird im Senat jedoch noch beraten. Parallel dazu zielt der SEC-Entwurf „Regulation Crypto Assets“ darauf ab, mögliche Registrierungsausnahmen für bestimmte Kryptoemissionen in einer frühen Phase zu klären. Darüber hinaus nennt Fidelity Änderungen der Geldpolitik, wachsende institutionelle Adoption und neue Anwendungsfälle als Faktoren, die das Ende des Bärenmarkts einläuten könnten.
Eine ähnliche Schere zwischen steigender Nutzung und fallenden Kursen war bereits im Bärenmarkt 2021–2022 zu beobachten, als die Aktivität im Kryptosektor weiter zunahm, obwohl die Assetpreise nachgaben.
Mit Beginn des neuen Bullenmarkts Ende 2022 bewegten sich Adoption und Kurse wieder enger im Gleichklang; das damalige Bitcoin-Tief im November 2022 dient seither als Referenzpunkt für den aktuell beobachteten Vierjahreszyklus.
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