Wichtigste Punkte
Kein Bitcoin-ETF hat im August 2026 bislang BTC verkauft, wie Onchain-Daten von Arkham zeigen
BlackRock kaufte am 3. August BTC im Volumen von 111 Mio. Dollar, Fidelity erwarb 33 Mio. Dollar, Franklin Templeton 9 Mio. Dollar
Für Franklin Templeton war es der erste BTC-Zukauf seit mehr als 30 Tagen
Der Sieben-Tage-Nettozufluss der Bitcoin-ETFs liegt bei plus 1.241 BTC, rund 79,4 Mio. Dollar
Ethereum-ETFs zeigen ein Gegenbild mit Tagesabflüssen von 12,3 Mio. Dollar und 30,4 Mio. Dollar über sieben Tage
Spot-Bitcoin-ETFs (BTC) verzeichnen im August 2026 bislang keinen einzigen Tag mit Nettoabflüssen.
Am 3. August kaufte BlackRock über seinen IBIT-Fonds Bitcoin im Wert von 111 Mio. Dollar, Fidelity baute seine Position um 33 Mio. Dollar aus, Franklin Templeton um weitere 9 Mio. Dollar. Damit setzt sich eine Serie von Zuflüssen fort, in der die ETF-Gruppe an keinem Tag per Saldo verkauft hat.
Arkham Intelligence veröffentlichte die entsprechenden Onchain-Daten am 4. August und trackt die ETF-Wallets in Echtzeit.
Lookonchain bestätigte den Tagesnettozufluss mit plus 1.600 BTC im Gegenwert von rund 102,3 Mio. Dollar; auf Sieben-Tage-Sicht summiert sich der Nettozufluss auf 1.241 BTC.
Franklin Templeton meldet sich nach 30 Tagen zurück
Der Kauf von Franklin Templeton am 3. August stand besonders im Fokus von Arkham. Der Vermögensverwalter hatte über seinen ETF zuvor mehr als 30 Tage lang keine zusätzlichen BTC erworben. Arkham wies in einem eigenen Beitrag auf die Rückkehr hin und verlinkte den zugehörigen Onchain-Tracker.
Die 30-tägige Pause bedeutet nicht, dass der Fonds in diesem Zeitraum Bitcoin verkauft hätte. Vielmehr hielt Franklin Templeton seine Bestände während der Kurskorrektur im Juli unverändert. Der neue Zukauf stockt diese Position auf und signalisiert, dass wieder aktiv Kapital in den Markt gegeben wird.
Franklin Templeton managt den Spot-Bitcoin-ETF EZBC. Dass der Vermögensverwalter am selben Tag wie BlackRock und Fidelity wieder in den Akkumulationsmodus gewechselt ist, markiert bislang die breiteste ETF-Beteiligung an einem einzelnen Handelstag im August.
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Ethereum-ETFs schlagen einen anderen Kurs ein
Ethereum-ETFs (ETH) bewegen sich derweil in die entgegengesetzte Richtung. Am 3. August verzeichneten sie einen Nettoabfluss von 6.558 ETH, rund 12,3 Mio. Dollar. Auf Sieben-Tage-Sicht summieren sich die Abflüsse laut Lookonchain auf 16.270 ETH oder 30,4 Mio. Dollar.
Die auseinanderlaufenden Ströme in Bitcoin- und Ethereum-ETFs sind bemerkenswert. Bitcoin-Produkte scheinen nach den turbulenten Juli-Wochen wieder gezielte Wiedereinstiege institutioneller Anleger zu sehen. Ethereum-ETFs kämpfen im gleichen Zeitraum weiter mit Nettoverkäufen.
Eine zusätzliche Facette kam in dieser Woche aus Italien: Die größte Bank des Landes, Intesa Sanpaolo, hat ihre Beteiligung am BlackRock-ETF IBIT im zweiten Quartal um 94 % reduziert und gleichzeitig ihre Ethereum-ETF-Position verdreifacht, wie ein Bericht von Hupzy meldet. Diese Umschichtung könnte zum Druck auf die Nettoströme der Ethereum-ETFs beitragen – insbesondere, weil die stark gekürzte IBIT-Position die spezifische institutionelle Nachfrage nach dem Bitcoin-Fonds gedämpft haben dürfte.
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Marktstimmung: Tiefrote Retail-Signale
Die Kursentwicklung von Bitcoin findet vor dem Hintergrund einer deutlich eingetrübten Privatanlegerstimmung statt. Daten von Santiment zeigen, dass das Verhältnis positiver zu negativer Kommentare zu BTC seit dem 31. Juli auf 0,54 gefallen ist – bärische Beiträge übertreffen bullische damit fast um den Faktor zwei auf X, Reddit und Telegram.
Santiment bewertet diesen Wert laut veröffentlichtem Chart als Ausdruck „extremer Angst“.
Historisch sind Phasen frappierend negativer Stimmung nicht selten Vorläufer von Erholungsphasen im Bitcoin-Zyklus gewesen. Dass institutionelle ETF-Ströme auf der Kaufseite liegen, während der Retail-Bereich ausgesprochen pessimistisch agiert, ist eine Konstellation, auf die Marktbeobachter bereits in früheren Zyklen verwiesen haben.
Parallel zog die Onchain-Aktivität im Bitcoin-Netzwerk in den vergangenen sieben Tagen an. Santiment registrierte 712.000 aktive BTC-Adressen – den höchsten Wert seit drei Monaten – sowie 61.800 „Whale“-Transaktionen über 100.000 Dollar innerhalb einer Woche, ein Fünfmonatshoch.
Als ein Treiber gilt der Exploit der Coldcard-Hardware-Wallet, der am 30. Juli bekannt wurde und zahlreiche lange inaktive Adressen zur Absicherung ihrer Bestände bewegte.
Der Dienst Whale Alert meldete am 4. August eine Einzeltransaktion von 6.196 BTC im Wert von rund 397 Mio. Dollar zwischen zwei unbekannten Wallets.
Weitere 2.241 BTC wurden am selben Tag an Coinbase Institutional transferiert. Die Bewegungen unterstreichen, dass Großanleger ihre Positionierung aktiv anpassen.
Worauf Anleger jetzt achten sollten
Die anhaltenden ETF-Zuflüsse im August stützen vorerst die kurzfristige Marktstruktur von Bitcoin. Entscheidend ist, ob Franklin Templeton und andere Häuser, die im Juli ihre Käufe ausgesetzt hatten, in den kommenden Tagen weiter zukaufen.
Eine Rückkehr zu Abflüssen bei einem der drei großen Anbieter könnte das Narrativ rasch drehen.
Die Abgabenseite bei Ethereum-ETFs verdient eine gesonderte Beobachtung. Sollte sich die von Intesa Sanpaolo vollzogene Rotation aus Bitcoin- in Ethereum-ETFs als breiter institutioneller Trend erweisen, könnte sich die strukturelle Divergenz der Flüsse zwischen beiden Asset-Klassen im weiteren Quartalsverlauf verfestigen.
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