Bitcoin (BTC) kam am Mittwoch im Bereich von 79.000 US‑Dollar ins Stocken – nur einen Tag, nachdem die Kryptowährung kurzzeitig über 81.000 Dollar geklettert war und damit den schnellsten Wochenanstieg seit rund fünf Jahren hinlegte.
Kernaussagen:
- Bitcoin handelte am Mittwoch um 79.000 Dollar, nachdem der Kurs in der vorangegangenen Sitzung über 81.000 Dollar gestiegen war.
- Die Rally führte den Preis binnen weniger Tage aus der Mitte der 60.000er nach oben, getrieben von US‑Treasury-Rückkäufen und Eindeckungen leerverkaufter Positionen.
- Die Juli-Inflationsdaten sowie Kevin Warshs erster Jackson-Hole-Auftritt als Fed‑Chef rücken nun in den unmittelbaren Fokus der Märkte.
Bitcoin-Rally prallt bei 82.000 Dollar auf Widerstand
Die größte Kryptowährung legte am Mittwoch rund 1 % zu und pendelte im Londoner Handel um 79.000 Dollar, während zwischen 82.000 und 83.000 Dollar eine dichte Widerstandszone verläuft. Am Dienstag zeigte sich noch ein anderes Bild: Der Kurs berührte in den frühen US‑Stunden 81.023 Dollar, bevor Verkäufe ihn wieder unter 80.000 Dollar drückten. Die Gegenbewegung dauerte nur Stunden – nicht Tage.
Der Anstieg setzte am 19. August ein, nachdem das US‑Finanzministerium angekündigt hatte, seine Käufe länger laufender Staatsanleihen zu verdoppeln. Der Schritt schwächte den Dollar und weckte die Nachfrage nach knappen Anlagegütern neu. Milliarden an bärischen Wetten wurden im Zuge des Kursanstiegs ausgelöscht, und das offene Interesse an in Bitcoin denominierten Futures fiel auf ein Fünfmonatstief – ein Hinweis darauf, dass erzwungene Käufe eine größere Rolle spielten als frischer Hebel.
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Hathorn warnt vor überkauftem Bitcoin
Daniela Hathorn, Senior‑Marktanalystin bei Capital.com, warnt, dass Bitcoin nach seiner stärksten Wochenrally seit Jahren vor deutlich höheren Hürden steht. Der tägliche RSI stieg am Dienstag auf rund 84 – ein Niveau, das üblicherweise eher eine ausgereizte Bewegung signalisiert als den Beginn eines neuen Aufschwungs. Stimmungsindikatoren sind klar in den Gier‑Modus gekippt und haben den höchsten Stand seit rund elf Monaten erreicht.
Eine charttechnische Einschätzung argumentiert, ein Rücksetzer in Richtung 69.700 Dollar würde Bitcoin die Gelegenheit geben, die 200‑Tage‑gleitende Durchschnittslinie als Unterstützung zu testen – ein gesünderes Szenario als ein ungebrochener, steiler Anstieg. Andere Analysten sehen das nächste Aufwärtsziel im Bereich von 95.000 Dollar, allerdings nur, wenn die Käufer den Widerstand bei 82.000 Dollar nachhaltig überwinden.
Warsh‑Rede als Stresstest für die Krypto‑Dynamik
Der US‑Datenkalender am Mittwoch bringt den Preisindex für die privaten Konsumausgaben im Juli (PCE) sowie eine Revision des BIP‑Wachstums im zweiten Quartal – beides direkt relevant für die Zinserwartungen. Kevin Warsh hält am Freitagmorgen seine erste Grundsatzrede in Jackson Hole als Vorsitzender der Federal Reserve. Da Trader bislang kaum belastbare Anhaltspunkte für seinen geldpolitischen Kurs haben, wird die Rede zum Zwei‑Wege‑Risiko – für Kryptowährungen ebenso wie für den Dollar.
Bitcoin bleibt dennoch der Star des Monats: Seit dem 1. August ist der Kurs um rund 23 % gestiegen und steuert auf den besten August seit 2017 zu, als ein Plus von 65 % zu Buche stand. Historisch liegt die Medianrendite im August dagegen bei einem Minus von etwa 7 %.
Die Vorgeschichte dieser August‑Statistik ist ein langer Abwärtstrend. Bitcoin markierte im Oktober 2025 ein Rekordhoch von über 126.000 Dollar und verbrachte den Großteil des Jahres 2026 in einem rund zehnmonatigen Abwärtstrend. Noch Mitte August wechselte die Kryptowährung bei unter 63.000 Dollar den Besitzer. Vom Niveau des Vorjahres ist der aktuelle Kurs damit weiterhin deutlich entfernt.
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