Coinbase-CEO Brian Armstrong rechnet damit, dass der Kryptomarkt kurz vor der nächsten Hausse im Kassahandel steht: Bitcoin (BTC) notiert über 78.000 US‑Dollar, während die aktuelle Schwächephase in die Länge früherer Bärenmärkte hineinläuft.
Wichtigste Punkte:
- Armstrong zufolge dauerten frühere Krypto-Bärenmärkte etwa 370 bis 380 Tage – ähnlich lang wie die aktuelle Phase.
- Das Kassavolumen über 14 große Börsen sank im Juli um 21,7 % auf 429 Mrd. US‑Dollar, das Derivatevolumen fiel um 11,1 %.
- Bitcoin handelte bei rund 78.700 US‑Dollar, nachdem ein Schritt des US-Finanzministeriums am 19. August die Marktstimmung gedreht hatte.
Flaute im Coinbase-Handel
Gegenüber CNBC erklärte Armstrong nach einem Treffen, bei dem Präsident Donald Trump Krypto-Manager und Regulierer im Weißen Haus empfing, der Kassahandel befinde sich seit etwa einem Jahr im Bärenmarkt. Frühere Schwächephasen hätten jeweils grob 370 bis 380 Tage gedauert, so Armstrong.
Die Aussage folgt auf Monate rückläufiger Handelsaktivität. Das Kassavolumen über 14 große Börsen fiel im Juli um 21,7 % auf 429,0 Mrd. US‑Dollar nach 547,9 Mrd. US‑Dollar im Juni. Das Volumen von Krypto-Derivaten verringerte sich um 11,1 % auf 3,03 Bio. US‑Dollar.
Binance wickelte 196,5 Mrd. US‑Dollar an Kassavolumen ab und kam damit auf 45,8 % des erfassten Gesamtvolumens, während Coinbase einen Rückgang von 26,4 % gegenüber dem Vormonat hinnehmen musste. Die Hebelwirkung im Markt nahm dagegen zu: Das Verhältnis von Futures- zu Kassahandel kletterte von 6,21 auf 7,06 – ein Hinweis darauf, dass Trader verstärkt auf Terminprodukte setzen.
Das Marktumfeld hellte sich auf, nachdem das US-Finanzministerium am 19. August seine Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen ausweitete. Die Volumina der Rückkauf-Operationen steigen auf mindestens 4 Mrd. US‑Dollar je Auktion, die Frequenz wird von zwei auf vier Operationen pro Quartal erhöht. Das Programm startet am 9. September. Trump sagte zudem, es sei über einen größeren staatlichen Bitcoin-Kauf gesprochen worden.
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Armstrongs Bullen-Szenario
Armstrong betonte, dass der Zeitpunkt nun entscheidend sei. Die aktuelle Schwächephase nähere sich dem Punkt, an dem frühere Bärenmärkte geendet hätten. „Es ist Zeit für den nächsten Bullenmarkt bei Krypto“, sagte er.
Er verwies außerdem auf die für den 15. September angesetzte Senatsabstimmung über den CLARITY Act sowie auf das traditionell stärkere letzte Jahresviertel im Kontext der Bitcoin-Halving-Zyklen. „Es ist gut möglich, dass wir am Beginn des nächsten Bullenmarkts für den Kassahandel mit Krypto stehen“, so Armstrong.
Analyst Benjamin Cowen bleibt vorsichtiger. Er sieht weiterhin eine „reale Chance“ für einen letzten Abverkauf, falls sich Muster früherer US-Zwischenwahljahre wiederholen. Damit hängt Armstrongs Timing-These daran, ob die bessere Liquidität und Stimmung einen erneuten Volatilitätsschock verkraften können.
Das Umfeld hat sich bereits spürbar verändert: Der Fear-and-Greed-Index stieg von 29 am 13. August auf 71. Bitcoin legte nach der Ankündigung des US-Finanzministeriums am 19. August rund 22 % zu und handelte am Samstag nahe 78.700 US‑Dollar.
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