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Bitcoins erste quantenresistente Transaktion ist jetzt live

Bitcoins erste quantenresistente Transaktion ist jetzt live

BTQ Technologies hat die erste funktionierende Implementierung des Bitcoin Improvement Proposal 360 (BIP 360) auf seinem Bitcoin Quantum Testnet v0.3.0 aktiviert und damit erstmals ein quantenresistentes Transaktionsformat in eine Live‑Testumgebung gebracht.

Die Veröffentlichung erfolgt rund sechs Wochen, nachdem BIP 360 im Februar in das offizielle Vorschlags‑Repository von Bitcoin aufgenommen wurde – jedoch ohne dass in Bitcoin Core selbst an einer Implementierung gearbeitet wird.

BIP 360 führt ein neues Transaktionsformat namens Pay‑to‑Merkle‑Root (P2MR) ein, das darauf ausgelegt ist, öffentliche Schlüssel nicht mehr on‑chain offenzulegen.

Die Sorge ist konkret: Coinbase‑Analyst David Duong schätzt, dass sich etwa 6,51 Millionen BTC – rund 32,7 % des zirkulierenden Angebots – bereits in Adressen mit offengelegten öffentlichen Schlüsseln befinden, die verwundbar wären, falls ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer auftauchte.

Was das Testnet leistet

Das Release v0.3.0 ermöglicht End‑to‑End‑Tests des vollständigen P2MR‑Transaktionslebenszyklus: Adresserstellung, Funding, Konstruktion, Signierung, Mempool‑Akzeptanz und Bestätigung.

Es nutzt die von NIST standardisierten Dilithium‑(ML‑DSA‑)Post‑Quanten‑Signaturen innerhalb von Taproots Tapscript‑Framework und beinhaltet eine erhöhte Blockkapazität, um die größeren Transaktionsgrößen zu berücksichtigen, die Post‑Quanten‑Kryptografie erfordert. Das Testnet verfügt derzeit über mehr als 50 Miner und hat über 100.000 Blöcke verarbeitet.

Das Design bewahrt die Kompatibilität mit Lightning Network, BitVM und Ark, entfernt jedoch den Key‑Path‑Spend‑Mechanismus, den Taproot eingeführt hat – genau das Merkmal, das öffentliche Schlüssel in bestimmten Transaktionspfaden offenlegt.

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Die Governance‑Lücke

BTQ hat die Implementierung außerhalb des üblichen Bitcoin‑Entwicklungsprozesses aufgebaut, anstatt auf einen Konsens von Bitcoin Core zu warten. Diese Entscheidung ist bewusst.

Eine Analyse von Chaincode Labs aus dem Mai 2025 stellte fest, dass sich alle Post‑Quanten‑Initiativen für Bitcoin „weiterhin in einem frühen und explorativen Stadium“ befinden. Historische Präzedenzfälle sind aufschlussreich: SegWit benötigte etwa 8,5 Jahre von der Konzeption bis zur breiten Einführung, Taproot rund 7,5 Jahre.

„Es ist ein soziales Problem“, sagte Christopher Tam, Leiter Innovation bei BTQ, über die Koordinationsherausforderung. BIP 360 adressiert zudem nur die zukünftige Transaktionsexposition – ältere Adressen, deren öffentliche Schlüssel bereits on‑chain sichtbar sind, werden nicht nachträglich abgesichert.

US‑Bundesbehörden stehen vor einer Frist im April 2026, bis zu der sie gemäß National Security Memorandum 10 Pläne zur Umstellung auf Post‑Quanten‑Kryptografie vorlegen müssen. Die BTQ‑Aktie fiel am Donnerstag trotz der Ankündigung um etwa 7 %.

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