BlackRock hat die Schwelle für den Tausch von Bitcoin (BTC) in ETF-Anteile von 25 Millionen auf 1 Million US‑Dollar abgesenkt – nachdem bereits mehr als 5 Milliarden Dollar über solche Umwandlungen gelaufen sind.
Wichtigste Punkte:
- BlackRock senkt die Untergrenze für In‑Kind-Konversionen beim iShares Bitcoin Trust um 96 % und öffnet den Zugang für deutlich mehr Halter.
- Kumulierte Bitcoin‑zu‑ETF‑Swaps über den Fonds haben die Marke von 5 Milliarden Dollar überschritten und damit das Oktober‑Volumen in etwa verdoppelt.
- Bitwise und Morgan Stanley haben ihre eigenen Schwellen ebenfalls reduziert, während eine Serie von Hardware‑Wallet‑Pannen Anleger in regulierte Verwahrung treibt.
Mindestvolumen für Bitcoin-ETF-Swaps fällt auf 1 Million Dollar
Der Vermögensverwalter hat die Hürde für sogenannte In‑Kind‑Creations im iShares Bitcoin Trust, der unter dem Ticker IBIT gehandelt wird, bereits im Juli gesenkt. Details zur Kürzung um 96 % wurden in dieser Woche bekannt. Die Anpassung betrifft ausschließlich den Schöpfungsprozess des Fonds, nicht den regulären Handel von IBIT‑Anteilen an der Nasdaq, für den es keine Mindestordergröße gibt.
Bei einer In‑Kind‑Creation liefert ein berechtigter Anleger Bitcoin direkt an den Fonds und erhält im Gegenzug ETF-Anteile, ohne seine Coins zuvor gegen Bargeld verkaufen zu müssen. Diese Struktur kann anfallende Kapitalertragsteuern aufschieben, die bei einem Verkauf ausgelöst würden, und nimmt Investoren zugleich die Last der sicheren Aufbewahrung von Seed-Phrasen und Hardware‑Wallets ab.
Die Aufseher öffneten im Juli 2025 die Tür für dieses Modell, als die Securities and Exchange Commission In‑Kind‑Creations und ‑Rücknahmen für physisch besicherte Krypto‑ETPs zuließ. Direkt mit dem Trust interagieren aber nur sogenannte Authorized Participants, sodass Privatanleger weiterhin eine Bank, einen Broker oder ein Trading‑Desk benötigen, um einen Swap zu arrangieren.
Der Fonds verwaltete zum 25. August rund 60,65 Milliarden Dollar an Nettovermögen, erhebt eine Sponsor‑Fee von 0,25 % und bündelt aktuell etwa 22,65 Bitcoin in jedem Creation‑Basket.
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Mitchnick: Bitcoin-Swaps reagieren auf Verwahrungsprobleme
Robbie Mitchnick, Leiter Digital Assets bei BlackRock, erklärte, IBIT habe inzwischen mehr als 5 Milliarden Dollar an Volumen über diese Transaktionen abgewickelt – nach rund 3 Milliarden Dollar im Oktober. Er führt die starke Nachfrage auf Entführungs‑ und Erpressungsfälle sowie Verwahrungsfehler zurück, die Bitcoin‑Besitzer dazu veranlassen, Teile oder ihre gesamten Bestände in eine regulierte Hülle zu überführen.
Wettbewerber ziehen nach: Bitwise hat seine eigene Untergrenze von 100 auf 3 Millionen Dollar reduziert, und auch Morgan Stanley hat seine Schwelle gesenkt. Beim Anbieter Grayscale ist der Anteil der In‑Kind‑Abwicklung an den Brutto‑Bitcoin‑Creations nach Angaben des Leiters für Handel und Kapitalmärkte von 28 % im März auf 62 % im Juni gestiegen.
Coldcard-Hack verändert die Bitcoin-Selbstverwahrung
Die Swaps erzeugen keine zusätzliche Netto‑Nachfrage nach Bitcoin, da sie lediglich bestehendes Angebot in ein anderes Vehikel verpacken. Der zentrale Wandel in diesem Sommer betrifft vielmehr die wahrgenommene Sicherheit der Alternativen.
Angreifer nutzten ab dem 30. Juli eine Firmware‑Schwachstelle aus dem Jahr 2021 in den Coldcard‑Wallets von Coinkite aus und entwendeten rund 1.816 Bitcoin im Wert von etwa 116 Millionen Dollar von mehr als 5.200 Adressen.
Daten von Glassnode zeigen, dass in der darauffolgenden Woche rund 210.000 Bitcoin langjährig gehaltener Wallets abflossen – der stärkste wöchentliche Rückgang in dieser Anlegergruppe seit Dezember 2024. Analysten werten diese Bewegung eher als Wechsel der Verwahrstelle denn als Ausstieg aus dem Markt, da der Bitcoin‑Kurs zu diesem Zeitpunkt bei etwa 64.000 Dollar lag, rund 50 % unter seinem Rekordhoch von Oktober 2025.
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