Vitalik Buterin, Mitgründer von Ethereum (ETH), argumentierte am Donnerstag, dass der größte technische Beitrag des Netzwerks nicht DeFi oder programmierbare Verträge ist, sondern seine Funktion als zensurresistente, öffentlich les- und schreibbare Datenschicht.
Der Beitrag, veröffentlicht auf X nach seiner Teilnahme an der Kryptografie-Konferenz Real World Crypto, hat direkte Auswirkungen darauf, wie die Entwicklungsprioritäten des Protokolls formuliert werden.
Was Buterin sagte
Aus der Perspektive eines Betreuers eines technischen Werkzeugs statt eines Krypto-Befürworters schrieb Buterin, dass eine breite Klasse kryptografischer Protokolle – sicheres Online-Voting, Zertifikatswiderruf und Software-Versionskontrolle unter anderem – einen gemeinsamen, öffentlich beschreibbaren Ort benötigen, um Datenblöcke zu veröffentlichen.
Keines davon erfordert Berechnung oder Smart Contracts. Sie benötigen alle nur Datenverfügbarkeit.
Er verwies auf Ethereums Fusaka-Upgrade vom Dezember 2025, das PeerDAS (EIP-7594) bereitstellte und die Verfügbarkeit von Blob-Daten um etwa das 2,3‑Fache erhöhte, mit einem ausgewiesenen Pfad zu einer weiteren Steigerung um das 10‑ bis 100‑Fache.
Smart Contracts, so Buterin, lassen sich technisch auf Zero-Knowledge-Kryptografienachweise reduzieren, die über die Chain als schwarzes Brett operieren – auch wenn er einräumte, dass On-Chain-Standardisierung in der Praxis zu deutlich besserer Interoperabilität führt.
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Warum das wichtig ist
Diese Einordnung ist bemerkenswert, weil sie vom Mitgründer Ethereums stammt und die übliche öffentliche Erzählung umkehrt. Ethereum wird kommerziell mit DeFi, NFTs und programmierbarem Geld assoziiert.
Buterins Beitrag argumentiert, dass der dauerhaftere Wert auf einer niedrigeren Ebene liegt: ein globaler, gemeinsam genutzter Speicher, auf den sich kryptografische Systeme verlassen können, ohne einer Zwischeninstanz vertrauen zu müssen.
Er ging auch direkt auf die Gebühren ein. Die Transaktionskosten seien für viele Anwendungsfälle inzwischen nahezu null, sagte er, und die Infrastruktur zur Abfederung der Gebührenvolatilität – etwa Blob-Publisher, die Daten im Namen von Anwendungen bündeln – sei inzwischen so weit gereift, dass sich das Nutzererlebnis von Spitzen auf der Basisschicht entkoppeln lasse.
Die praktische Konsequenz: Anwendungen, die ein manipulationssicheres öffentliches Register statt eines Finanzprodukts benötigen, haben nun eine glaubwürdige, kostengünstige Option in Ethereums Blob-Schicht. Ob sich dieser Anwendungsfall außerhalb der bestehenden kryptonativen Entwicklerbasis durchsetzt, bleibt abzuwarten.
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