Cardano (ADA) lässt derzeit zwei Sicherheitsvorschläge von der Community prüfen – darunter ein Post-Quanten-Wallet-Design, das bestehende Adressen absichern soll, ohne Nutzer zu einem Umzug ihrer Gelder zu zwingen.
Zentrale Punkte:
- CIP-0197 sieht eine optionale Zero-Knowledge-Proof-Schicht für Cardano-HD-Wallets vor, bei unveränderten Schlüsseln, Adressen und Ableitungspfaden.
- CPS-0034 will die Plutus-Core-Konformitätstests ausbauen, damit alternative Node-Implementierungen sich enger am Referenz-Evaluator orientieren.
- Beide Vorschläge befinden sich noch im Review; weder handelt es sich um ein umgesetztes Netzwerk-Upgrade noch um einen unmittelbaren Kurstreiber für ADA.
Cardano CIP-0197
Cardano stellte die Vorschläge am 23. August heraus, nachdem Robert Phair, Editor für Cardano-Verbesserungsvorschläge (CIP), den aktuellen Review-Snapshot veröffentlichte.
Aufzeichnungen der Cardano Foundation zeigen, dass CIP-0197 und CPS-0034 am 18. August als Kandidaten bestätigt wurden und weiterhin für technisches Feedback offen sind.
CIP-0197 adressiert eine bekannte Schwachstelle Ed25519-basierter Wallets: Deren öffentliche Schlüssel könnten angreifbar werden, falls ausreichend leistungsfähige Quantencomputer Shors Algorithmus im großen Maßstab ausführen können. Der Vorschlag ergänzt einen Zero-Knowledge-Proof, der an den Wallet-Seed gekoppelt ist, lässt aber die bestehende Adressstruktur unangetastet.
In der empfohlenen ersten Phase blieben klassische Signaturen on-chain, während Wallets, Börsen und Indexer die neuen Nachweise off-chain verifizieren könnten. Eine spätere Phase könnte die Verifikation in den Node selbst verlagern; dafür wären laut Vorschlag jedoch ein Konsens-Upgrade und kleinere Proof-Größen notwendig.
CPS-0034 zielt auf ein anderes Risiko: Es schlägt eigenschaftsbasierte Konformitätstests für Plutus Core vor, damit Teams, die alternative Cardano-Nodes entwickeln, prüfen können, ob ihre Evaluatoren sich wie die Referenzimplementierung verhalten.
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Quanten-Sicherheit
Die Vorschläge befinden sich noch in einer frühen Prüfphase und haben deshalb kurzfristig begrenzte Marktrelevanz. Ihre Bedeutung ist vor allem technischer Natur: Es geht darum, ob Cardano stärkere Sicherheitsgarantien integrieren kann, ohne bestehende Nutzer zu beeinträchtigen oder die Vielfalt alternativer Node-Implementierungen einzuschränken.
Der Zeitplan für Quantenrechner bleibt unklar. Das US National Institute of Standards and Technology verweist auf Schätzungen, wonach kryptographisch relevante Quantencomputer frühestens um 2030, möglicherweise aber auch erst in mehreren Jahrzehnten zu erwarten sind – und betont, dass Umstellungen auf neue Kryptografie Jahre in Anspruch nehmen können.
CIP-0197 versteht sich zudem ausdrücklich als Zwischenschritt und nicht als vollständige Post-Quanten-Migration.
Cardano-Reviewer verweisen darauf, dass umfangreichere technische Arbeiten nötig sein werden, bevor das Netzwerk verwundbare kryptographische Bausteine systemweit ablösen kann.
Diese Arbeiten sind Teil von „Cardano Vision 2026“, einer im Juni 2026 vorgestellten Forschungs-Roadmap mit 15 Initiativen in sechs technischen Bereichen – darunter Skalierung, Zero-Knowledge-Systeme und Post-Quanten-Sicherheit. Das Programm versteht Quantenresistenz als langfristige Migrationsaufgabe und nicht als einmaliges Wallet-Upgrade.
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