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Circle-CEO weist Bedenken über Stablecoin-Zinserträge und Bank-Run inmitten regulatorischer Debatte zurück

Circle-CEO weist Bedenken über Stablecoin-Zinserträge und Bank-Run inmitten regulatorischer Debatte zurück

Circle (USDC)‑CEO Jeremy Allaire wies während der Diskussionen beim Weltwirtschaftsforum in Davos Bedenken zurück, dass verzinste Stablecoins massenhafte Abhebungen von Einlagen bei traditionellen Banken auslösen könnten, und bezeichnete Warnungen vor Einlagenflucht als übertrieben.

Auf Panels zur digitalen Asset-Infrastruktur verwies Allaire auf Geldmarktfonds als Präzedenzfall dafür, dass renditetragende Instrumente neben dem traditionellen Bankensystem existieren können, ohne das Finanzsystem zu destabilisieren, und verwies dabei auf deren Entwicklung.

Die Kommentare kommen zu einem Zeitpunkt, an dem US‑Gesetzgeber über den CLARITY Act debattieren, in dessen Rahmen Beschränkungen für Stablecoin‑Zinserträge zu einem umstrittenen Thema geworden sind, das Anfang Januar 2026 zu Gegenreaktionen der Branche und zu Verzögerungen im Gesetzgebungsprozess geführt hat.

Debatte über Einlagenflucht aus Banken

Vertreter der Bankenbranche haben gewarnt, dass es durch die Möglichkeit für Drittplattformen, Zinsen auf Stablecoin‑Bestände anzubieten, zu einem Abfluss von Einlagen aus regulierten Instituten kommen könnte, wodurch laut Schätzungen der Federal Reserve Bank of Kansas City bis zu 1,5 Billionen US‑Dollar an Kreditvergabekapazität entzogen würden.

Der 2025 verabschiedete GENIUS Act untersagte Stablecoin‑Emittenten, den Inhabern direkt Zinsen zu zahlen, doch Kryptoplattformen argumentierten, dass das Gesetz Drittbörsen erlaube, renditeähnliche Belohnungen anzubieten.

Entwürfe für den CLARITY Act versuchten, diese Lücke zu schließen, indem passive Erträge für das bloße Halten von Stablecoins verboten und Belohnungen nur für Transaktionsaktivitäten erlaubt werden sollten.

Präzedenzfall Geldmarktfonds

Allaire verwies auf staatliche Geldmarktfonds, die wachsen konnten, ohne die Kreditvergabe der Banken zu stören, auch wenn er in den vorliegenden Kommentaren keine konkreten Zeiträume oder quantifizierten wirtschaftlichen Auswirkungen nannte.

US‑Geldmarktfonds halten laut Daten des Investment Company Institute mit Stand Januar 2026 derzeit rund 7,7 Billionen US‑Dollar an Vermögenswerten, wobei die Bestände im vergangenen Jahr trotz Zinssenkungen der Federal Reserve um 868 Milliarden US‑Dollar gestiegen sind.

Der Vergleich hat jedoch Grenzen, da Geldmarktfonds unter anderen regulatorischen Rahmenbedingungen als Stablecoins operieren, einschließlich der Aufsicht durch die SEC und Einlagensicherungsschutz für Bankeinlagen, den Stablecoins nicht bieten.

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Zahlungssysteme für KI‑Agenten

Branchenvertreter, darunter Allaire, positionieren Stablecoins als zentrale Infrastruktur für Transaktionen von Agenten der Künstlichen Intelligenz, auch wenn Zeitpläne für die Umsetzung weiterhin spekulativ bleiben.

Galaxy Digital‑CEO Michael Novogratz sagte voraus, dass KI‑Agenten „in nicht allzu ferner Zukunft“ zu den größten Nutzern von Stablecoins werden würden, wobei er auf automatisierte Kaufszenarien verwies.

Der ehemalige Binance‑CEO Changpeng Zhao machte ähnliche Aussagen in Davos zu Kryptozahlungen als Enabler für KI‑getriebene Commerce‑Modelle, auch wenn konkrete Einsatzbeispiele bislang weitgehend auf experimentelle Phasen beschränkt sind.

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