Drifts Rückzahlungs-Mathematik wirkt düster: Aktuelles Umsatztempo deutet auf 737 Jahre Wartezeit für Nutzer hin

Drifts Rückzahlungs-Mathematik wirkt düster: Aktuelles Umsatztempo deutet auf 737 Jahre Wartezeit für Nutzer hin

Nutzer, die vom 285-Millionen-$-Drift-Protocol-Exploit betroffen sind, könnten theoretisch zwischen 737,5 und 983,3 Jahre auf eine vollständige Rückzahlung warten, falls das Protokoll weiterhin nur Einnahmen in seinem aktuellen Post-Hack-Tempo generiert, so eine neue Analyse.

Was passiert ist

Die am Dienstag von Cryptonary veröffentlichte Untersuchung argumentiert, dass Drifts stark beworbener Wiederaufbauplan, der zusammen mit Unterstützung von Tether (USDT) angekündigt wurde, sich fast vollständig auf eine zukünftige Turnaround-Story stützt – ein Ziel, das nach einem der größten Exploits in der Geschichte von Solana (SOL) schwer zu erreichen sein dürfte.

Yellow.com hat Drift Protocol um eine Stellungnahme gebeten.

Drift erlitt am 1. April 2026 einen Exploit von rund 295 Millionen $, nachdem Angreifer das Protokoll Berichten zufolge über eine ausgeklügelte Social-Engineering-Kampagne kompromittierten – und nicht über einen klassischen Smart-Contract-Bug.

Laut dem Bericht schrieben Ermittler den Vorfall weitgehend Hackern mit Verbindungen zu Nordkorea zu, die angeblich Mitglieder von Drifts Security Council dazu brachten, Solana-„durable nonce“-Transaktionen vorab zu signieren, die später nicht autorisierte Auszahlungen ermöglichten.

Der Exploit löste einen sofortigen Einbruch des Marktvertrauens aus. Der DRIFT-Token (DRIFT) fiel demnach unmittelbar nach dem Angriff um mehr als 40 % und notierte schließlich rund 99 % unter seinem Allzeithoch.

Wiederaufbauplan trifft auf Umsatzrealität

Wochen nach dem Exploit kündigte Drift eine Recovery-Initiative an, die von bis zu 150 Millionen $ Unterstützung durch Tether und weitere Partner getragen wird. Im Rahmen dieses Modells erhalten betroffene Nutzer „Recovery Tokens“, die Ansprüche auf einen zukünftigen Recovery-Pool darstellen, der durch Protokollumsätze, Partnerbeiträge und etwaig zurückgeholte gestohlene Vermögenswerte gespeist wird.

Cryptonary argumentierte jedoch, dass die Mathematik hinter diesem Plan problematisch wird, wenn man sie an Drifts aktueller Geschäftsleistung misst.

„Nach dem Hack generiert Drift rund 300.000–400.000 $ annualisierten Umsatz“, heißt es in dem Bericht. „Um 295 Millionen $ zu erreichen, benötigt man 737,5 Jahre bei einer Jahresrate von 400.000 $ und 983,3 Jahre bei 300.000 $.“

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Die Analyse räumt ein, dass Drift vor dem Exploit deutlich höhere Einnahmen erzielte, im Schnitt etwa 30–40 Millionen $ annualisiert. Selbst unter diesen Annahmen müssten Nutzer jedoch immer noch zwischen 7,4 und 9,8 Jahre auf eine vollständige Rückzahlung warten, sofern Tethers Beitrag die Ausschüttungen nicht deutlich beschleunigt.

Der Bericht stellte infrage, ob dieses Szenario in einem zunehmend kompetitiven Markt für Perpetual-Futures realistisch ist, in dem es nach groß angelegten Verlusten von Kundengeldern besonders schwer ist, Vertrauen wiederherzustellen.

Fragen zur Beteiligung von Insidern

Die Analyse kritisierte zudem den offenbar fehlenden direkten finanziellen Beitrag von Drift-Insidern und Venture-Investoren.

Dem Bericht zufolge hat Drift zuvor etwa 53 Millionen $ von Venture-Investoren eingesammelt, doch weder das Kernteam noch große Geldgeber haben öffentlich zugesagt, nennenswerte Treasury-Mittel oder bereits verfallene Token-Zuteilungen für eine beschleunigte Rückzahlung der betroffenen Nutzer bereitzustellen.

Cryptonary beschrieb die Recovery Tokens als Instrumente, die eher wie notleidende Forderungen funktionieren als wie direkte Entschädigungen.

„Der Markt wird sie auf Basis von Vertrauen, Liquidität, erwarteten zukünftigen Einnahmen und der Wahrscheinlichkeit, dass Drift lange genug überlebt, um überhaupt nennenswert zurückzuzahlen, diskontieren“, heißt es in dem Bericht.

Diese Struktur könnte einige Nutzer dazu zwingen, ihre Ansprüche mit hohen Abschlägen zu verkaufen, nur um nach dem Exploit wieder Liquidität zu erlangen.

Der Bericht fügte hinzu, dass der einzige glaubwürdige Weg zur Wiederherstellung des Vertrauens deutlich mehr sofort verfügbares Wiederaufbaukapital erfordern würde, anstatt sich primär auf künftige Handelsaktivität zu verlassen.

„Ohne das ist dies nur ein Marketing-Manöver, um Gesichter zu wahren, rather than a recovery plan“, heißt es in dem Bericht.

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