Ethereum (ETH) hat Mühe, sich über 2.100 $ zu halten, obwohl nahezu alle On-Chain-Indikatoren darauf hindeuten, dass Käufer – nicht Verkäufer – den Markt kontrollieren.
Zentrale Punkte:
- On-Chain-Kennzahlen für Ethereum wirken bullisch, dennoch fiel der Kurs im Mai über 12 Tage um 14%.
- Ein Research-Unternehmen macht große, versteckte Verkaufsorders verantwortlich, die Käufe absorbieren, ohne in den üblichen Flow-Daten zu erscheinen.
- Makrodruck durch Inflation und die Politik der US-Notenbank verstärkt die Schwäche des hochvolatilen Assets.
Die Ethereum-Marktstruktur verwirrt Trader
Ethereum handelt in einer engen, unentschlossenen Spanne, in der Bullen und Bären in einem Patt gefangen sind, das bislang keinen klaren Sieger hervorgebracht hat. Eine kurze Erholung setzte ein, nachdem Präsident Trump erklärte, die Straße von Hormus werde nach Gesprächen mit nahöstlichen Staatschefs wieder geöffnet – ein Kommentar, den die Märkte als Entspannung des geopolitischen Risikos werteten.
Die Erleichterung hielt jedoch nicht lange an.
Das in Japan ansässige XWIN Research Japan untersuchte die interne Marktstruktur von Ethereum und stellte fest, dass herkömmliche Kennzahlen ein irreführendes Bild zeichnen. Der Spot Taker CVD bleibt positiv, die Funding-Rates liegen über null, und die Netflows der Börsen zeigen, dass Coins stetig die Handelsplattformen verlassen und in Selbstverwahrung gehen.
Nach diesen Maßstäben dürfte Ethereum nicht fallen. Dennoch ist das Asset von rund 2.375 $ am 11. Mai auf nahe 2.031 $ am 23. Mai abgerutscht – ein Rückgang von 14 %, während alle internen Signale in die entgegengesetzte Richtung deuteten.
Auch lesen: Ethereum Staking Hits Record As 39M Tokens Leave The Market
Versteckte Verkäufer erklären die ETH-Schwäche
Das Research-Unternehmen macht versteckte Liquidität für den Widerspruch verantwortlich. Große Verkaufsorders von Market Makern und Walen liegen still im Orderbuch, nehmen aggressive Käufe auf und tauchen dabei nicht in den Flow-Daten auf, die Retail-Trader beobachten.
Die oberflächlichen Signale wirken stark, weil Käufer tatsächlich präsent sind. Der Kurs fällt dennoch, weil die Verkäufer größer, geduldiger und faktisch unsichtbar sind.
Die Makrolage verschärft das Problem. Trotz anfänglichem Optimismus rund um den CLARITY Act haben sich die Märkte erneut auf Inflation und ein länger anhaltendes Hochzinsumfeld fokussiert – ein Hintergrund, der schwer auf einem hochvolatilen Asset lastet, das sowohl Rallyes als auch Abverkäufe verstärkt. Jüngste Kurserholungen, so der Bericht, spiegeln in erster Linie Short-Eindeckungen und Deleveraging wider und weniger eine neue, nachhaltige Nachfrage nach Long-Positionen.
Analysten markieren Unterstützungszonen nahe 1.984 $ und 1.937 $, Kursbereiche, in denen ETH als wirklich unterbewertet gelten könnte, falls die Spot-Nachfrage zurückkehrt und der Makrodruck nachlässt.
Die ETH-Kurshistorie zeigt jüngste Belastungen
Die aktuelle Episode krönt eine schwierige Phase für die zweitgrößte Kryptowährung. ETH wurde im April nahe 2.466 $ gehandelt, bevor der Schwung nachließ, und verlor die Marke von 2.200 $ zum ersten Mal seit April – vor dem Hintergrund steigender Renditen von US-Staatsanleihen und eines Fear-and-Greed-Index, der im Bereich extremer Angst verharrte. Nach wiederholten Zurückweisungen an der Widerstandszone zwischen 2.250 $ und 2.350 $ pendelt der Token nun um 2.104 $, sodass Käufer eine Unterstützung verteidigen müssen, die bereits seit den Frühlingstiefs hält.
Als Nächstes lesen: XRP Eyes $1.50 Breakout As Exchange Supply Tightens





