Ethereum-(ETH)-Entwickler aktivieren am 26. Oktober das Glamsterdam-Upgrade auf dem Testnetz Hoodi. Gleichzeitig wird das Gaslimit der Testumgebung auf 200 Millionen angehoben – ein Termin für das Mainnet steht jedoch weiter nicht fest.
Wichtigste Punkte:
- Glamsterdam geht am 26. Oktober um 17:42:48 UTC auf Hoodi live, 20 Tage nach dem Sepolia-Start.
- Hoodis Gaslimit steigt im selben Epoch von 60 Millionen auf 200 Millionen.
- Ein Mainnet-Datum ist noch nicht definiert, für normale ETH-Halter besteht kein Handlungsbedarf.
Ethereum: Glamsterdam-Start auf Hoodi
Die Ethereum Foundation teilte in einer Ankündigung vom 16. Oktober mit, dass der Fork auf Hoodi bei Epoch 132.352, Slot 4.235.264 um 17:42:48 UTC aktiviert wird. Auf dem Sepolia-Testnetz war das Upgrade bereits am 6. Oktober live gegangen.
Die Client-Teams nutzen die Hoodi-Phase, um Software und Netzwerkverhalten unter realistischen Bedingungen zu testen, bevor sie einen Termin für die Hauptkette festlegen.
Mit dem Fork wird Hoodis Gaslimit von aktuell 60 Millionen auf 200 Millionen angehoben – damit liegt es beim rund 3,3‑Fachen des bisherigen Werts und entspricht dem bereits auf Sepolia verwendeten Parameter. Es handelt sich ausdrücklich um eine Testnetz-Konfiguration, nicht um eine Zusage für das Mainnet.
Node-Betreiber und Validatoren auf Hoodi müssen ihre Execution- und Konsens-Clients vor der Aktivierung aktualisieren. Knoten, die noch den alten Regelstand fahren, können der aktualisierten Kette nicht folgen. Beim Sepolia-Fork hatten einige Validator-Clients standardmäßig noch ein Gas-Ziel von 60 Millionen gesetzt, sodass Betreiber den Wert manuell auf 200 Millionen anheben mussten, um entsprechende Blöcke zu proposen. Für ETH-Halter auf dem Mainnet besteht derzeit kein Handlungsbedarf.
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Einschätzung von Toni Wahrstätter
Ethereum-Forscher Toni Wahrstätter schrieb in einem Beitrag, Hoodi sei das letzte Testnetz vor dem Mainnet-Start. Er ergänzte, „300M feels like a realistic next step“, sobald das Limit von 200 Millionen etabliert ist. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen bestätigten Glamsterdam-Parameter.
Glamsterdam fußt auf zwei zentralen Protokolländerungen. Die verankerte Trennung von Block‑ Proposer und Block‑Builder (enshrined proposer-builder separation, ePBS) verlegt die Übergabe zwischen Proposern und Buildern direkt in das Ethereum-Protokoll und reduziert damit die Abhängigkeit von vertrauensbasierten Zwischenstellen. Zudem führen blockweite Access Lists, die alle angesprochenen Accounts und Speicherbereiche eines Blocks erfassen, dazu, dass Clients den Zustand parallel lesen und Transaktionen parallel verifizieren können.
Glamsterdam: Neue Gas-Bepreisung
Das Upgrade verteuert außerdem das Anlegen neuen Zustands im Netzwerk. Replays vergangener Mainnet-Transaktionen identifizierten eine kleine Gruppe von Smart Contracts, deren Gasannahmen unter den neuen Regeln brechen könnten. Ein höheres Gaslimit allein garantiert weder schnellere Bestätigungen noch niedrigere Gebühren.
Mit dem Testnetz Plataberget, das am 13. August live ging, erhielten Entwickler frühzeitig eine Umgebung, um Glamsterdams neues Gasmodell zu erproben. Wenige Tage später warnte das Protocol-DevOps-Team der Foundation, dass jedes Tool, das auf ein hart codiertes maximales Gaslimit setzt, „brechen“ werde und angepasst werden müsse. Sepolia folgte am 6. Oktober – nun ist Hoodi an der Reihe.
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