Ethereum setzt sich Frist bis 2029 für Quantensicherheit

Quantum-resistant Ethereum by December 2029 is the Protocol Cluster target Fredrik Svantes is now pushing. (Image: Shutterstock)
Quantum-resistant Ethereum by December 2029 is the Protocol Cluster target Fredrik Svantes is now pushing. (Image: Shutterstock)

Die Ethereum Foundation hat sich eine Frist bis Dezember 2029 gesetzt, um Ethereum (ETH) quantensicher zu machen. Das Ziel wurde zusammen mit einer Bewertungsübersicht für 62 Upgrade-Vorschläge veröffentlicht.

Wichtigste Punkte:

  • Ethereums Protocol Cluster verpflichtet sich zu einer quantensicheren Layer-1 über Ausführung, Konsens und Daten hinweg bis Dezember 2029.
  • Die Frist wurde gemeinsam mit der ersten einheitlichen Tier-Liste der Gruppe für 62 Vorschläge zum Hegota-Upgrade vorgestellt.
  • Um den Termin zu halten, wären nach dem Glamsterdam-Release Ende 2026 Hard Forks im Abstand von rund 7,2 Monaten nötig.

Ethereum Protocol Cluster legt Frist Dezember 2029 fest

Der Protocol Cluster der Foundation hat die Zielmarke am 7. September in einem Beitrag öffentlich gemacht – und zugleich die erste einheitliche Tier-Liste präsentiert, die das Gremium je für ein einzelnes Ethereum-Netzwerk-Upgrade erstellt hat.

Neun interne Teams haben die eingereichten Vorschläge bewertet. Insgesamt kamen 397 Einzelbewertungen zusammen; 28 Vorschläge wurden vollständig verworfen. Die Frist umfasst Ausführungsschicht, Konsensmechanismus und Datenspeicher – also die gesamte Basisschicht, nicht nur isolierte Komponenten.

Der Protocol Cluster betonte, das Datum sei selbst auferlegt, da niemand vorhersagen könne, wann eine Maschine entsteht, die die elliptische-Kurven-Kryptografie knacken kann, welche heute normale Accounts absichert. Bis mindestens Januar 2027 gilt die Zielmarke als „nicht verhandelbar“; dann sollen externe Fachleute den technologischen Fortschritt neu einschätzen.

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Fredrik Svantes verknüpft Hegota mit dem Quantum-Fahrplan

Fredrik Svantes, der bei der Foundation die Protokollkoordination verantwortet, sagte in einem Interview, der Cluster ziele „mit Nachdruck“ auf eine quantensichere Layer-1 spätestens bis Dezember 2029. Die Zusage beeinflusse bereits, welche Vorschläge die Engineering-Teams für Hegota empfehlen – jenes Fork-Upgrade, das auf die Glamsterdam-Veröffentlichung im kommenden Jahr folgen soll. Heute ist Ethereum noch nicht quantensicher.

Konten und Validatoren basieren weiterhin auf Signaturschemata, die ein ausreichend leistungsfähiger Quantenrechner theoretisch aufbrechen könnte – auch wenn bislang kein System existiert, das in diese Nähe kommt. Der Cluster hat zwei Vorschläge als „Muss“ für Hegota benannt. Einer davon macht Account-Abstraktion zu einem nativen Bestandteil des Protokolls und legt damit das Fundament für post-quantenfeste Authentifizierung.

In den Planungsunterlagen heißt es inzwischen, Entwickler sollten davon ausgehen, dass ein entscheidender Durchbruch theoretisch schon 2030 erfolgen könnte – eine Annahme, die nach Einschätzung der Gruppe den meisten seriösen Prognosen zeitlich vorausläuft. Der Zeithorizont deckt sich mit Migrationszielen, die Google, Cloudflare und Microsoft unabhängig voneinander gesetzt haben. Um von einem Glamsterdam-Start Ende 2026 zur vollständigen Quantensicherheit zu gelangen, bräuchte es Hard Forks etwa alle 7,2 Monate – ein Takt, der kaum Spielraum für Verzögerungen lässt.

Warnungen von Vitalik Buterin bereiteten Fahrplan vor

Der Druck, das Tempo zu erhöhen, wächst seit dem vergangenen Herbst. Vitalik Buterin warnte auf einer Entwicklerkonferenz in Buenos Aires im November, die elliptische-Kurven-Kryptografie könne bereits vor der US-Präsidentschaftswahl 2028 fallen. Er forderte das Ökosystem auf, den Übergang innerhalb von vier Jahren abzuschließen.

Er beziffert die Wahrscheinlichkeit, dass eine kryptografiebrechende Maschine vor 2030 einsatzbereit ist, auf rund 20 % – gestützt auf Prognosen der Vorhersageplattform Metaculus.

Diese Warnungen haben die Prioritäten der Entwickler deutlich verschoben. Ethereums letztes großes Upgrade, Fusaka, ging am 3. Dezember live und konzentrierte sich vor allem auf die Datenverarbeitung für Rollups. Die Vorbereitung auf die Post-Quanten-Ära ist inzwischen eine von fünf langfristigen Forschungsachsen, neben schneller Finalität, Datenschutz, Zustandshandling und zkEVM.

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Mehjabeen Arsiwala

Mehjabeen Arsiwala ist Journalistin und berichtet über Krypto-Nachrichten, DeFi, Börsen, Trading und Marktanalysen. In den vergangenen drei Jahren hat sie sich auf die Trends und Narrative konzentriert, die die Märkte für digitale Vermögenswerte prägen – von Kursbewegungen und Prognosen bis hin zu Entwicklungen an Börsen und On-Chain-Signalen. Sie ist auf klare Berichterstattung spezialisiert, die den Leserinnen und Lesern hilft zu verstehen, was am Markt geschieht und warum es wichtig ist.

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