Bundesstaatsanwälte haben den früheren FBI-Vorgesetzten Patrick Yaroch angeklagt. Er soll rund 925.426 US‑Dollar in Kryptowährungen aus Wallets transferiert haben, die Quellen von NBC News mit Russland in Verbindung bringen.
Wichtigste Fakten:
- Yaroch soll FBI-eigene Wallet-Schlüssel genutzt haben, um in 10 bis 12 Transaktionen Gelder in von ihm kontrollierte Konten zu verschieben.
- Anschließend meldete er sich selbst, legte Zugangsdaten offen und übergab Details zu den Wallets.
- Die Ermittler konnten die Gelder sicherstellen; das FBI entließ Yaroch nach der Durchsuchung fristlos.
Anklage wegen Krypto-Transfers
Laut Gerichtsunterlagen drohen Yaroch im Eastern District of Virginia Anklagen wegen grenzüberschreitendem Transport gestohlener Güter sowie Hehlerei. Ein Schuld- oder Unschuldbekenntnis liegt bislang nicht vor.
In einer eidesstattlichen Erklärung des FBI heißt es, Yaroch habe einem Mitarbeiter des Justizministeriums geschildert, er sei frustriert gewesen, weil das Bureau „nicht handeln könne oder wolle“ gegen feindliche Krypto-Konten. Dem Dokument zufolge nutzte er FBI-Systeme, um die privaten Schlüssel zu identifizieren, die den Zugriff auf die Wallets ermöglichten, und leitete die Gelder in bis zu einem Dutzend Transaktionen an sich weiter. Welche Kryptowährungen betroffen waren, wird nicht genannt.
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Mögliche Motive von Yaroch
Später reichte Yaroch online eine Selbstanzeige ein und erschien freiwillig zu Gesprächen in der FBI-Zentrale. Er habe laut Affidavit erklärt, er habe „Mist gebaut“ und wolle seine Handlungen offenlegen, weil die Scham ihn „innerlich auffresse“.
Die Staatsanwaltschaft betonte, Yaroch habe nie Kontakt zu Personen aufgenommen, die mit den ausländischen Konten in Verbindung stehen. Damit handele es sich eher um einen klassischen Insider-Missbrauch von Zugriffsrechten als um einen üblichen Phishing- oder Hacking-Fall. Die Unterscheidung ist wesentlich, weil die Kontrolle über einen privaten Schlüssel ausreicht, um Krypto-Vermögen ohne Zustimmung von Bank, Börse oder Behörde zu bewegen.
Das FBI erklärte, man habe unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe reagiert, Yaroch entlassen und eine umfassendere interne Untersuchung eingeleitet. Das mutmaßliche Verhalten verstoße klar gegen die ethischen Standards der Behörde.
Gerichtsunterlagen datieren die umstrittenen Transfers auf die Jahre 2024 oder 2025. In diesem Zeitraum soll Yaroch 10 bis 12 Abhebungen vorgenommen und dabei Zugangscodes genutzt haben, die im Rahmen der ursprünglichen Ermittlung gesammelt worden waren. Am 3. August ordnete die US-Richterin Lindsey R. Vaala zunächst eine vorläufige Inhaftierung an. Nach einer Anhörung am 4. August blieb Yaroch in Gewahrsam, während das Gericht über mögliche Auflagen für eine Freilassung beriet. Das Verfahren befindet sich noch in einem frühen Stadium.
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