Tokenisierte Aktien, die direkt auf Blockchain-Netzwerken gehandelt werden, könnten traditionelle Börsen wie Nasdaq und die New York Stock Exchange innerhalb von fünf Jahren umgehen, so Abra-CEO Bill Barhydt.
In einem Interview mit Yellow.com am Rande der Consensus sagte Barhydt, dass die derzeitige Struktur der Finanzmärkte, die auf verzögerter Abwicklung und zentralisierten Clearingstellen beruht, zunehmend unvereinbar mit den Echtzeit-Fähigkeiten der Krypto-Infrastruktur sei und damit die Bühne für einen grundlegenden Wandel bereite, wie Vermögenswerte emittiert und gehandelt werden.
Tokenisierte Aktien stellen Marktstruktur infrage
Barhydt skizzierte einen zweistufigen Übergang hin zu tokenisierten Wertpapieren, beginnend mit digitalen Hüllen um bestehende Aktien, die weiterhin auf alte Abwicklungssysteme wie die Depository Trust & Clearing Corporation angewiesen sind.
Diese Phase, sagte er, werde schrittweise Verbesserungen bringen, darunter 24/7-Handel und die Möglichkeit, Vermögenswerte innerhalb von DeFi-Systemen zu nutzen, werde jedoch die Vorteile der Blockchain-Technologie nicht vollständig ausschöpfen.
Die bedeutendere Veränderung komme mit einer nativen, On-Chain-Aktienemission, bei der Aktien vollständig auf Blockchain-Netzwerken geschaffen, gehandelt und abgewickelt werden, ohne auf traditionelle Börsen oder Clearing-Infrastruktur angewiesen zu sein.
„Sie wickeln also nicht mehr über die DTCC ab oder müssen überhaupt NYSE oder Nasdaq für den Handel nutzen“, sagte Barhydt und fügte hinzu, dass dieses Modell Echtzeit-Abwicklung und kontinuierliche Preisfindung über globale Märkte hinweg ermögliche.
Er verwies auf Szenarien, in denen größere geopolitische oder makroökonomische Ereignisse außerhalb der Marktöffnungszeiten auftreten, und argumentierte, dass tokenisierte Systeme eine sofortige Neubewertung erlauben würden, anstatt auf die Wiedereröffnung der Börsen warten zu müssen.
Wall Street steht vor Entintermediierungsrisiko
Barhydt sagte, dass traditionelle Anbieter von Marktinfrastruktur sich des Wandels bewusst seien, dessen Richtung aber möglicherweise nicht vollständig kontrollieren könnten.
„Wenn Sie glauben, dass Nasdaq und NYSE das nicht verstehen, dann rauchen Sie Dope“, sagte er und fügte hinzu, dass große Institute bereits in Tokenisierung investieren, um relevant zu bleiben.
Gleichzeitig deutete er an, dass es ein glaubwürdiges Risiko gebe, dass Teile des Systems komplett umgangen werden könnten, wenn Unternehmen sich entscheiden, Aktien direkt On-Chain anstatt über traditionelle Listings auszugeben.
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„Die Parade wird ohne sie weiterziehen“, sagte er in Bezug auf Börsen und Clearingstellen, die es versäumen, sich an Blockchain-basierte Modelle anzupassen.
Das potenzielle Disruptionspotenzial reicht über Börsen hinaus und schließt Clearing-Systeme und Verwahrer ein, die derzeit eine zentrale Rolle bei Abwicklung und Nachweis von Eigentum an Vermögenswerten spielen.
KI-Banking und Tokenisierung wachsen zusammen
Barhydt ordnete tokenisierte Aktien als Teil eines umfassenderen Wandels hin zu einem krypto-nativen Finanzsystem ein, das auf Stablecoins, dezentralen Finanzanwendungen und Künstlicher Intelligenz basiert.
Er sagte, Abra arbeite auf ein Modell hin, bei dem Portfolios in Echtzeit mithilfe von KI zusammengestellt werden, wobei Nutzer tokenisierte Vermögenswerte halten, Rendite erzielen und auf Basis ihrer Bestände Kredite aufnehmen können, ohne auf traditionelle Bankinfrastruktur angewiesen zu sein.
„Alle Dollar werden Stablecoins sein. Alle Aktien werden Token sein“, sagte Barhydt und beschrieb eine Zukunft, in der Finanzwerte vollständig fungibel und global zugänglich werden.
In diesem System würde Kreditvergabe auf dem Wert tokenisierter Portfolios basieren, was es Nutzern ermöglichen würde, über integrierte Finanzdienste ihre Vermögenswerte auszugeben oder auf sie zu beleihen.
Barhydt verglich den Wandel mit den frühen Tagen des Internets und argumentierte, dass die Skepsis gegenüber Tokenisierung frühere Zweifel an Technologien wie Voice-over-IP widerspiegele.
Der Übergang, sagte er, werde nicht über Nacht stattfinden, sei aber bereits im Gange, da regulatorische Klarheit zunehme und das institutionelle Interesse wachse.
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